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Die Saisonbilanz 2009 (6): Team Engstler

Ein spannendes Rennjahr in der Tourenwagen-WM ist abgeschlossen: 'Motorsport-Total.com' nimmt die Protagonisten unter die Lupe - Heute: Team Engstler

(Motorsport-Total.com) - Vor Saisonbeginn kennen Ehrgeiz und Motivation keine Grenzen, doch am Jahresende können freilich nur ein Rennfahrer und ein Team die begehrten Titel in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) abstauben. Aber welcher Rennstall hat sich in der abgelaufenen Saison besonders hervorgetan und wie war es um das Abschneiden der deutschen Teilnehmer bestellt? 'Motorsport-Total.com' blickt zurück auf das Rennjahr 2009 und nimmt die Protagonisten unter die Lupe. Heute: Team Engstler.

Franz Engstler

Franz Engstler und sein Team schlugen sich auch 2009 sehr achtbar in der WTCC Zoom

Die Saison 2009 wird Franz Engstler und seinem Rennstall sicherlich noch für geraume Zeit in Erinnerung bleiben. Nach dem herausragenden Debütjahr in der Independents' Trophy 2008 hatte sich das Privatteam einiges vorgenommen: "Für uns war der Titel in der Privatfahrerwertung das erklärte Ziel", sagt Teammanager Kurt Treml. Es sollte allerdings alles ganz anders kommen.#w1#

Coronel und Porteiro sind eine Nummer zu groß

Noch bevor die Saison überhaupt begonnen hatte, musste die Mannschaft aus dem Allgäu einen ersten Rückschlag hinnehmen: Der frühere Titelträger Tom Coronel und der ehemalige Werksfahrer Félix Porteiro stießen kurzfristig zur Riege der Privatiers hinzu und verschärften den Wettbewerb wesentlich - sehr zum Leidwesen des Engstler-Teams, das sich gute Chancen ausgerechnet hatte.

Franz Engstler

Immer mittendrin: Franz Engstler hielt auch 2009 in der Trophy-Spitzengruppe mit Zoom

Und die Befürchtungen der deutschen Privatmannschaft sollten sich bewahrheiten: Teamchef und Pilot Engstler belegte in der Endabrechnung den dritten Rang - hinter Coronel und Porteiro, die 2009 zumeist nicht in der Reichweite des 48-Jährigen lagen. "Gegen diese zwei kamen wir halt nicht an", meint Treml, zieht aber dennoch ein positives Fazit: "Mit Rang drei können wir zufrieden sein."

"Ich denke, wir konnten zeigen, dass wir an das sehr gute erste Jahr anknüpfen konnten. Wenn es die Eigendynamik des Rennens zulässt, dann sind wir auch dazu in der Lage, mit den Werksfahrern mitzuhalten", gibt Teammanager Treml zu Protokoll. Doch genau solche Glanzpunkte blieben Engstler und seinem Team in dieser Saison verwehrt: Immer wieder traten neue Hindernisse auf den Plan.

Wenn das Safety-Car verrückt spielt...

Das ungewöhnlichste von allen war der kuriose Zwischenfall von Pau, als das Safety-Car der WTCC ohne Aufforderung der Rennleitung auf die Strecke schlich und mitten in die Ideallinie des Führenden hineinzog. Engstler, der den WM-Lauf auf dem französischen Stadtkurs zu diesem Zeitpunkt souverän angeführt hatte und auf dem Weg zu einer faustdicken Sensation war, hatte überhaupt keine Chance.

Franz Engstler

In Pau wurde Franz Engstler in Führung liegend vom Safety-Car abgeschossen Zoom

Das "Sicherheitsfahrzeug" räumte den Routinier ab und in die Leitplanken - und zurück blieben viele entsetzte Zuschauer, ein total zerstörter Rennwagen sowie ein - glücklicherweise - unverletzter Franz Engstler, der sein Pech kaum fassen konnte. Just wenige Wochen zuvor hatte der Deutsche noch seinen ersten Saisonsieg eingefahren, nun war der Erfolgsfaden des Privatfahrers abrupt gerissen.

Für 'Eurosport'-Kommentator Uwe Winter war dieses Ereignis der Wendepunkt der Engstler-Saison: "Sicherlich wäre mehr möglich gewesen, wenn nicht der wahnsinnige Safety-Car-Fahrer in Pau das Rennen von Franz und dessen BMW zerstört hätte", so der TV-Experte bei seiner Teamanalyse auf 'Motorsport-Total.com'. "Danach dauerte es einige Zeit, bis Franz wieder seinen Rhythmus fand."

