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Die Saison im Rückblick (4): Die Independents' Trophy 2009

Das Rennjahr der Tourenwagen-WM ist beendet: 'Motorsport-Total.com' blickt zurück auf eine spannende und aufregende WTCC-Saison

(Motorsport-Total.com) - Am 22. November 2009 fiel die Entscheidung: Nach 24 WM-Läufen und über 1.200 Rennkilometern sahen die Protagonisten der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) in Macao die Saison-Zielflagge. Auch die Konkurrenz der Privatfahrer wurde erst zum Schluss entschieden: Tom Coronel (SEAT) setzte sich letztendlich knapp gegen Félix Porteiro (BMW) durch und holte sich seinen zweiten Titel. 'Motorsport-Total.com' blickt zurück auf die Trophy-Saison 2009 und das WM-Duell der Privatiers.

Tom Coronel, Felix Porteiro

Félix Porteiro lag lange Zeit vorne, musste Tom Coronel am Ende aber ziehen lassen Zoom

Lange hatte Coronel auf diesen Augenblick warten müssen, doch unmittelbar vor dem Saisonauftakt in Brasilien hatte der "fliegende Holländer" endlich Gewissheit: Zum ersten Mal seit 2006 durfte der 37-Jährige wieder als waschechter Privatfahrer an den Start gehen, was vor allem den Rivalen nicht sonderlich schmeckte. Als auch noch der frühere Werksfahrer Porteiro zum Reigen der Privatiers hinzu stieß, war die Independents' Trophy der WTCC um zwei Titelfavoriten reicher...#w1#

Curitiba (Brasilien) - 8. März 2009

Dieser Umstand sollte sich schon beim ersten WM-Auftritt nach der langen Winterpause bemerkbar machen, denn Porteiro verblüffte mit seinen beiden Auftakterfolgen den gesamten WTCC-Zirkus. Ohne nennenswerte Testfahrten unternommen zu haben, pilotierte der spanische Rennfahrer seinen BMW in Curitiba zu zwei souveränen Klassensiegen und staubte noch dazu einige Bonuspunkte ab.

Egal ob Regen oder Trockenheit - gegen Porteiro schien zum Saisonauftakt kein Kraut gewachsen zu sein. Coronel und sein neuer Teamkollege Tom Boardman (SEAT) hinterließen aber ebenfalls einen guten Eindruck und sammelten ihrerseits viele Punkte. Während Franz Engstler (BMW) an seine gute Leistung von 2008 anknüpfen konnte, hatte Wiechers-Fahrer Stefano D'Aste (BMW) reichlich Pech.

Puebla (Mexiko) - 22. März 2009

Felix Porteiro, Marin Colak, Miguel E. Abed, Autódromo Miguel E. Abed

Félix Porteiro war vor allem zu Beginn der Saison eine Privatier-Klasse für sich Zoom

Dies sollte sich aber schon beim zweiten Wochenende in Puebla ändern, denn in Mexiko fuhr D'Aste gleich zweimal auf das Privatierpodium und untermauerte damit seine Titelansprüche. Das tat auch Porteiro, indem er erneut beide Sprintrennen für sich entschied und seine Konkurrenten aus der Independents' Trophy wieder überraschte: Der 26-Jährige hatte nach vier Rennen schon 53 Punkte!

Spätestens ab diesem Zeitpunkt galt Porteiro als haushoher Favorit auf die WM-Krone der Privatfahrer, zumal seine Verfolger allesamt mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen hatten: Coronel musste sich eines starken Teamkollegen erwehren, D'Aste litt bereits unter den verpassten Punkten von Brasilien und Engstler tat sich nicht gerade leicht, gegen Markenkollege Porteiro anzukommen.

Marrakesch (Marokko) - 3. Mai 2009

In Afrika begann sich das Blatt allerdings zu wenden - doch nicht die routinierten Stammfahrer beendeten die Erfolgsserie von Spitzenreiter Porteiro, sondern WTCC-Debütant Mehdi Bennani (SEAT). Der marokkanische Rennfahrer ging in Marrakesch erstmals überhaupt in der WM an den Start und belegte beim Debüt seiner Heimstrecke gleich den ersten Klassenrang bei den Privatiers.

Weil Boardman nicht eingereist war und Coronel, D'Aste sowie Porteiro nur mäßig punkteten, schlug am dritten Rennwochenende zugleich die Stunde von Engstler: Der Deutsche holte sich im zweiten Rennen den Sieg und staubte noch dazu reichlich Bonuszähler ab, sodass der Teamchef und Fahrer in Personalunion sein Punktekonto in Marrakesch um insgesamt 26 Trophy-Zähler aufstocken konnte.

