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Martin sieht sich bei Pramac "nicht in Verantwortung", Weltmeister zu werden

Pramac-Ducati-Pilot Jorge Martin gibt zu, dass der MotoGP-Titel sein Traum ist, peilt dieses Ziel aber erst dann ernsthaft an, "wenn ich eines Tages Werksfahrer bin"

(Motorsport-Total.com) - Mit der Idealpunktzahl von 37 Zählern reist Jorge Martin vom MotoGP-Wochenende des Grand Prix von San Marino 2023 in Misano ab. Nachdem sich der Pramac-Ducati-Pilot sowohl im Sprint am Samstag als auch im Grand Prix am Sonntag souverän durchgesetzt hat und in keiner einzigen der zusammengerechnet 40 Runden ein anderer Fahrer in Führung lag, hat Martin in der WM einiges an Boden aufgeholt.

Titel-Bild zur News: Jorge Martin

Als Ducati-Satellitenfahrer will Jorge Martin Erfolge wie in Misano einfach genießen Zoom

Im MotoGP-Kalender 2023 beginnt jetzt die Asien-Tournee mit sieben Rennen, bevor es erst Ende November zum Saisonfinale nach Europa zurückgeht. Acht Rennen vor Schluss der Saison beträgt Martins Rückstand in der MotoGP-Gesamtwertung 2023 nur noch 36 Punkte auf Tabellenführer Francesco Bagnaia.

Vom möglichen WM-Titel spricht Martin trotzdem ungern. Ist es Taktik, um eventuellen Druck von ihm selber auf den Titelverteidiger im Ducati-Werksteam zu verlagern? Oder aber glaubt Pramac-Pilot Martin wirklich nicht daran, dass er in diesem Jahr eine ernsthafte Titelchance hat?

"Ich denke nicht, dass es in meiner Verantwortung liegt, für Ducati den WM-Titel zu erringen", sagt Martin in seiner Rolle als Fahrer eines (wenn auch werksunterstützten) Satellitenteams. "Ich bin ja nicht mal ein Werksfahrer. Der Tag wird kommen, dass ich das von mir sagen kann. Momentan habe ich diesen Platz aber noch nicht", so der Spanier mit Blick auf das Ducati-Werksteam. In dem wird aber nicht 2024, sondern erst 2025 ein Platz frei.

Martin schiebt Bagnaia die Favoritenrolle im Titelkampf zu

"Momentan geht es für mich darum, Rennen zu gewinnen und das zu genießen", schiebt Martin nach seinem perfekten Misano-Wochenende eine mögliche Favoritenrolle für die kommenden Wochen von sich. In diesem Zusammenhang macht er erneut ganz klar deutlich: "Es wird der Moment kommen, an dem ich um WM-Titel kämpfen kann, nämlich dann, wenn ich ein Werksfahrer bin."

Jorge Martin, Francesco Bagnaia

Misano komplett dominiert, aber für Martin bleibt Bagnaia (hier in Gelb) der Titelfavorit Zoom

Zwar gibt Martin mit Blick auf die weiteren Rennen der laufenden Saison 2023 dann doch zu: "Wenn sich für mich die Chance auf den WM-Titel ergibt, dann werde ich sie natürlich ergreifen. Schließlich ist es mein Trau, Weltmeister zu werden."

Daran schließt der Pramac-Pilot aber sofort noch einmal seine vorherigen Ausführungen: "Wie ich schon gesagt habe: Ich denke nicht, dass ich als ein Nicht-Werksfahrer derjenige bin, der in der Verantwortung steht, das zu schaffen."

Bagnaia freut sich über nur 14 Punkte Verlust

"Deshalb steigere ich mich da gar nicht hinein", sagt Martin. Als er diesen letzten Satz in der Pressekonferenz am Sonntag aussprach, entgegnete der neben ihm sitzende Francesco Bagnaia sofort mit Nachfrage: "Nicht?"

Wie denkt Bagnaia, dessen Punktevorsprung an diesem Wochenende von 50 auf 36 geschmolzen ist, über die aktuelle WM-Situation? Der Tabellenführer spielt die Frage zum Druck direkt an Martin zurück und meint mit einem Grinsen: "Er ist derjenige, der Druck hat, und zwar jede Menge."

"Ich glaube, es wird bestimmt noch ein interessanter Kampf", so Bagnaia weiter. Dass er am Misano-Wochenende nur 14 Punkte verloren hat, das wertet "Pecco" angesichts der Vorgeschichte seines Barcelona-Highsiders als mehr als nur Schadensbegrenzung.

Francesco Bagnaia

"Pecco" Bagnaia kam auch am Sonntag wie schon am Samstag als Dritter ins Ziel Zoom

"Wir dürfen wirklich stolz sein darauf, was wir an diesem Wochenende erreicht haben. Anstatt das Rennen zu Ende zu fahren, wäre es viel einfacher gewesen, das Rennen aufzugeben. Trotzdem ist uns ein richtig gutes Rennen gelungen. Deshalb bin ich zufrieden", so Bagnaia, der sowohl am Samstag als auch Sonntag auf dem dritten Platz ins Ziel kam.

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