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Yamaha in Barcelona stark: Grip für Rossi dennoch "ein ziemlicher Schock"

Franco Morbidelli bringt Yamaha am Freitag an die Spitze - Valentino Rossi mit Luft nach oben in den Top 10 - Erneut Bremsprobleme bei Fabio Quartararo

(Motorsport-Total.com) - Yamaha hinterließ beim Trainingsauftakt der MotoGP in Barcelona einen starken Eindruck. Die Petronas-Piloten bescherten Yamaha zwei Trainings-Bestzeiten. Am Vormittag war Fabio Quartararo der schnellste Fahrer. Im FT2 schob sich Franco Morbidelli an die Spitze. Aber auch die Yamaha-Werkspiloten Maverick Vinales und Valentino Rossi schafften den Sprung in die Top 10.

Valentino Rossi

Valentino Rossi musste sich erst einmal an die schlechte Haftung gewöhnen Zoom

Morbidelli stellte im FT2 in 1:39.789 Minuten die Tages-Bestzeit auf. "Ich fühlte mich von Beginn an sehr wohl auf dem Motorrad und konnte bereits am Morgen sehr schnell fahren. Wir machten die richtigen Änderungen für den Nachmittag, um das Tempo anzuziehen. Ich war schnell. Ich bin mit dem Tag zufrieden", bilanziert der Italiener.

Reibungslos verlief der Tag aber nicht. Im FT2 stürzte Morbidelli über das Vorderrad. "Ich kam zu schnell in die Kurve 10 und der Reifen war bei der ersten fliegenden Runde noch zu kalt. Es war zu zeitig, um so hart zu pushen. Ich landete auf dem Boden. Ich wollte das Motorrad zurück an die Box bringen, um mit dem gebrauchten Reifen weiterzumachen, doch das gelang mir leider nicht", berichtet Morbidelli, der dennoch Bestzeit fuhr.

Erneut Bremsprobleme an Fabio Quartararos Yamaha M1

Nach der FT1-Bestzeit rutschte Teamkollege Fabio Quartararo am Nachmittag zurück und konnte sich nicht verbessern. Auf die finale Zeitenjagd musste der Franzose verzichten. Der Grund dafür war ein Bremsproblem. Bereits in Österreich bereitete die Bremse Probleme, doch dieses Mal kämpfte Quartararo mit anderen Symptomen.

"In Österreich ließ die Bremse von Runde zu Runde nach. Hier bremste ich und spürte keine Bremswirkung, doch als ich die Bremse löste, bremste das Motorrad. Es war merkwürdig", berichtet der Franzose. "Es fuhr sich sehr seltsam. Ich entschloss mich, an die Box zu kommen, weil es sehr schwierig war, so auf Zeitenjagd zu gehen. Es war riskant, zu stürzen. Deshalb kehrte ich an die Box zurück."

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo konnte bei der finalen Zeitenjagd nicht eingreifen Zoom

Barcelona ist für Quartararo eine gute Chance, die WM-Führung zurückzuerobern, denn WM-Leader Andrea Dovizioso erlebte einen schwierigen Auftakt. "Bereits in Misano hatte Ducati abgesehen von Bagnaia zu kämpfen. Doch wir konnten keine großen Vorsprung herausfahren. Ich möchte um den Sieg kämpfen und denke, dass das möglich ist. Ich denke, dass wir Punkte auf Dovi gutmachen müssen, wenn wir um die Meisterschaft kämpfen wollen", so Quartararo.

Maverick Vinales mit der Abstimmung zufrieden

Auf Position vier folgte am Freitag Maverick Vinales, der 0,419 Sekunden zurücklag. "Das Motorrad funktioniert fantastisch", freut sich der Spanier. "Wir haben eine ziemlich perfekte Abstimmung gefunden. Am Nachmittag fuhr ich mit dem Medium-Vorderreifen. Das ist nicht der optimale Reifen für uns, doch mein Rhythmus war gut. Das ist am wichtigsten."

"Am Samstag werden wir konzentriert bleiben und versuchen, etwas mehr Schwung mit in die Kurven zu nehmen", nennt er das Ziel für den zweiten Tag. Am Freitag drehte Vinales viele Runden mit vollem Tank, um sich für das Rennen am Sonntag zu rüsten.

Maverick Vinales

Maverick Vinales fühlt sich gut vorbereitet für den Katalonien-GP Zoom

"Ich arbeite in jedem Training an der Rennabstimmung, weil ich die Situation verstehen muss. Der Fahrstil ändert sich ziemlich stark. Wir waren sofort schnell, was am wichtigsten ist", bemerkt der Misano-2-Sieger, der mit einem Blick auf die lange Gerade keine allzu großen Sorgen hat.

"Dieser Kurs ist mit einem Blick auf die Gerade nicht die schlimmste Strecke für uns. Man kommt aus einer schnellen Kurve, in der wir eine gute Haftung haben am Ausgang. Es sieht besser aus. Doch wir müssen aus Reihe eins starten und ab der ersten Runde pushen", so Vinales.

Grip-Verhältnisse für Valentino Rossi "ein Schock"

Nach den zwei Rennen in Misano war Barcelona für die Fahrer eine große Umgewöhnung, denn der Belag auf der Strecke in Katalonien verfügt nicht ansatzweise über so viel Haftung wie der neue Asphalt in Misano. "Es war ein ziemlicher Schock", gesteht Valentino Rossi. "Wir kamen aus Misano, wo die Haftung sehr gut war. Hier in Barcelona gibt es viel weniger Grip. Doch das ist in Barcelona so."


Fotos: MotoGP in Barcelona


"Ich mag den Kurs trotzdem sehr. Schlussendlich lag ich auf der zehnten Position der Gesamtwertung. Doch mein Gefühl war besser und meine Rundenzeiten waren gut. Sicher müssen wir weiter arbeiten in einigen Bereichen. Doch es ist schwierig, das Motorrad zu kontrollieren. Man muss seinen Fahrstil anpassen, weil das Hinterrad stark rutscht. Doch ich fühle mich wohl und bin nicht so schlecht unterwegs", berichtet der MotoGP-Routinier.

"Die Reifenwahl ist vorne und hinten sehr offen", grübelt Rossi. "Der Medium- und der Soft-Reifen kommen in Frage. Es ist noch zu zeitig, um das richtig zu verstehen. Dafür benötigen wir mehr Runden. Wir hoffen, dass der Kurs besser wird und es trocken bleibt bis Sonntag. Dann sollten wir am Sonntag ein bisschen mehr Haftung haben."