Pau (Frankreich) - 17. Mai 2009

Franz Engstler

Das Safety-Car warf Franz Engstler in Pau aus dem Rennen - und aus dem Tritt Zoom

Auch beim vierten Wochenende stand Engstler im Zentrum der Aufmerksamkeit: Lauf zwei sah den 48-Jährigen an der Spitze liegen, nachdem er schon das erste Rennen in den Top 8 beendet hatte. Doch dann schlug das Safety-Car zu, fuhr ohne Anweisung der Rennleitung auf die Strecke und rammte Engstler von der Bahn. Die Sensation war futsch und das BMW Fahrzeug absolut schrottreif.

Ausgerechnet bei diesem schwierigen Event wusste sich Kristian Poulsen (BMW) so richtig in Szene zu setzen: Der Däne holte für das Engstler-Team einen ausgezeichneten zweiten Rang und musste sich nur Gaststarter Eric Cayrolle (SEAT) geschlagen geben - der französische Lokalmatador düpierte überraschend die Konkurrenz in Pau und fuhr im zweiten Rennen - statt Engstler - zum Klassensieg.

Valencia (Spanien) - 31. Mai 2009

Porteiro hatte in Pau indes nur vier Punkte gesammelt - und auch in Valencia sollten vor allem seine direkten Gegner auf der Strecke glänzen: Coronel feierte in Lauf eins seinen ersten Saisonerfolg und strich insgesamt satte 26 Punkte ein, Lauf zwei sah schließlich Wiechers-Fahrer D'Aste auf Position eins der Independents' Trophy. Der Italiener meldete sich mit 19 Zählern zurück im Titelkampf.

An der Tabellenspitze hatte sich nun ein Quartett herauskristallisiert, das sich ernsthafte Chancen auf den Gesamtsieg in der Privatfahrerwertung ausrechnen durfte: Neben Porteiro und Coronel spielten auch Engstler und D'Aste tragende Rollen im WM-Duell um den Trophy-Titel 2009. Doch schon wenige Wochen später schlug Porteiro erstmals erfolgreich zurück - mit einem neuen Rekord.

Brünn (Tschechien) - 21. Juni 2009

Felix Porteiro

In Brünn durfte Félix Porteiro wieder jubeln: 44 Trophy-Punkte sind ein Rekord Zoom

Der Proteam-Pilot war auf dem schwierigen Automotodrom Brno, das seit jeher als BMW Strecke gilt, außergewöhnlich schnell unterwegs. Porteiro beendete in Tschechien beide Sprintrennen in den Top 8 und konnte so auf einen Schlag 44 Zähler für die Independents' Trophy verbuchen - bis heute ist diese Bestleistung unübertroffen. Damit war der Spanier wieder eindeutig zurück auf der Siegerstraße.

Coronel musste sich in Brünn mit zwei zweiten Rängen zufrieden geben, hielt damit aber immerhin den überraschenden Gastpiloten Vito Postiglione (BMW) in Schach: Der italienische Rennfahrer schlug sich bei seinem dritten Auftritt in der WTCC überaus beachtlich und landete zweimal auf dem dritten Platz, Routinier Engstler strich in Tschechien in beiden WM-Läufen die vierte Position ein.

Porto (Portugal) - 5. Juli 2009

In Portugal verschob sich das Kräfteverhältnis erneut - dieses Mal zugunsten von D'Aste, der auf Stadtkursen stets hervorragend zurecht kommt. Dass auch die schnelle in Rennbahn von Porto genau in diese Kategorie fällt, machte D'Aste mit zwei souveränen Rennerfolgen deutlich. Der Wiechers-Pilot holte 22 Punkte und war damit klar der erfolgreichste Privatier beim dritten Stadtrennen des Jahres.

Coronel, Engstler und Porteiro griffen allesamt ebenfalls wichtige Punkte ab, schwer zu begeistern wusste aber auch Gaststarter Diego Puyo (SEAT). Der spanische Eurocup-Fahrer kam zweimal auf dem fünften Trophy-Rang über die Ziellinie und hatte damit sogar eine bessere Ausbeute aufzuweisen als Engstler-Stammkraft Poulsen - dieser kam in Portugal nicht über zwei sechste Plätze hinaus.

Brands Hatch (Großbritannien) - 19. Juli 2009

Tom Coronel, Tom Boardman, Stefano D'Aste

D'Aste, Boardman und Coronel lieferten sich in Brands Hatch ein enges Duell Zoom

Anders D'Aste: Der frühere Gesamtsieger der Independents' Trophy knüpfte in Großbritannien genau dort an, wo er in Portugal aufgehört hatte: D'Aste entschied den ersten Lauf von Brands Hatch für sich - und das, obwohl er in den Freien Trainings viel Zeit durch heftige Abflüge verloren hatte. Das zweite Rennen gewann etwas überraschend Boardman. Der Brite feierte beim Heimspiel den ersten Sieg.

