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Raul Fernandez 2022 in der MotoGP? Beirer zweifelt, Petronas lauert

Aufsteigen oder in der Moto2 bleiben: Diese Frage ist in Bezug auf Raul Fernandez noch offen - KTM will ihn halten, während bereits andere Teams anklopfen

(Motorsport-Total.com) - In den kleinen Klassen hat KTM mit Pedro Acosta, Raul Fernandez und Remy Gardner drei heiße Eisen im Feuer, um die Motorrad-WM auch in Zukunft aufzumischen. Gardners Aufstieg in die MotoGP ist bereits beschlossene Sache: Der Australier wird 2022 für das KTM-Satellitenteam Tech 3 in der Königsklasse antreten.

Raul Fernandez

Fernandez ist eng mit KTM verbunden, ein Wechsel aber nicht ausgeschlossen Zoom

Auch über einen Aufstieg seines Teamkollegen Raul Fernandez wird seit Wochen spekuliert. Als Rookie in der Moto2 hat er diese Saison bereits zwei Rennen gewonnen und stand insgesamt fünfmal auf dem Podium. In der WM rangiert der Spanier nach acht Rennen 36 Punkte hinter Gardner auf dem zweiten Platz.

Auch wenn sich Fernandez in der Moto2 also ganz offensichtlich schnell etablieren konnte, will er am liebsten ein weiteres Jahr dort verbringen. "Das letzte Mal, als ich mit Raul gesprochen habe, vor ein paar Wochen, hat er tatsächlich gesagt, dass er noch ein Jahr in der Moto2 bleiben möchte", verriet Pit Beirer kürzlich.

Wer sichert sich zweiten MotoGP-Platz bei Tech 3?

"Das gibt uns jetzt auch die Zeit, ein bisschen ruhig zu bleiben", erklärt der KTM-Motorsportchef im Gespräch mit 'Motorsport.com'. Denn zuletzt wurde viel über die künftige Besetzung des Satellitenteams in der MotoGP spekuliert. Nach der Verpflichtung von Gardner bleibt ein Platz für die Saison 2022 weiter vakant.

"Wir haben uns für Remy entschieden, weil wir an ihn glauben, und seit wir ihm gesagt haben, dass er aufsteigt, ist er noch stärker geworden und das ist so schön zu sehen, dass ihm das einen kleinen Vertrauensschub gegeben hat. Aber wir haben auch zwei wirklich gute Jungs bei Tech3 mit Iker (Lecuona) und Danilo (Petrucci)."

Beide kämpfen um ihren Sitz bei Tech 3 und damit auch den Verbleib in der Königsklasse. "Wir mögen beide und wir denken, dass der Job noch nicht erledigt ist", betont Beirer. "Also müssen wir jetzt Miguel und Brad besser machen, aber es ist jetzt auch ein großes Ziel auf unserer Seite, Iker und Danilo besser zu machen."

Beirer: "Alle haben eine Chance, im Team zu bleiben"

Bisher blieben sowohl Lecuona, der seit 2020 für Tech 3 fährt, und Petrucci, der in diesem Jahr von Ducati kommend hinzu stieß, hinter den Erwartungen zurück. Nur in gut der Hälfte der Rennen erreichten sie die Punkteränge. Seit dem Sachsenring fahren beide das neue KTM-Chassis, mit dem es aufwärts gehen soll.


Fotostrecke: 100 Mal ganz oben: Alle KTM-Rennsieger auf einen Blick

Beirer versichert: "Also gibt es zumindest eine Chance für alle, im Team zu bleiben, und Raul in der Moto2 zu behalten, genauso wie Pedro Acosta vielleicht noch in der Moto3. Wir wollen uns Zeit lassen, um diese Entscheidung zu treffen, also wird es in den nächsten Wochen keine Bestätigungen oder Neuigkeiten von KTM geben."

