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Sieg beim Saisonauftakt in Spa: Neel Jani jubelt über "Traumstart" im GT-Auto

Gleich in seinem ersten GTE-Einsatz in der WEC fuhr Neel Jani an der Seite von Kevis Estre zum Sieg - Der Schweizer dankt seinen Teamkollegen für diverse "Tricks"

(Motorsport-Total.com) - Neel Jani hat im Motorsport schon fast alles gesehen, doch der Saisonauftakt der Langstrecken-WM (WEC) in Spa war für den Schweizer noch einmal etwas ganz Besonderes. Zahlreiche Siege feierte der inzwischen 37-Jährige während seiner Zeit in LMP-Autos, 2016 gewann er mit Porsche die 24 Stunden von Le Mans und den WM-Titel. Nun kam auch der erste Laufsieg in einem GT-Boliden dazu.

Kevin Estre, Neel Jani

Neel Jani feierte einen Traumeinstand in der GTE-Klasse der WEC Zoom

"Es ist natürlich ein Traumstart, mit einem Sieg in meine GT-Karriere in der WEC zu starten", sagt Lehrling Jani im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. An der Seite von Kevin Estre fuhr Jani in den Ardennen zu einem über weite Strecken überlegenen Sieg in der GTE-Pro-Kategorie. "Alleine schafft man es nicht. Einen großen Teil haben auch Kevin und das ganze Team beigetragen", stellt er klar.

Nach einem wenig erfolgreichen Intermezzo in der Formel E führte Janis Weg zurück zu den Sportwagen. Allerdings ist der langjährige Porsche- und Rebellion-Pilot nicht mehr in der Topklasse unterwegs, sondern wagte sich im Vorjahr auf bis dahin unbekanntes Terrain. Denn so vielseitig Janis Karriere auch ist, GT-Boliden gehörten noch nicht dazu.

Debüt in Sebring "Sprung ins kalte Wasser"

Sein Renndebüt im 911 RSR feierte er bei den 12 Stunden von Sebring im vergangenen November und kam an der Seite der erfahrenen GT-Haudegen Earl Bamber und Laurens Vanthoor direkt auf Rang zwei. "Das war wahrlich ein Sprung ins kalte Wasser. Da hatte ich noch sehr wenig Erfahrung. Aber es war eigentlich gut, weil da ich habe schnell viel gelernt unter Rennbedingungen", erklärt Jani.

Auch bei den folgenden Testfahrten im Winter sammelte er fleißig Erfahrungen und konnte sich dabei auch auf Richard Lietz und Gianmaria Bruni verlassen, die in der WEC das Schwesterauto pilotieren.


WEC 2021: 6 Stunden von Spa

"Bei den Testfahrten waren Kevin, aber auch Richie und Gimmi enorm offen, und haben ganz offen ihre Tricks auch gesagt, wie der RSR geholfen hat, welche Kerbs man nehmen muss. Das heißt, da habe ich schon eine große Lernkurve machen und auch eine Abkürzung nehmen können, weil die Jungs auch wirklich offen waren", richtet Jani seinen Dank an die Teamkollegen: "Der Sieg geht ein bisschen auch auf ihre Hilfe zurück."

In puncto Fahrverhalten habe er in Spa noch einmal "einen Riesenschritt gemacht", sagt er und erklärt, worin der größte Unterschied beim GT- Boliden liegt. "Der Kurvenspeed ist nicht das Problem. Es geht darum, zu lernen, was braucht das Auto, damit du dieses Gewicht in der Kurve rotieren kannst", erklärt er: "So viel gelenkt habe ich noch nie in Eau Rouge."

Janis ungewohnte Blicke in den Rückspiegel

Eine Umstellung für den langjährigen LMP1-Fahrer war es auch, plötzlich ständig in den Rückspiegel schauen zu müssen. Statt selbst an den langsameren Autos vorbeizufliegen, muss Jani nun aufpassen, nicht selbst im Weg zu stehen. Andererseits ist der Porsche an manchen Stellen genauso schnell oder sogar schneller, was zu heiklen Situationen führen kann.


Porsche 911 RSR-19 2021 Spec

"Die LMP, vor allem die LMP2 und der Toyota, sind ja nicht viel schneller in den langsamen Kurven als wir. Die letzte Schikane zum Beispiel, wenn die uns ausbremsen, dann sind die langsamer durch die Kurve als wir. Wir verlieren enorm viel Zeit", erklärt er mit Blick auf das Rennen in Spa.

Grundsätzlich sei es auch in diesem Bereich aber nur eine Frage der Zeit und des Lernprozesses. "Der Ingenieur hat sich ins Programm geschrieben, dass er eine Erinnerung kriegt, sobald ein LMP innerhalb von vier Sekunden zu unserem Auto ist. Dann gibt er uns einen Call und sagt ein LMP kommt näher, vier Sekunden, und dann wissen wir es. Dann kommst du in einen Rhythmus mit der Zeit", weiß Jani.

Und für seine weitere Laufbahn könne dies einen weiteren positiven Nebeneffekt haben. "Also ich denke mal, wenn ich wieder in den LMP steigen sollte, kann ich es nochmal besser, weil ich dann beide Seiten kenne", glaubt er.

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