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MotoGP-Comeback von Alex Rins: Warum die Zwangspause so lang war

Honda-Pilot Alex Rins blickt auf die "schwierigsten Monate" seiner Karriere zurück und gesteht, dass er die MotoGP-Rennen nicht im TV ertragen konnte

(Motorsport-Total.com) - Beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia feiert LCR-Honda-Pilot Alex Rins sein Comeback. Nach zwei gescheiterten Comeback-Versuchen bei den Überseerennen fühlt sich Rins nun fit genug, um das Wochenende durchzustehen und noch wichtiger: Um sein neues Arbeitsgerät, die Yamaha M1, beim Nachsaison-Test zu pilotieren.

Titel-Bild zur News: Alex Rins

Alex Rins verpasste den Großteil der MotoGP-Saison 2023 Zoom

Der Schien- und Wadenbeinbruch, den sich Rins beim Sprint zum Grand Prix von Italien in Mugello zuzog, verursachte eine monatelange Zwangspause. Zuletzt saß Honda-WSBK-Pilot Iker Lecuona auf der RC213V - mit überschaubarem Erfolg. Rins fiebert seinem MotoGP-Comeback in Valencia entgegen, wo er vor einem Jahr als Sieger hervorging.

"Einige Leute haben mich gefragt, warum ich so lange nicht auf dem Motorrad saß und warum ich so viele Rennen verpasste", bemerkt Rins bei MotoGP.com. "Dann erkläre ich ihnen die Situation. Mein Schienbein war komplett zerstört. Der Knochen war regelrecht explodiert. Wenn ich Bilder zeige, dann verstehen die Leute die Situation. Das war keine harmlose Fraktur."

MotoGP im TV war für Alex Rins nur schwer zu ertragen

Die Rolle des Zuschauers fiel Rins nicht leicht. "Es war sehr schwierig, ich habe den TV ausgeschaltet. Ich saß auf dem Sofa und hatte Eis auf dem Knie oder machte eine Therapie. Ich fragte mich, was ich da mache. Deshalb drehte ich den Fernseher ab. Es war hart", blickt er zurück.

"Mittlerweile geht es mir wieder gut", freut sich der Spanier. "Es waren einige harte Monate, die schwierigsten in meiner Karriere. Es passierte ja ursprünglich im Juni. Mein Schien- und Wadenbein waren kaputt. Es war eine wirklich harte Zeit. Monat für Monat ging es besser."

Die Verletzung war auch im Alltag ein großes Problem

Nicht nur das Fahren einer MotoGP-Maschine bereitete Rins Probleme. Auch der Alltag hielt viele Herausforderungen bereit. "Im Sommer fiel es mir schwer, stabil im Meer zu stehen. Ich spürte große Schmerzen. Auch Zuhause ging es mir so. Ich packte meinen Sohn in den Kinderwagen. Als wir in den Bergen spazierten, spürte ich jeden Stein auf dem Boden", berichtet er.

"Es war richtig hart, weil ich auch sehr viele Rennen verpasste. Es machte mich etwas nervös. Ich war Zuhause und musste mich erholen. Doch es freut mich, jetzt hier in Valencia zu sein. Wir probierten es bereits vor einem Monat in Mandalika und später am Freitag auf Phillip Island", erinnert sich Rins an die gescheiterten Comeback-Versuche.

Nach dem zweiten Versuch in Australien folgte eine weitere Operation in Madrid, die dabei half, die Situation zu verbessern. "Danach fühlte ich mich deutlich besser. Ich konnte das Krankenhaus auf meinen eigenen Beinen verlassen und das war eine richtig gute Nachricht", schildert Rins.

Positiver Superbike-Test in Barcelona sorgt für Erleichterung

Für Erleichterung sorgte ein Superbike-Test in Barcelona. "Am vergangenen Mittwoch stieg ich erneut auf ein Motorrad. Ich fuhr eine 1.000er-Maschine und das Gefühl war richtig gut. Diese Motorräder sind deutlich schwerer als die MotoGP-Bikes. Ich fühlte mich bereits ab der zweiten Runde richtig gut und konnte das Motorrad gut kontrollieren. Das war eine gute Nachricht für mich und mein Team", berichtet der Honda-Pilot.

Die jüngsten Röntgenuntersuchungen bestätigten die positive Entwicklung. Große Ziele hat Vorjahressieger Rins allerdings nicht: "Ich bin nicht hier, um das Rennen zu gewinnen. Natürlich würde ich das sehr gern tun. Doch in meinem Zustand ist das nicht möglich. Ich sehe es als Training an, um mich anzupassen. Zum Glück haben wir am Dienstag einen Test."

Dieser Test ist ein wichtiger Vorgeschmack für die MotoGP-Saison 2024. Dann wird Rins im Yamaha-Werksteam als Teamkollege von Ex-Champion Fabio Quartararo fahren und die Nachfolge von Franco Morbidelli antreten. Rins' Platz bei LCR-Honda wird von Johann Zarco übernommen, der von Pramac-Ducati ins Honda-Satellitenteam wechselt.

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