Zu viel Zeit darf man sich dabei jedoch nicht lassen. Denn die KTM-Talente haben auch das Interesse der Konkurrenz geweckt. So wurde Raul Fernandez zuletzt mit einem möglichen Wechsel zu Petronas-Yamaha in Verbindung gebracht, um dort den Platz von Valentino Rossi einzunehmen, dessen Rücktritt erwartet wird.

Petronas-Yamaha bestätigt Interesse an Fernandez

Um Fernandez zu sich holen, müsste Yamaha jedoch tief in die Tasche greifen. Denn bei KTM steht der Spanier noch bis einschließlich 2022 unter Vertrag. Johan Stigefelt, Teamdirektor bei Petronas-Yamaha, betonte gegenüber 'Motorsport.com' zuletzt: "Wir werden uns nicht in die Beziehung, die Raul mit KTM hat, einmischen."

"Natürlich mögen wir ihn und wir sind an ihm interessiert, weil er sehr schnell ist. Aber wenn er zu uns kommen will, muss er erst seine Situation klären", so Stigefelt. Einen Konflikt mit KTM wolle man vermeiden. Und Fernandez gibt sich, angesprochen auf die jüngsten Gerüchte über einen Wechsel, betont entspannt.

"Darüber weiß ich nichts. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit und will diese Kategorie genießen. Ich erlebe eine tolle Saison und genieße die Zeit auf dem Motorrad. Das kann ich nicht, wenn ich an die Zukunft denke", sagte der Moto2-Rookie nach seiner Poleposition auf dem Sachsenring gegenüber der Presse.

Sensationsrookie Acosta: Aufstieg in die Moto2?

Gardners Aufstieg in die MotoGP hat aber nicht nur dazu geführt, dass über die Zukunft seines Teamkollegen diskutiert wird, sondern auch über die eines weiteren KTM-Rookies, nämlich Acosta. Er wird mit einem Wechsel in die Moto2 in Verbindung, wo durch Gardners Wechsel ein Platz bei Aki Ajo frei wird.

Pedro Acosta

Acosta dominiert in seiner Rookie-Saison, doch steigt er schon 2022 auf? Zoom

Allerdings glaubt KTM-Motorsportchef Beirer, dass Acosta nicht durch die Kategorien gehetzt werden sollte: "Wir müssen sagen: 'Du bist 16 Jahre alt, nimm dir Zeit.'" Schließlich hätten auch die meisten aktiven MotoGP-Piloten mindestens zwei Jahre in der Moto3 und Moto2 verbracht, bis sie schließlich aufgestiegen sind.

"Und sie hatten immer noch eine lange Karriere, denn man hat viele MotoGP-Fahrer gesehen, die sogar älter als 30 sind - 31, 33, das können immer noch gute MotoGP-Jahre sein", weiß Beirer. "Also, wenn du noch nicht einmal 20 bist, hast du immer noch eine Menge Zeit, um zehn Jahre in der MotoGP zu verbringen."

KTM will sich mit Fahrerentscheidung Zeit lassen

"Deshalb sagen wir, bleibt ruhig, lasst die Jungs sich entwickeln und mehr verstehen. Wir konnten genau sehen, als die Leute sagten, Pedro muss in die Moto2 aufsteigen, er hatte zwei oder drei schwierige Rennen. Das ist normal, er wird so schnell lernen. Aber am Ende wollen wir auch auf den Fahrer hören", sagt Beirer.

Es komme also vor allem auf die Meinung von Acosta selbst an: "Die Basis für dieses Gespräch wäre von seiner Seite. Wenn er sagt: 'Ich möchte unbedingt in die Moto2 wechseln', dann würden wir vielleicht zuhören und es möglich machen. Wenn er lieber ein weiteres Jahr in der Moto3 will, werden wir auch zuhören."

"Aber auch diese jungen Jungs entwickeln sich während einer Saison so schnell, dass wir uns Zeit lassen wollen, um diese Entscheidungen zu treffen", bekräftigt der KTM-Motorsportchef. "Nicht im April und Mai, wenn die Leute danach fragen, denn ein 16-jähriger Junge kann sich von Mai bis November noch viel entwickeln."

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