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Fisichella: "Der Traum bleibt immer der Traum"

15. April 2008 - 14:13 Uhr

Realistisch betrachtet glaubt Giancarlo Fisichella nicht mehr an den WM-Titel, ganz aufgeben will er diesen großen Traum aber noch nicht

Giancarlo Fisichella
Giancarlo Fisichella geigt ohne Traktionskontrolle wie in alten Tagen auf
© Force India

(Motorsport-Total.com) - Im Schatten der Schlagzeilen um die Youngsters Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Co. scheint es Altstar Giancarlo Fisichella momentan zu schaffen, sein seit den Renault-Jahren doch arg angeschlagenes Standing wieder aufzupolieren. Was der dreifache Grand-Prix-Sieger derzeit mit dem Force-India-Ferrari VJM01 aufführt, ist nämlich durchaus beeindruckend.

Obwohl er normalerweise im Hinterfeld fährt und daher nur selten von den TV-Kameras erfasst wird, war er beim Bahrain-Grand-Prix rundenlang zu sehen, als er Hamilton tapfer hinter sich hielt. Der McLaren-Mercedes-Pilot benötigte mehrere Runden, um an Fisichella vorbeizugehen, und schickte dem um zwölf Jahre älteren Kollegen beim Überholmanöver in Form einer Geste mit der Hand einen "lieben Gruß" rüber.

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Klare Nummer eins bei Force India

"Realistisch gesehen weiß ich, dass es in den nächsten paar Jahren unmöglich sein wird."
Giancarlo Fisichella

Fisichella hat momentan auch seinen hoch eingeschätzten Stallgefährten Adrian Sutil sicher im Griff, war in allen drei bisherigen Qualifyings deutlich schneller und ist natürlich die klare Nummer eins bei Force India. In Bahrain fuhr er sogar die elftbeste Rennrunde - vor beiden Renaults! Und trotzdem ist ihm klar, dass er mit seinen 35 Jahren realistisch betrachtet wahrscheinlich keine Chance mehr hat, eines Tages Weltmeister zu werden.

Denn der ewige Underdog hatte 2005 und 2006 bei Renault die Gelegenheit, um den Titel zu fahren, machte aber gegen Fernando Alonso keinen Stich. Dass er noch einmal bei einem Topteam unterkommen wird, gilt als unwahrscheinlich, aber: "Der Traum bleibt immer der Traum", erklärte er im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Es ist weiter mein Traum, Weltmeister zu werden, aber realistisch gesehen weiß ich, dass es in den nächsten paar Jahren unmöglich sein wird."

Vorerst einmal muss er jedenfalls kleinere Brötchen backen: "Ich habe hier einen Zweijahresvertrag. Für mich ist das Ziel, mit dem Team zu wachsen, das Team in eine bessere Situation zu bringen und in einigen Rennen Punkte zu holen. Es wäre nett, ein- oder zweimal auf das Podium zu fahren. Ich weiß, dass das sehr schwierig, ja fast unmöglich ist, aber ich werde mein Bestes geben. Man weiß nie", sagte Fisichella.

FMS als zweites Standbein

"Im Moment denke ich nicht an Rücktritt."
Giancarlo Fisichella

Für die Zeit nach der Formel 1 baut er gemeinsam mit seinem Manager Enrico Zanarini und der Coloni-Familie Fisichella Motor Sport (FMS) auf, ein Imperium, das ein GP2-Team einsetzt und den Bau einer Motorsportakademie in Italien plant. Dabei hat er noch nicht vor, den Helm an den Nagel zu hängen: "Im Moment bin ich 35. Ich genieße noch, was ich tue, und ich liebe diesen Sport. Im Moment denke ich nicht an Rücktritt, sondern ich freue mich darauf, noch ein paar Jahre Formel 1 zu fahren", kündigte der Routinier an.

Das vollständige Interview mit Giancarlo Fisichella können Sie morgen auf 'Motorsport-Total.com' nachlesen und auch -hören. Unter anderem sprachen wir mit ihm über seinen Teamkollegen, den er bei aller Wertschätzung im Griff zu haben scheint, über den Traum vom Ferrari-Vertrag, der für ihn nie wahr geworden ist, und die Max-Mosley-Affäre, über die der Force-India-Pilot zunächst einmal lachen musste...