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  • 14.09.2021 · 11:11

  • von Roland Hildebrandt

Skoda Superb: Die Neuauflage wird 20 Jahre alt

Was als biedere Limousine anno 2001 begann, hat sich längst zu einem beliebten Modell von Skoda gemausert - Wir blicken zurück auf den Superb der Neuzeit

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Manche lästerten, der tschechische Staatspräsident bräuchte eine repräsentative Limousine. Andere mokierten sich über das biedere Design auf Basis der damaligen Langversion des VW Passat. Fest steht: Der Skoda Superb ist trotzdem zu einem Erfolg geworden. Jetzt wird die Neuauflage (es gab schon vor 1945 einen Superb) auch schon 20 Jahre alt.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

Die erste Generation des modernen Skoda Superb wird 20 Zoom

Ausgerechnet am 11. September 2001 debütierte die 4,80 Meter lange Stufenhecklimousine mit großzügigen Platzverhältnissen im Innenraum auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main. Kurios: Die ersten Pressebilder wurden am gleichen Ort in den USA aufgenommen wie beim Audi Avantissimo, eine Studie, die auch auf der IAA 2001 stand:

Die Fertigung von Modellen der Mittel- und Oberklasse hat bei Skoda eine lange Tradition. Bereits 1907, zwölf Jahre nach der Gründung von Laurin & Klement in Mladá Boleslav, brachte das noch junge Unternehmen mit dem Typ FF ein Fahrzeug auf den Markt, das echten Luxus bot. Der Achtzylinder-Reihenmotor stammte aus eigener Konstruktion. Es folgten weitere Modelle mit ebenso kräftigen wie laufruhigen, selbst entwickelten Aggregaten. Unter anderem verfügten die Motoren über eine innovative Knight-Schiebersteuerung.

Audi Avantissimo (2001)

Audi Avantissimo (2001) Zoom

Zwischen 1925 und 1936 nutzte der damalige Staatspräsident Tomá? Garrigue Masaryk neben zahlreichen weiteren Persönlichkeiten in dieser Zeit die Limousine Skoda Hispano-Suiza. Anfang der 1930er-Jahre bot der Automobilhersteller aus Mladá Boleslav eine breite Palette an Modellen mit Sechszylinder- (Skoda 633, 645 und 650) und Achtzylinder-Motoren (Skoda 860) an.

Zum Flaggschiff des Unternehmens wurde allerdings erst das neue Modell mit dem Namen Superb. In internen Dokumenten findet sich diese Bezeichnung erstmals am 22. Oktober 1934. Die Serienproduktion begann im Frühling 1935. Bis 1949 rollten knapp 900 Einheiten des Skoda Superb in fünf Varianten vom Band: Neben den Sechszylinder-Modellen 640 Superb (1934-1936) und Superb Typ 902 (1936) entstanden auch der Superb Typ 913 (1936-1939), der Superb 3000 OHV Typ 924 (1938-1949) sowie der Superb 4000 Typ 919 (1938-1940) mit V8-Motor. Viele dieser Modelle verfügten über besondere Karosserien, die speziell nach den Wünschen der jeweiligen Kunden gefertigt waren.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb Zoom

2001 führte Skoda die Modellbezeichnung wieder ein und präsentierte die erste Generation des modernen Superb. Damit unterstrich der tschechische Automobilhersteller seine dynamische Entwicklung, nachdem er zehn Jahre zuvor Teil des Volkswagen-Konzerns geworden war. Nach der Premiere des Octavia im Jahr 1996 folgte für Skoda damit nun auch die Rückkehr in die obere Mittelklasse.

Bereits Anfang September 2001 transportierte man den Superb noch vor seiner offiziellen Messepremiere zum Schloss Lány in Mittelböhmen, wo der damalige tschechische Präsident und große Autofan Václav Havel die neue Limousine ausgiebig Probe fuhr.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

Auch nach Havel fuhren die tschechischen Präsidenten im Skoda Superb Zoom

Am 11. September 2001 präsentierte sich der Skoda Superb auf der IAA in Frankfurt am Main schließlich erstmals der Weltöffentlichkeit. Das 4.803 Millimeter lange, 1.765 Millimeter breite und 1.469 Millimeter hohe Modell mit Frontantrieb verfügte über einen Radstand von 2.803 Millimeter. Die Motorenpalette für die Stufenhecklimousine umfasste drei Benzin- und zwei Dieselaggregate.