Engstler kämpft sich immer wieder zurück

"Aber auch das ist typisch für Franz: Er gibt nie auf", sagt Winter, merkt aber an: "Die fehlenden Punkte schmerzen natürlich besonders, da sogar der erste Gesamtsieg möglich gewesen wäre." Es hat nicht sollen sein. Statt weiteren Höhenflügen schien Engstler geradezu von einem Tief ins andere zu schlittern: Beim Heimspiel in Oschersleben startete er von der Pole, doch dann streikte die Technik.

Franz Engstler

Licht und Schatten für Franz Engstler: Nicht immer war ihm 2009 das Glück hold Zoom

Wieder hatte eine Sensation in der Luft gelegen, wieder konnte der von Liqui Moly geförderte Teameigner seine wahre Leistung nicht zeigen - selbst ein versöhnlicher Saisonabschluss war Engstler nicht vergönnt: In Macao wurde der 48-Jährige in einen schweren Unfall verwickelt, der sogar einen Rennabbruch nach sich zog. Für Engstler fand die Saison 2009 im Krankenhaus ein Ende.

"Ein weiterer unverschuldeter Totalschaden und Franz wurde dabei kräftig 'durchgeschüttelt'", fasst Winter den heftigen Crash seines Landsmanns zusammen. "Vielleicht ist das der Zeitpunkt, wo man als Familienvater und beschäftigter Geschäftsmann, der die 50 anvisiert, darüber nachdenkt, die Rolle zu wechseln. Bis zum nächsten Renneinsatz bleibt diesmal mehr Zeit, als damals in Pau", so Winter.

Gastfahrer Geipel mit soliden Auftritten

Doch Untätigkeit ist nicht das Ding des BMW Privatiers: "Der Franz ist schon ein Phänomen", meint 'Eurosport'-Experte Winter und erklärt: "Er ist der älteste Starter in der WTCC, als Geschäftsmann zeitlich eingebunden und zeigt seinen jüngeren Teamkollegen seit Jahren, wo der Hammer hängt. Platz drei in der Privatfahrerwertung hinter den Semiprofis Coronel und Porteiro ist aller Ehren wert."

Philip Geipel

Gastfahrer Philip Geipel wusste bei seinen beiden Auftritten durchaus zu überzeugen Zoom

Stallgefährte Kristian Poulsen blieb deutlich hinter seinem Teamchef zurück, findet Winter: "Mangelnden fahrerischen Einsatz kann man Poulsen sicherlich nicht unterstellen, aber seine Fehlerquote ist zu hoch." Als früherer Rallye-Pilot sei der Däne den Zweikampf nicht so sehr gewohnt - "in den Duellen mit einigen Raufbolden der Trophy zog Kristian daher mehrfach den Kürzeren."

Anders Gaststarter Philip Geipel, der bei seinen Engstler-Einsätzen "einen guten Eindruck" hinterlassen hat, wie Winter abschließend festhält. In Brands Hatch und Oschersleben mischte der 23-Jährige munter mit - ein aussichtsreicher Kandidat für die Zukunft? Winter: "Aus deutscher Sicht wäre es schön, wenn wir in Philip 2010 in der WTCC mal wieder ein junges Gesicht sehen könnten..."¿pbvin|64|2179|wtcc|0|1pb¿

Das Rennjahr des Engstler-Teams in Zahlen

Fahrer:
# 25 Franz Engstler (Deutschland)
# 26 Kristian Poulsen (Dänemark)
# 38 Philip Geipel (Deutschland)*
# 48 Masaki Kano (Japan)*
# 51 Henry Ho (Macao)*
# 53 Liu Lic Ka (Macao)*
# 55 Joseph Rosa Merszei (Macao)*

* Gaststarter

Siege: 2
Doppelsiege: 0
Podien: 12
Pole-Positions: 2
Schnellste Runden: 2

Platzierung in der Gesamtwertung Team:
03. Engstler - 212 Punkte

Platzierung in der Gesamtwertung Fahrer:
03. Franz Engstler - 158 Punkte
06. Kristian Poulsen - 50
12. Philip Geipel - 15
15. Henry Ho - 11
24. Masaki Kano - 3
29. Joseph Rosa Merszei - 2

Nicht gewertet, da keine Punkte:
Liu Lic Ka

Wie geht es 2010 weiter?

Hauptsponsor Liqui Moly hält Franz Engstler und seinem Team die Treue - die Privatmannschaft aus dem Allgäu wird auch in der kommenden Saison in der Tourenwagen-WM vertreten sein. Wer 2010 ins Lenkrad greift, steht allerdings noch nicht fest. In Planung ist zudem die Etablierung eines chinesischen WTCC-Teams, das von der erfahrenen Engstler-Crew angeleitet werden soll.

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