Weil aber auch Coronel und Porteiro wieder ordentliche Ergebnisse einfuhren, veränderte sich die Situation an der Tabellenspitze nur geringfügig. Im Mittelfeld tat sich indes einiges: Das Engstler-Team brachte in Brands Hatch Philip Geipel (BMW) an den Start, der sich prompt mit einer starken Leistung revanchierte. Der Deutsche duellierte sich mit den Großen und fuhr gleich zweimal in die Punkte.

Oschersleben (Deutschland) - 6. September 2009

Damit hatte sich Geipel seinen Auftritt beim Heimrennen in Oschersleben redlich verdient - und mischte erneut munter mit: Nach Platz sieben im ersten Lauf kletterte Engstler-Pilot Geipel bei seinem erst vierten WM-Auftritt als Klassendritter mit auf das Siegerpodest von Deutschland und bestätigte seine gute Form von Großbritannien. Noch besser unterwegs war aber Routinier Coronel.

"Major Tom" fuhr der Konkurrenz in beiden Rennen auf und davon und strich beide Rennsiege ein, wodurch er Oschersleben mit 39 neuen Punkten verließ. Porteiro verlor an diesem Wochenende satte 34 Zähler auf seinen größten Rivalen und stand zumeist im Schatten seiner BMW Markenkollegen: Engstler und D'Aste waren in Lauf zwei aus Reihe eins gestartet - dann hatte das Pech zugeschlagen.

Imola (Italien) - 20. September 2009

Tom Coronel

Mit neuer Lackierung nahm Tom Coronel in Imola Kurs auf den Privatiertitel 2009 Zoom

So gab es beim Europafinale in Imola gleich mehrere Privatiers, die sich vor der Abreise nach Asien noch einmal besonders teuer verkaufen wollten - doch Coronel hatte das Glück auf seiner Seite, als das Feld geschlossen auf die enge Tamburello-Schikane zuraste: Während der Großteil der Autos im Gewühle festhing, schoss der 37-Jährige geradeaus durchs Kiesbett und geradewegs in die Top 8.

Für Porteiro, Engstler und D'Aste blieben da nur die Verfolgerpositionen, wobei D'Aste einmal mehr eine bessere Platzierung durch einen unverschuldeten Unfall eingebüßt hatte. Im zweiten Lauf revanchierte sich der Italiener aber bei seinen Fans und fegte als erster Privatier über die Linie - vor Porteiro, Engstler und Coronel, der mittlerweile den Trophy-Spitzenplatz übernommen hatte.

Okayama (Japan) - 1. November 2009

Weil Coronel in letzter Sekunde noch einige Sponsoren aufgetrieben hatte, konnte der "fliegende Holländer" in Übersee seiner Rennleidenschaft nachgehen und behielt im Regen von Okayama zunächst die Oberhand vor Porteiro und einem Neuling: Wiechers-Gastfahrer Seiji Ara (BMW) lieferte auf regennasser Strecke eine blitzsaubere Vorstellung ab, die mit Rang drei in Lauf eins belohnt wurde.

D'Aste und Engstler verpassten in Japan zunächst die Punkteränge, schlugen dafür aber im zweiten Rennen zurück: Wiechers-Pilot D'Aste feierte in Okayama seinen sechsten Saisonerfolg, Engstler schwamm auf Rang fünf. Porteiro, Coronel und Boardman schnappten sich die weiteren Punkteränge, womit eine Vorentscheidung gefallen war: Nur Coronel und Porteiro verblieben im Titelrennen.

Macao (China) - 22. November 2009

Tom Coronel

Wie schon 2006, so sicherte sich Tom Coronel auch 2009 den Trophy-Pokal Zoom

Dementsprechend musste bei den beiden letzten Sprintläufen des Jahres ein neuer Champion gefunden werden. 30 Punkte Vorsprung sprachen dabei freilich für Coronel, doch angesichts der verdoppelten Punkte hatte Porteiro in Macao durchaus noch realistische Chancen - "Major Tom" ließ auf seiner Paradestrecke aber überhaupt nichts anbrennen und entschied die WM bereits in Lauf eins.

Das zweite Rennen wurde von einem schweren Unfall überschattet, bei dem sich Engstler einen Bruch des Schlüsselbeins zuzog. Aufgrund des Rennabbruchs punktete der Deutsche dennoch und festigte damit WM-Rang drei vor D'Aste, der nach einem Trainingsunfall nicht mehr ins Geschehen eingegriffen hatte. Für den Wiechers-Fahrer endete das Jahr, wie es begonnen hatte: im Pech...

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