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Loris Baz: Horrorsturz bei knapp 300 km/h

Avintia-Ducati-Pilot Loris Baz stellt seine Schutzengel auf die Probe: Auf der Start/Zielgeraden platzt bei 290,4 km/h der Hinterreifen - Michelin reagiert prompt

(Motorsport-Total.com) - Schrecksekunde in Sepang: Avintia-Ducati-Pilot Loris Baz stürzte in der ersten Stunde des zweiten Testtages und machte aus seiner Desmosedici GP14.2 Kernschrott. Wenig später stellte sich heraus, dass der Sturz durch einen geplatzten Hinterreifen verursacht wurde. Der hintere Pneu explodierte, als Baz auf der Start/Zielgeraden ein Tempo von 290,4 km/h erreicht hatte.

Loris Baz

Loris Baz feierte am Montag Geburtstag und hatte am Dienstag viel Glück Zoom

Der Franzose blieb bei dem Zwischenfall unverletzt, auch wenn die Lederkombi stark beschädigt wurde. "Wir haben uns die Daten angesehen und festgestellt, dass ich bei 290 km/h stürzte. Ich kann mich also sehr glücklich schätzen, dass ich hier stehen kann", bemerkt der Avintia-Pilot, der beim Sturz sehr viel Glück hatte.

"Ich fuhr meinen zweiten Stint und hatte einen frischen Reifen montieren lassen, um eine gute Rundenzeit zu fahren. Ich hörte in der letzten Kurve merkwürdige Geräusche, doch ich wollte die Runde zu Ende fahren und danach die Box ansteuern. Zu Beginn dachte ich, es sei ein Problem mit dem Motor oder dem Getriebe. Es war aber ein Reifenproblem", berichtet der Franzose den Kollegen von 'MotoGP.com'.

"Vermutlich berührte der Reifen einen Teil des Motorrads und verursachte das Geräusch, das ich hörte. Vom Fahrgefühl her spürte ich nichts außergewöhnliches und rechnete somit nicht damit, dass der Reifen explodiert. Ich kann mich echt glücklich schätzen, denn es war ein beängstigender Moment", betont Baz. "Ich zog die Kupplung, wusste aber, dass ich stürzen werde. Danach wollte ich einfach nur vermeiden, in die Streckenbegrenzung zu krachen. Unterm Strich hatte ich viel Glück, wenn man sich den Unfall genauer anschaut."

Für Baz soll es in Sepang weitergehen. "Ich fühle mich ein bisschen steif. Mein Rücken und mein Nacken sind ziemlich steif. Für einen so schweren Sturz geht es mir sehr gut. Ich denke, ich kann den Test fortsetzen", erklärt der ehemalige Forward-Pilot. "Wenn man sich den Sturz erklären kann, dann hat man kein schlechtes Gefühl, wenn man wieder auf die Strecke geht. Anders ist es, wenn man sich den Sturz nicht richtig erklären kann. Dann fällt es schwer, dem Motorrad zu 100 Prozent zu vertrauen. Es war nicht meine Schuld und auch nicht die des Teams."

Bei Reifenlieferant Michelin läuteten daraufhin die Alarmglocken. Die Franzosen vermuteten, dass das Avintia-Team zu niedrige Luftdrücke fuhr. Empfohlen sind 1,6 bis 1,7 bar. Da keine Datenaufzeichnungen vorliegen, kann nur gerätselt werden, wie hoch der Luftdruck tatsächlich war. Ab sofort schreibt Michelin einen Minimum-Luftdruck von 1,7 bar vor.


Loris Baz platzt bei 290 km/h der Hinterreifen

Doch es könnte auch ein grundlegendes Problem der weichen Hinterreifen-Mischung sein. Aus Sicherheitsgründen entschloss sich Michelin spontan dazu, das Fahren mit dem weichen Hinterreifen zu verbieten. Ab sofort dürfen die MotoGP-Piloten nur noch mit der härteren Mischung auf die Strecke gehen.

Der Kurs war nach dem Zwischenfall gesperrt. Erst um 12:05 Uhr Ortszeit schaltete die Ampel am Ende der Boxengasse wieder auf grün. Es war nicht das erste Mal, dass in der MotoGP ein Hinterreifen kollabierte. Beim Grand Prix in Mugello vor zehn Jahren explodierte an der Kawasaki von Shinya Nakano der Hinterreifen. Der Japaner flog bei mehr als 300 km/h von seiner Maschine. Damals war es ein Bridgestone-Reifen, der den Belastungen nicht standhielt.

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