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Crewchief exklusiv: "Jonathan Rea ist einer der fünf besten Fahrer der Welt"

Pere Ribe schwärmt im Exklusiv-Interview von Jonathan Reas Können und ärgert sich, dass die MotoGP-Starts des WSBK-Rekord-Champions falsch bewertet wurden

(Motorsport-Total.com) - In der MotoGP-Saison 2012 erhielt Jonathan Rea die Chance, Casey Stoner bei zwei Rennen im Honda-Werksteam zu ersetzen. Für Rea war es ein Sprung ins kalte Wasser. Sowohl die RCV213, als auch die Bridgestone-Reifen und die Carbon-Bremsen waren für Rea Neuland.

Jonathan Rea

MotoGP 2012: Jonathan Rea beim Test der Honda RC213V in Brünn Zoom

Zudem musste der Brite von Wochenende zu Wochenende zwischen seinem Honda-Superbike und der MotoGP-Honda hin und her wechseln. Dennoch holte der damalige Honda-Pilot bei seinen MotoGP-Einsätzen zwei Top-8-Ergebnisse.

Für Honda waren ein achter Platz in Misano und ein siebter Platz in Aragon aber zu wenig, um Rea ein gutes Angebot zu machen. Ende 2014 verließ er Honda nach vielen gemeinsamen Jahren und wechselte zu Kawasaki. Seitdem ist er in der Superbike-WM ungeschlagen. Mit sechs WM-Titeln in Folge und bisher 99 Laufsiegen führt er die Statistiken deutlich an.

Crewchief Pere Riba stuft Jonathan Reas Ergebnisse als großen Erfolge ein

Crewchief Pere Riba kennt Jonathan Rea wie kaum ein anderer. Der Spanier fuhr am Ende seiner eigenen aktiven Karriere gegen Rea und kümmert sich seit der WSBK-Saison 2015 um das Kawasaki-Superbike des Nordiren. Wir haben exklusiv mit ihm gesprochen und uns erkundigt, was er zu den Gaststarts seines Schützlings in der MotoGP-Saison 2012 sagt.

Jonathan Rea

Dream-Team: Jonathan Rea mit Kawasaki-Crewchief Pere Riba Zoom

"Die Leute sprechen oft davon, wie er bei den beiden Rennen war, die er in der MotoGP fuhr. Er stürzte damals nicht, obwohl er von Honda stark unter Druck gesetzt wurde. In den Trainings war es nass. Dennoch fuhr er in den Rennen großartige Ergebnisse ein", kommentiert Pere Riba.

"Natürlich gewann er nicht. Die Leute, die das erwartet haben, sind dumm und verstehen den Sport nicht", ärgert sich der Crewchief des Superbike-Rekord-Weltmeisters im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Er holte großartige Ergebnisse. In der MotoGP ist es schwierig, das Optimum aus dem Paket zu holen."

Anpassung an die MotoGP verlangt Zeit, die Jonathan Rea nicht hatte

"Man benötigt mehr Zeit. Die Reifen sind spezieller und es handelt sich um einen Prototyp, bei dem man alles zusammenbringen muss, was wirklich schwierig ist. Dafür ist Zeit notwendig", bemerkt Riba. Da Rea nie ein gutes Angebot aus dem MotoGP-Fahrerlager erhielt, entschied er sich dazu, seine Karriere in der Superbike-WM fortzusetzen.

Jonathan Rea

Verregnete Trainings erschwerten Jonathan Rea die Arbeit zusätzlich Zoom

Die Frage, was Rea in der MotoGP erreicht hätte, wird somit nie beantwortet werden. "Wenn Jonathan vor zwei oder drei Jahren in die MotoGP gewechselt wäre, einen guten Vertrag in einem guten Team bekommen hätte, dann wäre er auch an der Spitze gefahren. Das weiß ich. Was die feinen Details angeht, ist Jonathan beeindruckend", lobt Riba seinen Schützling.

Der Crewchief des Superbike-Weltmeisters har ein passendes Beispiel parat, um Reas Klasse zu veranschaulichen. "Es wird bereits in der ersten Runde einer Session deutlich", bemerkt Riba und erklärt: "Er hat einen sehr feinfühligen Sensor, der zusammen mit seinen Fähigkeiten zu verrückten Rundenzeiten in der ersten Runde führt."

Jonathan Rea

Ausnahmekönner: Besonders bei schwierigen Bedingungen zeigt Jonathan Rea seine Klasse Zoom

"Bei schwierigen Bedingungen ist er drei oder vier Sekunden schneller als alle anderen Fahrer. Das hinzubekommen, ist richtig schwierig. Doch in solchen Situationen zeigen sich die Fähigkeiten des Fahrers", erklärt der Crewchief des WSBK-Seriensiegers.

"Johnny kommuniziert jetzt mit seinem Motorrad wie mit einer Freundin. Es ist eine sehr innige Beziehung. Er versteht alles sehr schnell. Das ist Punkt eins. Punkt zwei sind seine natürlichen Fähigkeiten. Sein Können ist absolut beeindruckend. Jonathan ist in meinen Augen einer der fünf besten Fahrer der Welt, auch wenn man die MotoGP mitzählt", so der Crewchief des amtierenden Weltmeisters.

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