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Quartararo vs. Vinales im gegenseitigen Direktvergleich

Welche ist die größte Stärke des jeweils anderen? Fabio Quartararo und Maverick Vinales in Jerez über ihr erneutes Duell, das 2021 zum Teamduell wird

(Motorsport-Total.com) - Petronas-Yamaha-Pilot Fabio Quartararo, der die MotoGP-Gesamtwertung 2020 dank seines Sieges beim Saisonauftakt in Jerez anführt, nimmt das zweite Jerez-Rennen am Sonntag von der Pole-Position in Angriff. Im Qualifying zum Grand Prix von Andalusien setzte er sich gegen Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales durch, nachdem dessen schnellste Runde (die für die Pole gereicht hätte) gestrichen wurde. Der Spanier hatte in Kurve 8 die Track-Limits überschritten.

Fabio Quartararo, Maverick Vinales

In den Qualifyings 2020 steht es 2:0 für Quartararo vs. Vinales Zoom

Somit ist es Quartararo, der mit "einer Runde, die nicht perfekt war", zum zweiten Mal in dieser Saison von der Pole-Position startet. Zusammen mit Sepang und Valencia 2019 ist es für Quartararo sogar die vierte Pole hintereinander. Eine solche Serie hat in der MotoGP-Ära (seit 2002) kein anderer Fahrer eines Satellitenteams hinbekommen.

Quartararo: "Hätte niemals mit der Pole-Position gerechnet"

"Nach der Runde hätte ich niemals mit der Pole-Position gerechnet. Ich dachte, dass es vielleicht für die erste Reihe reichen würde, mehr aber nicht", gesteht Quartararo, der mit dem Grip am Vorderrad kämpfte und zugibt: "Ich tat mich heute ein bisschen schwer, eine richtig gute Zeitattacke zu fahren." Dass seine schnellste Runde in Q2 nicht perfekt war, wird auch daran deutlich, dass sie im Vergleich zu seiner eigenen Pole-Runde von vor einer Woche 0,3 Sekunden langsamer war.

Für das Rennen ist Quartararo dank eines guten Gefühls im Abschlusstraining (FT4) zuversichtlicher. Das gilt allerdings auch für Vinales, der zum zweiten Mal hintereinander von P2 losfährt. Beim Saisonauftakt vor einer Woche hatte der Yamaha-Werkspilot direkt den Start gewonnen. Ähnliches plant er dank der Startvorrichtung (Holeshot-Device) auch diesmal wieder. Eben diese Startvorrichtung steht auch Valentino Rossi (Startplatz vier), aber auch Polesetter Quartararo zur Verfügung. Dessen Petronas-Teamkollege Franco Morbidelli (Startplatz sechs) hingegen muss ohne auskommen.

Vinales: "Pole"-Runde gestrichen, aber Zuversicht für Rennen

"Ich fühle mich auf dem Motorrad fantastisch", sagt Vinales, merkt aber an, dass er seine Reifenwahl für das Rennen "noch nicht getroffen" hat. Zur Erinnerung: Beim Spanien-Grand-Prix am vergangenen Sonntag hatten sich lediglich Vinales und Rossi für den weichen Vorderreifen entschieden. Alle anderen fuhren den harten. Beim Andalusien-Grand-Prix soll es am Sonntag laut Vorhersage sogar noch heißer werden als vor einer Woche. Denkbar also, dass sich diesmal alle für den harten Vorderreifen entscheiden werden.

Zu seiner letzten Q2-Runde, die von der Rundenzeit her die Pole bedeutet hätte, aber wegen Track-Limit-Überschreitung gestrichen wurde, sagt Vinales: "In Kurve 7 ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen. Leider bin ich deswegen dann [in Kurve 8] auf das Grün gekommen." Damit meint er nicht etwa eine Rasenfläche, sondern den grün lackierten Asphaltstreifen hinter den Randsteinen.

Nicht zuletzt deshalb, weil Marc Marquez nicht zum Rennen antreten wird, läuft es auf dem Papier auf ein Duell zwischen Quartararo und Vinales hinaus. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die beiden ab der MotoGP-Saison 2021 Teamkollegen im Yamaha-Werksteam sein werden. Worin sehen Quartararo und Vinales die größte Stärke des jeweils anderen?

