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Manthey-Mitarbeiter bei Aktenzeichen XY für Zivilcourage ausgezeichnet

Lothar Christen rettet einem Gewaltopfer in einer Bochumer U-Bahn-Station das Leben - Auszeichnung mit XY-Preis im ZDF - 50 Menschen sahen weg

(Motorsport-Total.com) - Das Zweite Deutsche Fernsehen hat in seiner bekannten Sendung Aktenzeichen XY das Motorsport-Urgestein Lothar Christen zusammen mit der Ukrainerin Jelysaweta Kryschtal mit dem XY-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet.

Titel-Bild zur News: Lothar Christen erhielt vom ZDF einen Preis für Zivilcourage

Lothar Christen erhielt vom ZDF einen Preis für Zivilcourage Zoom

Der 72-jährige Motorsportler und die 22-jährige Kriegsgeflüchtete waren die ersten von rund 50 Zeugen, die an Silvester 2022 eine Gewalttat in der Bochumer U-Bahn-Station Lohring der Polizei meldeten. Das Opfer, laut ZDF "eines der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft", überlebte dank der Anrufe von Christen und Kryschtal bei der Polizei ein zweieinhalbstündiges Martyrium.

"Ich wollte mich mit meinen Kollegen in der Stadt auf ein Bier treffen. Es sollte ein schöner Tag werden", sagt Christen im ZDF. "Ich sah, wie ein Mann an der Wand lehnte und sie auf ihn einprügelten. Er ist zur Seite gekippt. Ich habe mich noch mal umgeschaut - rechts keiner, links keiner."

Da er selbst mit seinen 72 Jahren dem Angriff kaum Einhalt gebieten konnte, wählte Christen ohne Zögern den Notruf. "Ich habe etwa eine Minute mit den Polizisten gesprochen und ihnen die Dringlichkeit erklärt. Ich habe gesagt, dass da wahrscheinlich jemand zu Tode geprügelt wird", sagt er.

Wenig später bat auch Kryschtal, der die Deutschkenntnisse für einen eigenen Notruf fehlten, einen Freund, die Polizei zu verständigen. Polizei und Rettungskräfte trafen rechtzeitig ein, um die Täter festzunehmen und dem Opfer das Leben zu retten.

Der schockierende Teil der Geschichte kam erst im Laufe der Ermittlungen ans Licht: Das Opfer war mehr als zwei Stunden lang verprügelt worden. In dieser Zeit wurden rund 50 Personen Zeugen der Gewalttat, aber nur Christen wählte den Notruf. Zu diesem Zeitpunkt dauerte das Martyrium bereits zwei Stunden.

"Die Handlung, die 110 zu wählen, war wirklich nicht außergewöhnlich, und ich würde jedem empfehlen, es auch zu tun", sagt er. An die große Glocke hängen will er den Preis deshalb nicht.

Über eine halbes Jahrhundert im Motorsport

Lothar Christen, von allen nur "Moritz" genannt, ist Motorsportler durch und durch. Seit 1969 ist er aktiv, zunächst als Fahrer, seit 1972 im Team. Angefangen hat er als Monteur und Mechaniker, gleich im ersten Jahr folgte der erste Titel. 1976 war er im Team von Heinz Walter Schewe bei dessen Gewinn der Deutschen Rallye-Meisterschaft beteiligt.

Von da an ging es steil bergauf: Christen schraubte bei BMW in verschiedenen Tourenwagenserien und schließlich im Vorläufer der DTM, der DPM (Deutsche Produktionswagen Meisterschaft). In deren Debütjahr 1984 fuhr Volker Strycek im BMW 635CSi zum Titel.

Christen war damals "Mädchen für alles" und vereinte die Aufgaben des Teammanagers, Mechanikers und Ingenieurs in sich. Studiert hatte er nie, seine Ingenieurstätigkeit basierte ganz auf seiner praktischen Erfahrung als Mechaniker.

Volker Strycek, BMW, DTM, 1984

Lothar Christen war am Titelgewinn von Volker Strycek in der späteren DTM maßgeblich beteiligt Zoom

Weiter ging es im Audi-Werksteam in der unvergessenen Zeit der Gruppe B in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Als Mechaniker von Walter Röhrl betreute Christen den legendären Audi Sport Quattro S1 E2 und 1987 noch einmal den Audi 200 Quattro nach Gruppe-A-Reglement.

Seine motorsportliche Heimat fand Lothar Christen bei Raeder Motorsport, wo er viele Fäden zog und Kontakte vermittelte. Auch er selbst wurde vermittelt - beispielsweise im Jahr 2010, als Raeder kein Programm für das 24-Stunden-Rennen hatte, empfahl ihn Dirk Adorf ausdrücklich an Charly Lamm bei Schnitzer. Prompt gewann BMW mit dem M3 GT2 das Rennen.

Raeder stieg schließlich bei Manthey Racing ein. Obwohl offiziell im Ruhestand, ist "Moritz" immer noch in die Belange des Teams involviert und hilft aus - vor allem am Nürburgring. Alle 51 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife hat er miterlebt.

Für den DTM-Ableger des Teams gilt das weniger - hier sind die Zeiten der Alleskönner vorbei und viele Spezialisten gefragt. Dennoch war Christen bei der Meisterfeier von Thomas Preining dabei.

Seinen größten Dienst an der Gesellschaft leistete er nun abseits der Rennstrecke - in der Bochumer U-Bahn-Station Lohring. Neben Christen und Kryschtal wurden zwei weitere Menschen mit dem XY-Preis für andere Fälle ausgezeichnet.

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