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Skoda Octavia I (1996-2010): Neustart vor 25 Jahren

Mehr sieben Millionen Fahrzeuge des Skoda Octavia wurden bis heute gebaut. 1996 wurde der alte Modellname wiederbelebt - Wir blicken zurück

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Ist das auch schon wieder 25 Jahre her? Ja, ist es: 1996 startete Skoda mit dem wiederbelebten Namen Octavia in die Neuzeit. Er war die erste Entwicklung der Marke unter VW-Regie und entwickelte sich zu einem enormen Erfolg bis zur heutigen, fünften Generation. Wir werfen zum Jubiläum einen Blick zurück.

Und zwar noch weiter als 1996: Einen ersten Skoda Octavia gab es ab 1959 in der unteren Mittelklasse, als der 1955 vorgestellte Typ 440 umbenannt wurde. Bis 1971 lief der "Ur-Octavia vom Band". 25 Jahre später besann man sich wieder auf diesen Namen, nachdem bereits 1994 der stark überarbeitete Skoda Favorit als Felicia auf eine alte Bezeichnung zurückgriff.

Die Entwicklung des ersten Skoda-Modells in der unteren Mittelklasse in der modernen Geschichte des Automobilherstellers begann 1992, etwas mehr als ein Jahr, nachdem Skoda zum Volkswagen-Konzern gestoßen war.

Als Basis für das neue Modell diente die neue Konzernplattform PQ34, die sich der Octavia mit den Fahrzeugen der Schwestermarken (VW Golf IV, VW New Beetle) teilte, doch es war das erste Serienmodell auf Basis dieser modernen Fahrzeugarchitektur.

Skoda Octavia I (1996-2010)

Skoda Octavia I (1996-2010) Zoom

Ein Team unter der Leitung des Belgiers Dirk van Braeckel entwarf die Karosserie. Erstmals wurden in Mladá Boleslav die zeitlos eleganten Konturen mit digitalen CAD-Werkzeugen (Computer Aided Design) erstellt.

Eine Legende besagt, dass der eigentliche Entwurf in den Augen des damaligen tschechischen Präsidenten zu südländisch geriet, daraus wurde dann die zweite Generation des Seat Toledo. Wie auch immer: Die sachliche Linienführung verhalf dem Octavia I zu einem 14 Jahre langen Leben.

Der Octavia zeichnete sich unter anderem durch seine hohe aktive und passive Sicherheit aus. Während der Felicia bereits über Frontairbags verfügte, gehörten Seitenairbags nun zur Serienausstattung. Gleichzeitig verfügte das neue Modell ab Werk über ein Antiblockiersystem und ein hervorragendes Verformungsverhalten; es bestand alle vorgeschriebenen Crashtests ohne Probleme, auch das neu eingeführte Seitenaufprallszenario.

Skoda Octavia I (1996-2010)

Skoda Octavia I (1996-2010) Zoom

Auch die weit öffnende Heckklappe fand großen Anklang. Sie ermöglichte einen hervorragenden Zugang zum großzügigen Kofferraum, der mit einem Volumen von 528 bis 1.328 Litern viel Platz für Gepäck bot.

Die Serienproduktion begann in Mladá Boleslav am 3. September 1996. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine komplett neue, moderne Fertigungslinie einschließlich der angrenzenden Lackiererei in Betrieb genommen. Damit wuchs die Jahreskapazität des Autowerks um 90.000 auf 350.000 Fahrzeuge und Skoda wurde zum größten Industrieunternehmen in der Tschechischen Republik.

Zu Beginn hatten die Kunden die Wahl zwischen zwei Vierzylinder-Benzinmotoren und einem Turbodiesel. Als Basis diente der 75 PS (55 kW) starke 1.6 MPI. Daneben gab es einen 1,8-Liter-Motor mit innovativem Fünfventil-Zylinderkopf, der eine Leistung von 125 PS (92 kW) erbrachte.

Als moderner Turbodiesel mit Direkteinspritzung überzeugte der 1.9 TDI mit 90 PS (66 kW) und beachtlicher Durchzugskraft schon bei niedrigen Drehzahlen - der Norm-Durchschnittsverbrauch lag bei nur 5,1 Litern pro 100 Kilometer.

Skoda Octavia I (1996-2010)

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In den folgenden Jahren baute Skoda die Motorenpalette kontinuierlich aus, zum Beispiel mit der aufgeladenen Version des 1,8-Liter-Fünfventilmotors mit einer Leistung von 150 PS (110 kW) und dem 68 PS (50 kW) starken 1.9 SDI-Saugdiesel. Darüber hinaus ging der Octavia I als erstes Skoda-Modell mit Automatikgetriebe in die Geschichte des tschechischen Herstellers ein.

Im März 1998 folgte mit dem Octavia Combi eine zweite Karosserievariante, die ebenfalls Maßstäbe setzen sollte und einen großzügigen Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 548 bis 1.512 Litern bot.

Im Jahr 2001 erreichte der Combi einen Anteil von 40,5 Prozent an den Gesamtauslieferungen dieser Baureihe. Darüber hinaus war der Octavia das erste Serienfahrzeug des tschechischen Automobilherstellers mit Allradantrieb. Skoda Motorsport nutzte diese Technologie in der Rallye-Weltmeisterschaft mit dem World Rally Car, das auf dem Octavia basierte.

Skoda Octavia I (1996-2010)

Skoda Octavia I (1996-2010) Zoom

Die Modellpalette wurde in großen Schritten weiter ausgebaut. Mit dem (recht dezenten) Facelift des Octavia im Jahr 2000 kamen das elektronische Stabilisierungsprogramm ESP und die luxuriöse Top-Ausstattungslinie Laurin & Klement in die Serie. Ein Jahr später feierte auch die RS-Linie mit dem besonders sportlichen Octavia RS mit 180 PS (132 kW) ihr Revival.

Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage von Kunden aus dem In- und Ausland nahm Skoda im Werk Vrchlabí eine neue Montagelinie in Betrieb. Von der Beliebtheit der ersten modernen Octavia-Generation zeugt auch eine weitere interessante Tatsache: Nach der Präsentation des Nachfolgers im Jahr 2004 wurde er noch lange unter dem Namen Octavia Tour produziert - der letzte lief sogar erst im November 2010 vom Band.

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Damit endete eine mehr als vierzehnjährige Produktionszeit, in der insgesamt 973.071 Limousinen- und 472.492 Kombi-Versionen gebaut wurden. Über alle Octavia-Generationen hinweg hat Skoda bis heute (Stand: August 2020) weltweit mehr als sieben Millionen Einheiten seines Bestsellers produziert.

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