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Tech3 über Augusto Fernandez: "Muss Potenzial in Ergebnisse umwandeln"

Augusto Fernandez analysiert seine Rookie-Saison - Von Teamchef Herve Poncharal gibt es Lob, aber da er so ruhig ist, "realisiert man oft nicht, dass er da ist"

(Motorsport-Total.com) - Augusto Fernandez hat seine erste MotoGP-Saison mit einem Sturz beim Saisonfinale in Valencia beendet. "Das war etwas enttäuschend, seine Rookie-Saison so zu beenden", kommentiert Tech3-Teammanager Nicolas Goyon. Aber dennoch fiel die Gesamtbalance positiv aus.

Titel-Bild zur News: Augusto Fernandez

Augusto Fernandez sammelte in 14 der 20 Grands Prix WM-Punkte Zoom

Fernandez beendete seine ersten elf Grands Prix alle in den WM-Punkterängen. Erster Höhepunkt war Platz vier in Le Mans. In Barcelona (Platz neun) und Motegi (Rang sieben) war er ebenfalls im vorderen Bereich des Feldes dabei.

Nach der konstanten ersten Saisonhälfte verlief der Herbst dann etwas durchwachsener. Es gab vier Ausfälle. Zweimal kam Fernandez außerhalb der WM-Punkteränge ins Ziel. Aber in Katar und in Valencia fuhr er in den Sprints in die Top 10 und zeigte seinen Speed.

"Augusto hat hohes Potenzial gezeigt", lobt Goyon deshalb. "Aber er muss das nun bestätigen und in Ergebnisse umwandeln. Wir sind uns sicher, dass er im nächsten Jahr stark sein wird." Als einziger Rookie war der 26-Jährige natürlich der beste Neuling der Saison.

"Es war ein hartes Jahr", blickt Fernandez selbst zurück. "Es war mental nicht einfach zu lernen, wie man mit einem MotoGP-Motorrad schnell fährt. Aber ich habe das Level und den Speed, um dabei zu sein."

"Ich habe mich in all den Rennen verbessert und bin der Spitze nähergekommen. Ich kam auch Brad [Binder] näher, der die Referenz bei KTM ist. Ich erwarte, dass es im nächsten Jahr etwas einfacher wird. Die Ziele sind natürlich höher."

"Es wird einfacher werden, in die Wochenenden zu starten. Ich bin immer über das Wochenende näher gekommen und hatte am Sonntag eine gute Performance. Aber beim nächsten Rennen beginnt man dann am Freitag wieder bei null. Das war etwas schwierig."

Auch das neue Format machte es für den Rookie nicht einfacher, da es weniger Trainingszeit als früher gab und man schon am Freitag Qualifying-Versuche abliefern musste. Auch die Verletzung seines Teamkollegen Pol Espargaro beim Saisonauftakt machte es für Fernandez nicht einfacher.


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Augusto Fernandez

Denn ursprünglich ist der Plan gewesen, dass sich der Rookie am Routinier orientieren könne. Stattdessen musste Fernandez im Frühling bei Tech3 die Rolle des Teamleaders übernehmen. Dafür erhielt er von Teamchef Herve Poncharal viel Lob.

Poncharal: "Manchmal realisiert man nicht, dass er da ist"

"Er war der Kapitän, obwohl er dafür noch gar nicht bereit war", sagt der Franzose. "Ich denke, er hat es recht gut gemacht. Das Problem ist, dass Augusto ein cleverer, junger Mann ist. Er ist niemand, der mit einem Fashion-Outfit oder einer fantastischen Freundin ins Paddock kommt."

"Es ist wie in der Schule. Man hat einen guten Schüler, der gut arbeitet und gute Noten hat. Aber er spricht nicht so viel und macht keine Probleme. Manchmal realisiert man gar nicht, dass er überhaupt da ist."

"Wenn ich an die Medien denke, und ich gebe ihnen nicht die Schuld, aber es wird mehr über Polemik und pikante News gesprochen. Das wollen die Leser wissen. Manchmal war es - ich möchte nicht frustrierend sagen, aber vielleicht war es das für das Team."

"Er wurde in Le Mans Vierter. Nur zwei Jungs sind vor ihm gestürzt, glaube ich. Also wäre er Sechster geworden. Er hat Aleix Espargaro in Schach gehalten und hatte nur eine Sekunde Rückstand auf Zarco, der Dritter war."

Herve Poncharal

Herve Poncharal ist mit der ersten Saison von Augusto Fernandez zufrieden Zoom

"Aber niemand hat darüber gesprochen. Wenn es ein Fahrer mit einem anderen Profil wäre, dann wäre vielleicht mehr darüber gesprochen worden. Aber seit Saisonbeginn wurde er nur gefragt, ob er seinen Platz retten kann, weil Pedro kommt und er rausgeworfen wird."

"Es tat mir leid, diese Fragen zu hören und sein Gesicht zu sehen", fühlt Poncharal mit seinem Fahrer. "Und obwohl er gesagt hat, dass er einen Vertrag für 2024 hat, hat ihm niemand geglaubt." Fernandez bleibt bei Tech3. Sein neuer Teamkollege wird Moto2-Champion Pedro Acosta.

Schlussendlich sammelte Fernandez in seiner Debütsaison 71 WM-Punkte und belegte Platz 17. "Vor der Saison war es natürlich das Ziel, Pol zu schlagen, der Führungsfahrer bei GasGas zu sein und den KTM-Jungs näherzukommen", sagt der Spanier.

"Ich glaube, die Ergebnisse zeigen nicht ganz, was wir leisten können und welchen Speed wir jetzt haben. Das ist auch Teil des Lernprozesses. Im nächsten Jahr gibt es keine Ausreden mehr. Für das nächste Jahr bin ich zuversichtlich, dass es ein starkes Jahr wird. Ich bin auch auf das neue Motorrad gespannt, das sicherlich ein Fortschritt ist."

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