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Reiterberger: Technisches Fachwissen ist laut Crewchief eine Ablenkung

BMW-Crewchief Pete Benson erklärt im Exklusiv-Interview, warum sich Markus Reiterberger mit seiner technischen Fachkompetenz selbst im Weg steht

(Motorsport-Total.com) - Markus Reiterbergers Rückkehr in die Superbike-Weltmeisterschaft hielt bisher einige Höhen und Tiefen bereit. Die Umstellung zur neuen BMW S1000RR fiel Reiterberger nicht leicht. Nach wie vor sucht der Superstock-Champion nach einer Abstimmung, mit der er sich beim Fahren wohler fühlt. Wir haben uns exklusiv mit Crewchief Pete Benson unterhalten und nach den Gründen für die Problem gefragt.

Markus Reiterberger

Markus Reiterberger im Gespräch mit Crewchief Pete Benson Zoom

"Es ist ein schwieriges Jahr, weil er das neue Motorrad nicht besonders mag im Vergleich zur alten Maschine. Das erschwert uns die Arbeit", bemerkt Benson. "Er fand noch nie eine Abstimmung, mit der er richtig zufrieden war. Auf einigen Strecken, wie zum Beispiel in Assen, war er stark. Das sind Strecken, die wenig harte Bremszonen und flüssige Sektionen haben. Doch Strecken mit harten Bremszonen haben ihm zu schaffen gemacht."

"Egal, wie wir das Motorrad abgestimmt haben, die Rundenzeiten haben sich nie großartig verändert. Das ist die ehrliche Antwort. Es gab verschiedene Ideen und Vorschläge von BMW und von uns. Aber abgesehen von Assen hat es sich nicht auf die Leistungen ausgewirkt", schildert Benson ernüchtert.

Abstimmungsprobleme: Reiterbergers Crew dreht sich im Kreis

Die Abstimmungen von Teamkollege Tom Sykes haben an Reiterbergers Maschine nicht funktioniert. "Man kann nicht ständig das Motorrad verändern. Dann dreht man sich in Kreisen. Man dreht sich in großen Kreisen und die Ergebnisse bleiben gleich. Es ist sehr schwierig. Man kommt an einen Punkt, an dem BMW grundlegende Änderungen bringt, die Situation aber unverändert bleibt", erklärt Benson.

Markus Reiterberger

Kein gutes Gefühl: Markus Reiterberger kämpft mit der 2019er-BMW Zoom

"BMW arbeitet sehr hart. Doch es lässt sich nicht über Nacht bewerkstelligen. Es ist Zeit nötig. Wenn man begrenzte Testzeit hat, dann wird es schwierig. Man muss bei den Rennen testen und dann wird die Aufgabe richtig schwierig", berichtet Benson im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Reiterberger bringt im Vergleich zu seinen Fahrerkollegen eine Menge Fachwissen mit. Privat schraubt der Obinger gern selbst an seinen Maschinen. Ist dieses Wissen eine Hilfe bei der Abstimmungsarbeit oder wird die Entwicklung dadurch gestört?

Steht sich Reiterberger mit seiner Expertise selbst im Weg?

"Es ist kein persönliches Problem für mich. In meinen Augen ist es ein Problem für ihn", kommentiert Benson. "Er muss sich auf das Fahren konzentrieren. Er ist der Fahrer und sollte nicht versuchen, ein Crewchief zu sein. Seine Feedbacks sind immer interessant und gefragt, doch er muss sich auf das Fahren konzentrieren, wenn er hier ist."


Fotos: Superbike-WM in Laguna Seca


"Die Fahrer, die Rennen gewinnen und an der Spitze fahren, denken an jedem Wochenende nur über eine Sache nach: das Fahren der Maschine. Ich würde also behaupten, dass es für ihn eine Ablenkung ist", erläutert der ehemalige MotoGP-Crewchief, der bereits mit Valentino Rossi, Nicky Hayden und Andrea Dovizioso zusammenarbeitete.

Kritiker behaupten immer wieder, Reiterbergers Psyche ist nicht so stark wie die seiner Gegner. Ein familiäres Umfeld ist für den 25-Jährigen extrem wichtig, um erfolgreich zu sein. Was sagt Benson zu Reiterbergers Psyche? "Die Zeit wird für sich sprechen. Ich möchte in der Öffentlichkeit keine Meinung dazu abgeben und Diskussionen lostreten", so der Neuseeländer.

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