Wie sich Quartararo und Vinales gegenseitig einschätzen

"Das ist auf Anhieb gar nicht so einfach zu beantworten", meint Quartararo und muss erst einmal überlegen, wie lange Vinales schon in der MotoGP-Klasse aktiv ist: "Ich glaube es sind fünf Jahre. Nein, Moment, sind es sechs? Jedenfalls schon eine recht lange Zeit. Deshalb würde ich sagen, dass es seine Erfahrung ist. Als Fahrer kannst du nur Erfahrung sammeln, wenn du auch Rennen fährst. Deshalb würde ich sagen, dass es das ist, was ich von Maverick nehmen würde, wenn ich könnte."

Fabio Quartararo, Maverick Vinales

Vinales gibt zu, dass er vom vier Jahre jüngeren Quartararo gelernt hat Zoom

Tatsächlich hat Vinales fünf volle MotoGP-Saisons hinter sich und befindet sich in der Anfangsphase seiner sechsten. Worin sieht er im Gegenzug die größte Stärke von Quartararo, der sich gerade mal am Beginn seiner zweiten MotoGP-Saison befindet, nachdem er im vergangenen Jahr überlegen punktbester Rookie wurde?

"Ich dachte eigentlich, ich wäre noch recht jung. Aber jetzt fühle ich mich älter", scherzt der 25-jährige Spanier in Anspielung auf Quartararos Worte und lobt den vier Jahre jüngeren Franzosen: "Fabio ist vor allem auf der Bremse richtig stark. Die Art und Weise, wie er bremst und wie er das Hinterrad belastet, passt perfekt zur Yamaha. Ich muss schon sagen, dass ich mir da einiges abgeschaut habe. Ich habe voriges Jahr viel über das Bremsen gelernt und mich selbst in diesem Bereich verbessert."

Aktuelles Duell wird 2021 zum Teamduell im Werksteam

Und wie bewerten die beiden ihr neuerliches Duell um die Pole-Position und möglicherweise auch um den Rennsieg, wenn man bedenkt, dass dieses Duell ab der kommenden Saison ein Teamduell im Werksteam sein wird?

Fabio Quartararo, Maverick Vinales

Ab 2021 fahren Vinales und Quartararo gemeinsam für das Yamaha-Werksteam Zoom

"Grundsätzlich ist es immer toll, wenn man kämpfen kann", sagt Quartararo und führt aus: "Das war schon voriges Jahr so. Auch da wollte ich immer der schnellste Yamaha-Fahrer sein. Ich denke, das ist ganz normal. Wenn ich sagen würde, dass mir das egal wäre, würde ich lügen. An das nächste Jahr denke ich jetzt aber noch nicht. Ich denke in der Gegenwart. Maverick ist jetzt schon sehr schnell. Ich glaube, wir pushen uns gegenseitig, um noch besser zu werden."

Vinales meint dazu: "Ich stimme zu. So wie es im Moment läuft, ist es am besten. Wir versuchen stets, vor dem jeweils anderen zu sein. Darum geht es und das gefällt mir. Natürlich ist es wichtig, wer der schnellste Yamaha-Fahrer ist. Das Wichtigste aber ist, dass wir dadurch dazu beitragen, die Yamaha noch besser zu machen."

Vinales' aktueller Teamkollege im Werksteam - Valentino Rossi - wird zur kommenden Saison "zu 99 Prozent" die Petronas-Yamaha von Quartararo übernehmen. Dem Vernehmen nach wird "The Doctor" einen Einjahresvertrag mit Option auf ein zweites Jahr unterschreiben.

Die Zukunft von Franco Morbidelli im Petronas-Team ist bereits in trockenen Tüchern. Der Italiener wurde kürzlich für 2021 und 2022 bestätigt. Im Werksteam ist Vinales bis Ende 2022 gesetzt. Quartararo hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, der ihn ab 2021 ebenfalls bis Ende 2022 im Werksteam sieht.

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