Der 2,0-Liter-Vierzylinder leistete 85 kW (115 PS), als weitere Benzinmotoren standen ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 110 kW (150 PS) sowie als Topversion ein 2,8-Liter-V6 mit 142 kW (193 PS) bereit. Mit ihm erreichte der Superb eine Spitzengeschwindigkeit von 237 km/h. Der 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo sowie der 2,8-Liter-V6 verfügten zudem über die innovative Fünf-Ventil-Technologie.

Für Kunden, die besonderen Wert auf niedrige Betriebskosten legten, war der 1,9-Liter-TDI mit 96 kW (130 PS) das Modell der Wahl, er punktete mit einem Normverbrauch von nur 5,7 Litern auf 100 Kilometer. Alternativ umfasste das Angebot einen Sechszylinder-TDI mit 2,5 Litern Hubraum und einer Leistung von 114 kW (155 PS). Für den Kraftschluss sorgte serienmäßig ein Sechsgang-DSG, in Kombination mit den beiden V6-Triebwerken war außerdem das Fünfgang-Automatikgetriebe Tiptronic erhältlich.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb Zoom

Der Skoda Superb überzeugte neben seiner technisch modernen Konstruktion auch mit zahlreichen innovativen Sicherheitsfeatures: Das Bremssystem verfügte bereits ab Werk über ABS und EDS, außerdem gehörte auch eine Anti-Schlupf-Regelung ASR zum Angebot. Bei den leistungsstarken Sechszylinder-Versionen kam außerdem das damals noch wenig verbreitete elektronische Stabilisierungssystem ESP inklusive Bremsassistent hinzu.

Zwei Frontairbags und zwei Seitenairbags in den Vordersitzen, jeweils für Fahrer und Beifahrer, rundeten die umfangreiche Sicherheitsausstattung ab. Zusätzliche Kopfairbags zum Schutz der vorderen und hinteren Passagiere waren auf Wunsch erhältlich.

Weitere Ausstattungsdetails waren Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integrierter Scheinwerfer-Waschanlage, elektrisch verstell- und beheizbare Vordersitze, eine Klimaautomatik sowie ein Navigationssystem mit Farbbildschirm.


Fotostrecke: 20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

Die Serienfertigung des neuen Skoda Superb lief am 1.Oktober 2001 im Werk Kvasiny an, nachdem der Standort für 200 Millionen Euro umfassend modernisiert worden war. Bis Jahresende entstanden 581 Fahrzeuge, bevor im Frühling 2002 die ersten Einheiten der komfortablen Stufenhecklimousine ausgeliefert wurden, inklusive einer lebenslangen Mobilitätsgarantie.

Die erfolgreiche Karriere der ersten modernen Superb-Generation endete im Jahr 2008. An den Produktionsstandorten in der Tschechischen Republik sowie in China, der Ukraine und in Kasachstan entstanden insgesamt mehr als 136.000 Exemplare.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

Die zweite Generation des Superb mit variabler Heckklappe Zoom

Im März 2008 präsentierte Skoda auf dem Genfer Auto-Salon die Nachfolgegeneration des Superb. Ein Jahr nach Markteinführung der Stufenheckvariante mit zweifach zu öffnender Heckklappe folgte 2009 endlich ein Superb Combi. Bis 2015 fertigte der tschechische Automobilhersteller 618.000 Superb der zweiten Generation.

Die dritte Generation des Superb sorgte bei ihrer Weltpremiere in Prag im Jahr 2015 nicht nur mit ihrer Designsprache für Aufsehen. Auch das nochmals großzügigere Raumangebot, die breite Palette moderner Assistenzsysteme und die hocheffizienten Motoren kamen bei Fachjournalisten und Kunden gleichermaßen gut an.

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb

20 Jahre Neuauflage des Skoda Superb Zoom

Zudem hielten mit der dritten Superb-Generation gleich mehrere technische Neuheiten Einzug in die Modellpalette des tschechischen Automobilherstellers: Neben dem adaptiven Fahrwerk Dynamic Chassis Control (DCC) waren auch erstmals der Parkassistent sowie eine Drei-Zonen-Klimaanlage erhältlich.

Noch im gleichen Jahr ergänzte der geräumige Superb Combi das Angebot. Mit dem Produktionsanlauf des Superb iV mit Plug-in-Hybridantrieb machte Skoda im Herbst 2019 den nächsten Schritt. Die Systemleistung des Modells liegt bei 160 kW (218 PS) und die Reichweite beläuft sich im rein elektrischen Modus auf bis zu 62 km (nach WLTP).

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Bis heute hat Skoda mehr als 700.000 Einheiten der aktuellen Superb-Generation produziert. Während der vergangenen 20 Jahre hat Skoda insgesamt rund 1,5 Millionen Einheiten des Skoda Superb ausgeliefert

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