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Sechs Hersteller in den Top 6: Silverstone setzt MotoGP-Maßstab

Erstmals seit fast 50 Jahren gab es wieder ein Rennen der Motorrad-Königsklasse mit sechs unterschiedlichen Marken in den Top 6 - Einschätzungen der Beteiligten

(Motorsport-Total.com) - Beim Grand Prix von Großbritannien in Silverstone wurde am vergangenen Sonntag MotoGP-Geschichte geschrieben. Erstmals seit Einführung dieser Klasse im Jahr 2002 wurden die Top-6-Positionen eines Rennens von sechs unterschiedlichen Marken belegt. Yamaha siegte mit Fabio Quartararo vor Suzuki (Alex Rins), Aprilia (Aleix Espargaro), Ducati (Jack Miller), Honda (Pol Espargaro) und KTM (Brad Binder).

Start zum GP Großbritannien 2021 in Silverstone: Pol Espargaro führt

Start zum MotoGP-Rennen in Silverstone 2021: Am Ende sechs Marken in den Top 6 Zoom

Die erste Reaktion von Rennsieger Quartararo lautete: "Ehrlich gesagt war mir das gar nicht bewusst." Mit etwas Bedenkzeit antwortet der Yamaha-Werkspilot: "Ich finde das toll. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich vor sechs, sieben Jahren die Rennen im Fernsehen verfolgt habe, dann liefen die meistens zwischen Honda und Yamaha ab. Jetzt aber sind alle Hersteller konkurrenzfähig. Mit Blick auf die Zukunft ist das natürlich interessant."

Rins führt den Gedanken von Quartararo noch fort, indem er anmerkt: "Schon im vergangenen Jahr war es hart umkämpft. Damals hatten wir so viele Sieger in einer Saison, dass wir beim Finale in Portimao ein Foto gemacht haben." Zur Erinnerung: Obwohl die MotoGP-Saison 2020 coronabedingt nur 14 Rennen umfasste, gab es neun unterschiedliche Sieger. "Das zeigt, wie eng es heutzutage zugeht. Ich finde das unglaublich", so Rins.

Die neun MotoGP-Rennsieger 2020: Brad Binder, Fabio Quartararo, Maverick Vinales, Franco Morbidelli, Joan Mir, Alex Rins, Andrea Dovizioso, Miguel Oliveira, Danilo Petrucci

Neun Rennsieger 2020: Binder, Quartararo, Vinales, Morbidelli, Mir, Rins, Dovizioso, Oliveira, Petrucci Zoom

Und auch Aleix Espargaro findet kaum die richtigen Worte für die aktuelle Leistungsdichte im MotoGP-Feld. "Es ist fantastisch, einfach verrückt. Das heutige MotoGP-Level ist höher als ich es jemals miterlebt habe. Es gibt so viele schnelle Fahrer im Feld. Es ist aber nicht nur eine Fahrer-WM, sondern auch eine Hersteller-WM. Ich weiß, wie wichtig für jeden Hersteller jede kleine Neuentwicklung ist."

"Das mitzuerleben ist doch großartig", so Espargaro, der herausstellt: "Es ist nicht so, dass alle Bikes gleich wären. Aber alle Bikes sind konkurrenzfähig. Man hat bei jedem der sechs Hersteller die Chance, einen guten Job abzuliefern. Das ist einfach unglaublich."

Das letzte Mal vor Silverstone 2021, dass ein Rennen der Königsklasse der Motorrad-WM mit sechs unterschiedlichen Marken in den Top 6 zu Ende ging, liegt fast 50 Jahre zurück. Es war 1972 das Rennen der 500er-Klasse beim Grand Prix von Jugoslawien in Opatija. Auf dem sechs Kilometer langen Stadtkurs siegte damals MV Agusta mit Alberto Pagani vor Yamaha (Chas Mortimer), König (Paul Eickleberg), Suzuki (Guido Mandracci), Husqvarna (Bo Granath) und Kawasaki (Charlie Dobson).

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