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Die wahren Gründe für die Kawasaki/Ducati-Dominanz

Laut Jonathan Rea und Chaz Davies sind nicht die Regeln für das Ungleichgewicht verantwortlich: Die Briten sind sich mit Blick auf die Kräfteverhältnisse einig

(Motorsport-Total.com) - In der Vergangenheit begeisterte die Superbike-WM die Fans mit packenden Kämpfen und engen Rad-an-Rad-Duellen. Zuletzt konnten aber nur vier Fahrer Rennen gewinnen. Die Superbike-WM ist vorhersehbar geworden und die Fans langweilen sich. Die Dorna hat großes Interesse daran, die Serie wieder ausgeglichener zu gestalten. Ein seriennäheres Reglement (zur Story), die Einführung einer Einheitselektronik und ein Drehzahllimit werden diskutiert.

Jonathan Rea, Chaz Davies, Marco Melandri

Unspannend: Kawasaki und Ducati fahren momentan in einer eigenen Liga Zoom

Fragt man diejenigen, die momentan die Siege unter sich ausmachen, dann erhält man schnell den Grund für die Dominanz. "Es ist so, dass es zwei Hersteller gibt, die größere Anstrengungen investieren", kommentiert Ducati-Projektleiter Ernesto Marinelli diplomatisch im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Während Ducati und Kawasaki reine Werksteams an den Start schicken und sich selbst um die Entwicklung ihrer Superbikes kümmern, sieht es bei der Konkurrenz etwas anders aus.

Das Crescent-Yamaha-Team erhält Unterstützung aus Japan. Nach der enttäuschenden Saison im Vorjahr engagieren sich die Yamaha-Ingenieure stärker, doch genau genommen ist die Superbike-WM ein Projekt von Yamaha-Europa. Und auch Milwaukee-Aprilia steht in direktem Kontakt mit dem Werk. Doch die Entwicklung erfolgt nicht so direkt wie bei Kawasaki und Ducati.

Jonathan Rea

Kawasaki setzt in der Superbike-WM ein reines Werksteam ein Zoom

Im Lager von BMW gibt es eine klare Trennung, welche Bereiche des Motorrads vom Werk vorangebracht werden. Die BMW-Ingenieure kümmern sich um den Motor und die Elektronik, während Althea am Chassis arbeitet. Noch düsterer sieht es bei Honda aus: Ronald ten Kate erhielt seit vielen Jahren keinen Support von HRC und entwickelte die Fireblade mit seinem vergleichsweise kleinen Team. Das WSBK-Team von MV Agusta ist eng mit dem Werk verbunden, hat aber begrenzte Ressourcen.

"Yamaha hat ein neues Motorrad, Honda brachte in diesem Jahr ebenfalls eine neue Maschine. Nicht immer ist man mit einem neuen Modell sofort erfolgreich. Man muss sich etwas Zeit für die Entwicklung nehmen. Es hängt aber auch stark von den Fahrern ab. Die jetzige Dominanz ist das Ergebnis mehrerer Faktoren", betont Marinelli.

Jonathan Rea findet klare Worte

Jonathan Rea

Jonathan Rea: Der beste Fahrer, im besten Team auf dem besten Motorrad? Zoom

Weltmeister Jonathan Rea bringt es auf den Punkt: "Im Moment fahren die besten Fahrer für die besten Teams und haben die besten Motorräder. Das erschwert es den anderen Teams", so der dreifache Champion, der die WSBK seit 2015 mit Kawasaki dominiert.

Herausforderer Chaz Davies sieht es ähnlich: "Es gibt zwei Hersteller, die die ersten vier Positionen unter sich ausmachen. Das hat Gründe. Wir sind sehr engagiert, haben gute Budgets und fantastische Fahrer (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt der Brite. "Ich möchte den anderen Herstellern nichts absprechen, doch sie sind einfach nicht so stark engagiert wie wir und Kawasaki. Kawasaki hat ein reines Werksteam. Wir auch."


Fotos: Jonathan Rea feiert dritten Superbike-WM-Titel in Folge


"Ducati und Kawasaki schenken der Superbike-WM sehr viel Aufmerksamkeit, die anderen Hersteller nicht. Yamaha bemüht sich. Sie liegen nicht weit zurück. Mit etwas Zeit gelingt ihnen der Anschluss, denke ich. Es sind kleine Änderungen nötig und sie sind dran", analysiert Davies und erinnert an das Rennen in Misano: "Jordi Torres und Xavi Fores waren beim zweiten Lauf in Misano schnell genug für ein Podium. Mit einem guten Start und etwas zusätzlicher Motivation sind starke Ergebnisse möglich."

Konkurrenz lobt Kawasaki und Ducati

Eugene Laverty

Laut Aprilia-Pilot Eugene Laverty wären Regeländerungen der falsche Weg Zoom

"Kawasaki und Ducati sind so dominant, weil sie extrem hart arbeiten", erkennt auch Aprilia-Pilot Eugene Laverty neidlos an. "Diese beiden Teams und deren Fahrer haben sehr große Anstrengungen investiert. Wir konnten den Rückstand Stück für Stück verringern. Wir kommen näher. Doch es ist momentan noch nicht in Reichweite, sie beim Kampf um den Titel herauszufordern."

Laverty ist überzeugt, dass die Konkurrenz den Anschluss herstellen kann: "Ich denke, es ist für alle Hersteller möglich, die Lücke zu schließen. Das ist das Tolle an der Superbike-WM. Es wird viel über Regeländerungen gesprochen, doch ich denke nicht, dass das hilft", warnt der Nordire.

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