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Skoda Octavia Touring Sport (1960): Erfolgsheld im Rallye-Sport

Mit Modellen wie dem Octavia als sportlich ausgeführter Touring Sport konnte Skoda große Motorsport-Erfolge einfahren

(Motorsport-Total.com/Motor1) - 1956 war es soweit und Skoda kehrte in den internationalen Motorsport zurück. Und dabei ging es gleich prestigeträchtig zu, denn der Hersteller aus Mladá Boleslav startet erstmals seit 1949 wieder bei der Rallye Monte Carlo.

Das Fahrzeug der Wahl? Der Skoda Octavia Touring Sport, der im weiteren Verlauf der Geschichte auch bei weiteren internationalen Rallyes Skoda zu zahlreichen Erfolgen verhelfen sollte und so die Motorsporttradition des Automobilherstellers fortschrieb. Kommen Sie mit uns auf eine kurzweilige Zeitreise ...

Die Tradition dynamisch gestalteter und gleichzeitig alltagstauglicher Fahrzeuge begann bei Skoda schon recht früh. Und zwar in der Mitte der 1930er-Jahre mit dem Rapid. Er war etwas größer als der Popular, der 1937 als Limousine und Roadster mit Holz-Stahlmischrahmen und 27 PS aus einem 1,0-Liter-Vierzylindermotor auf den Markt kam.

Nachfolger des Rapid

Der Rapid konnte hingegen bereits zwei Jahre früher mit 31 PS aus einem 1,4-Liter-Vierzylinder und einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h punkten. Die Weiterentwicklung erschien dann 1938 mit 1,6-Liter-Hubraum, 42 PS und einem Topspeed von 110 km/h.

Skoda Octavia Touring Sport (1960)

Skoda Octavia Touring Sport (1960) Zoom

Es folgte der zweite Weltkrieg und anschließend unruhige Zeiten in der Tschechoslowakei. Die 1960er-Jahre waren dann erneut ein politisch ereignisreiches Jahrzehnt: Die vorsichtige Öffnung des Landes wollte auch Skoda für sich nutzen. Denn Erfolge im Motorsport eigneten sich seit jeher, um neue Modelle zu bewerben und so schickte der Hersteller seine Fahrzeuge wieder auf internationale Wettbewerbe.

Lange Marathon-Rallyes waren Belastungsproben für Mensch und Maschine, und die immer leistungsstärkeren und schnelleren Fahrzeuge sorgten für attraktive Rennen. Die Teilnahme an den Motorsportevents war zu dieser Zeit nur mit wenig Aufwand verbunden und viele Teams modifizierten ihre Autos selbst. Ein solides und zuverlässiges Basismodell genügte da, um im Teilnehmerfeld vorne mit zu fahren. Da bot sich ein Fahrzeug irgendwie an ... der Skoda Octavia Touring Sport (TS).

Motoren zwischen 40 und 55 PS

Den normalen Octavia gab es von 1959 bis 1964. Die Ausgangsversion verfügte dabei über einen 1.089 ccm großen Vierzylinder-Benziner, der zuerst 40 PS und nach einer Erhöhung der Kompression auf 7,5 im Jahr 1961 schließlich auf 42 PS kam. Im Octavia TS gab es hingegen zwei Hubraum- und damit auch zwei Leistungsvarianten zur selben Zeit - von 1960 bis 1964.

Skoda Octavia Touring Sport (1960)

Skoda Octavia Touring Sport (1960) Zoom

Der Octavia TS mit 1,1-Liter-Motor verfügte im Gegensatz zur Basisvariante über zwei Fallstromvergaser vom Typ Jikov 32 SOPb. Der Motor erhielt ein neues Ansaugrohr und verdichtete dank der Deflektoren an den Kolben im Verhältnis 8,4:1. Die Leistung stieg durch diese Modifikationen auf 50 PS bei 5.500 U/min, das maximale Drehmoment von 74,5 Nm lag bei 3.500 U/min an.

Die durch eine 72-Millimeter-Bohrung vergrößerte 1,2-Liter-Maschine im Octavia 1200 TS erreichte bei 5.100 U/min sogar 55 PS. Das maximale Drehmoment lag bei damals sagenhaften 86,2 Nm bei 3.500 Touren. Unter Privatkunden war das Modell ein beliebtes Tuning-Objekt: Durch entsprechende technische Modifikationen und mit der nötigen Erfahrung gelang es, die Leistung des Motors auf knapp 100 PS zu steigern. Insgesamt rollten in Mladá Boleslav von 1960 bis 1964 insgesamt mehr als 2.270 Einheiten des Octavia TS und des Octavia 1200 TS vom Band.

Erste Erfolge bei der Rallye Monte-Carlo

Gemeinsam hatten die deutlich unter 1.000 kg leichten TS-Modelle übrigens einen Zentralrohrrahmen, Einzelradaufhängung rundum sowie ein Vierganggetriebe, bei dem der zweite bis vierte Gang synchronisiert waren. Der Schalthebel befand sich auf dem Mitteltunnel.

Die für den Rallye-Einsatz modifizierten Fahrzeuge verfügten über 15-Zoll-Felgen mit Barum-Reifen, bei Wertungsprüfungen auf Schnee und Eis kamen Michelin-Reifen mit Spikes zum Einsatz. Schon bei den ersten Rallyes bewährte sich der Octavia als starker Konkurrent in der Kategorie unter 1.300 ccm. Das bemerkten neben skandinavischen Teams auch Teilnehmer aus Österreich, Polen oder Griechenland.

1961 belegte das finnische Duo Esko Keinänen und Rainer Eklund in Monaco den sechsten Platz in der Gesamtwertung und den ersten Platz in seiner Klasse. Ein Jahr später nahmen bereits 16 Fahrerteams aus acht Ländern mit dem Octavia an der Rallye Monte Carlo teil.

Wie bereits im Vorjahr dominierte der Finne Esko Keinänen die Klasse und gewann vor vier Fahrzeugen von Alfa Romeo. Auch bei der Tausend-Seen-Rallye ließ Esko Keinänen nahezu alle Konkurrenten hinter sich - mit Ausnahme von Pauli Toivonen im Citroën DS 19. Keinänen dominierte seine Klasse und belegte den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

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1963 konnte der Octavia TS seine Erfolgsserie fortsetzen. So siegte er in Monaco zum dritten Mal in seiner Klasse, diesmal mit dem norwegischen Duo Gjölberg und Karlan an Bord. Zu einem großen Erfolg fuhr er auch in Finnland: Auf Eis und Schnee steuerte Esko Keinänen das Fahrzeug auf den vierten Platz in der Gesamtwertung. Darüber hinaus belegten Josef Vidner und Bohuslav Stan?k bei der Tour d'Europe 1963 den ersten Platz in der Klasse bis 1.300 ccm und fuhren auf einen hervorragenden fünften Gesamtrang.

1964 wurde der Octavia dann durch das neue Modell 1000 MB beziehungsweise 1100 MB abgelöst. Mit Heckmotor startete Skoda in eine neue Ära und das Fahrzeug mit dem neuen Antriebskonzept wurde vorerst nicht offiziell im Rallye-Sport eingesetzt. Dies änderte sich erst 1971 mit dem Skoda 120S mit bis zu 120 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 220 km/h.

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