WEC-Zukunft in Sebring unsicher: Rennen mit IMSA "unmöglich"

Hat das Super-Sebring-Event von WEC und IMSA bald ausgedient? - Warum ACO-Präsident eine Doppelveranstaltung kritisch sieht

(Motorsport-Total.com) - Die Zukunft des gemeinsamen Super-Sebring-Events der FIA Langstrecken-WM WEC und der US-amerikanischen IMSA-SportsCar-Championship steht auf äußerst wackeligen Beinen. ACO-Präsident Pierre Fillon will eine Fortsetzung des 1.000-Meilen-Rennens am gleichen Wochenende wie das 12h-Rennen nicht bestätigen.

Titel-Bild zur News: Renn-Action bei den 1.000 Meilen von Sebring der WEC 2018/19

Quo vadis, WEC? Sebring steht in der Langstrecken-WM auf der Kippe Zoom

Auf einer Pressekonferenz in Daytona sagt der Franzose: "Es ist noch zu früh, um die Frage zu beantworten [wo ein Doppel-Event stattfinden wird]. Die Idee ist, eine Veranstaltung mit der IMSA fortzusetzen. Aber wir denken darüber nach, wie wir das machen können. Wir müssen überdenken, wie wir eine Doppelveranstaltung aufbauen können."

Es ist nicht das erste Mal, dass es hinter den Kulissen rumort. Schon 2019 forderte der damalige IMSA-Chef Scott Atherton von der WEC mehr Engagement, um das Event zu einem Erfolg zu machen. Inzwischen blickt man über den Tellerrand hinaus. Indianapolis wird von Streckenchef Roger Penske als möglicher Schauplatz ab 2024 ins Spiel gebracht.

Zwei Rennen an einem Wochenende "unmöglich"

Fillon lässt sich in dieser Frage jedoch nur so viel entlocken: "Ich kann [heute] sagen, dass unsere Partnerschaft fortgesetzt wird und wir weiterhin eine amerikanische Veranstaltung haben werden." Immerhin ist der US-Markt für die WEC ein enorm wichtiger.

Laut IMSA-Präsident John Doonan gebe es "eine lange Liste von Faktoren", die man bei der Suche nach der richtigen Rennstrecke für solch einen Double-Header berücksichtigen müsse. Einen dieser Faktoren kritisiert Fillon offen bei 'Sportscar365': Die Nebenrolle, die seine Langstrecken-WM am gemeinsamen Super-Sebring-Wochenende spielt.


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"Es ist unmöglich, weiterhin ein Rennen am Freitag und eins am Samstag zu haben", schimpft der Franzose. Und weiter: "Es ist schwierig für die Sponsoren und Hersteller, zwei Rennen [an einem Wochenende] zu haben. Wir müssen eine andere Lösung finden. Was die Lösung ist, weiß ich nicht. Die Idee ist, weiterhin ein gemeinsames Event zu haben."

Mögliche WEC-Tourstopps: Indy oder Road Atlanta?

Seit der Erstausgabe des Doppelevents in Sebring findet das 1.000-Meilen-Rennen der WEC am Freitag statt, das prestigeträchtigere 12-Stunden-Rennen der IMSA beschließt die Veranstaltung am Samstag. Zudem weicht die Langstrecken-WM aus Platzgründen in einen eigenen, improvisierten Paddock auf der Gegengeraden aus.

Doch wie könnte die Lösung aussehen? Indianapolis wäre insofern ein möglicher Austragungsort, da das Superspeedway voraussichtlich mehr Platz in der Boxengasse bieten würde. Außerdem bringt die Gerüchteküche ein WEC-Rennen auf der Road Atlanta ins Spiel, und zwar eine Woche vor dem IMSA-Saisonfinale, dem Petit Le Mans.

Laut Doonan würde die IMSA "jede Diskussion darüber begrüßen." Aber dass der in IMSA-Besitz befindliche Kurs bei Braselton im US-Bundesstaat Georgia im Gespräch sei, dementiert er. Sebring besitzt noch einen Vertrag mit der WEC bis einschließlich 2023. Der Saisonauftakt auf dem Flugplatzkurs findet in diesem Jahr am 17. März statt.


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