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Illegale Rennen mit Rindt: Helmut Marko aufs Glatteis geführt

Wie Helmut Marko einem Comedian auf den Leim ging, der 50 Jahre nach den illegalen Straßenrennen mit Jochen Rindt mit der Führerschein-Nachschulung drohte

Helmut Marko
Führerschein-Nachschulung? Marko wurde Opfer eines Radio-Comedians
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Die privaten Landstraßenrennen von Jochen Rindt und Helmut Marko sind legendär: Die beiden Schulfreunde, die in Bad Aussee in der Steiermark ins Internat gingen, machten Ende der 1950er-Jahre mit einem VW-Käfer die Gegend unsicher - und zwar ohne Führerschein. Rund 50 Jahre später musste Marko fürchten, dass ihm die verwegenen Ausfahrten zum Verhängnis werden.

Nachdem er seine Erlebnisse mit dem einzigen posthumen Formel-1-Weltmeister der Geschichte im österreichischen Fernsehen zum Besten gegeben hatte, leckte der für seine Scherzanrufe gefürchtete Comedian Gernot Kulis Blut, der als "Callboy" für den ORF-Radiosender 'Ö3' auch schon Landsmann Alex Wurz oder Formel-1-Reporterlegende Heinz Prüller aufs Glatteis geführt hat.

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Kulis gab sich dabei als Polizei-Amtsdirektor Dietmar Rotenbuller aus und konfrontierte Marko mit seinem öffentlichen Geständnis im TV, ohne Führerschein gefahren zu sein. Außerdem habe die Gemeinde Bad Aussee "dutzende Beschwerdeanrufe aus der Bevölkerung" bekommen, wonach die Einwohner nach Markos Bekenntnissen nicht mehr bereit seien, ihre eigenen Strafen zu bezahlen.

Marko reagierte zunächst cool: "Das ist ja alles verjährt, mein lieber Freund", so der Grazer. Als Kulis aber eine offizielle Pressekonferenz einforderte, bei der ehemalige Le-Mans-Sieger bekanntgeben sollte, freiwillig zur Führerschein-Nachschulung anzutreten, platzte dem 73-Jährigen der Kragen: "Nein, das tu ich nicht! Ich habe andere Sorgen. Das mache ich nicht!" Alles andere solle der Polizei-Amtsdirektor mit Markos Anwalt besprechen.

Kulis zeigte sich unbeeindruckt und spielte Marko seine TV-Aussagen vor, er habe ohne Führerschein "alle Kurven so schnell wie möglich angefahren", Marko schoss zurück: "Das war vor 40 Jahren!"

Als finale Provokation nannte Kulis seinem Opfer die Termine für die Führerschein-Nachschulung: Sie würde im Zweiwochen-Rhythmus und stets am Wochenende - also synchron mit den Formel-1-Rennen, bei denen Marko immer vor Ort ist - stattfinden. Marko, der seinen Landsmann nicht erkannt hatte, zeigte nach dem Outing von Kulis, dass es sich nur um einen Scherz gehandelt habe, Humor: "Gut verstellt, mein Freund!"

Im Nachhinein kann Marko über die Geschichte lachen: "Das war saublöd", sagt er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich bin von Wien nach Graz und von Graz irgendwohin weiter geflogen. Der Flug hatte Verspätung. Die haben mich von einem Flieger zum anderen gefahren. Während ich vom einen Flieger aussteige, ruft mich einer an. Ich habe nur halb verstanden, was er gesagt hat, und bin voll reingefallen!"

"Am nächsten Tag habe ich mir das angehört", erinnert er sich. Eigentlich, findet er, hätte er das gleich durchschauen müssen. Wegen des merkwürdigen Namens Rotenbuller und weil nach 17 Uhr in Österreich keine Beamten mehr arbeiten, wie er augenzwinkernd anfügt.

Aber: "Ich habe noch nie so viele lustige Anrufe bekommen wie am nächsten Tag. Die haben sich alle gefreut, dass ich denen auf den Leim gegangen bin", sagt Marko.

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