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KTM in Jerez auch im Rennen stark: Binder und Miller auf dem Podium

Brad Binder bekennt, dass er "Pecco" Bagnaia nach langer Führung in letzter Kurve nicht mehr packen konnte - Jack Miller bedankt sich bei KTM und seinen Zweiflern

(Motorsport-Total.com) - Nach Platz eins und Platz drei im Sprint am Samstag zeigte KTM auch am Sonntag im Hauptrennen des Grand Prix von Spanien in Jerez eine starke Teamleistung. Der Sieg wurde dabei nur knapp verpasst.

Titel-Bild zur News: Brad Binder, Jack Miller

P2 für Brad Binder, P3 für Jack Miller am Sonntag in Jerez Zoom

Mit den Plätzen zwei und drei fuhren Brad Binder und Jack Miller aber auch im Grand Prix am Sonntag wie schon tags zuvor wieder beide in die Top 3. Und diesmal jubelten sie tatsächlich vom Podium. Nach einem Sprint am Samstag nämlich gibt es keine klassische Podiumszeremonie, sondern eine Ehrung der Top 3 auf der Start/Ziel-Gerade.

Für Binder ist der zweite Platz am Sonntag der erste Podestplatz bei einem Grand Prix seit er beim Saisonfinale 2022 in Valencia ebenfalls Zweiter wurde. Für Miller ist der dritte Platz der erste Podestplatz, den er in Diensten von KTM errungen hat. KTMs Testfahrer und Wildcard-Starter Dani Pedrosa kam im Hauptrennen am Sonntag auf dem siebten Platz ins Ziel, nachdem er tags zuvor im Sprint Sechster geworden war.

War es im Sprint am Samstag Miller gewesen, der die meisten Runden anführte, so war es Sonntag Binder, der sich die meisten Führungsrunden holte. Vier Runden vor Schluss aber verlor er die Spitzenposition an Ducati-Pilot Francesco Bagnaia.

Auslöser war ein Fahrfehler Binders kurz zuvor, weil der Grip des Hinterreifens nachgelassen hatte. Und obwohl der KTM-Pilot im letzten der 24 Umläufe noch seine persönlich schnellste Runde drehte, gelang es ihm nicht mehr, Bagnaia noch abzufangen. Ins Ziel kam er mit 0,221 Sekunden Rückstand.

Brad Binder: Risiko für Angriff in letzter Kurve "zu groß"

"Am Freitagnachmittag war ich Elfter und musste somit ins Q1 [am Samstag]. Wenn mir da jemand gesagt hätte, dass ich das Wochenende letztlich mit einem ersten und einem zweiten Platz abschließen würde, dann hätte ich sofort unterschrieben", grinst Binder und lobt: "Mein Team hat mal wieder Unglaubliches geleistet und das Blatt für uns komplett gewendet."

Einzig: "Fünf Runden vor Schluss ist mir leider ein Fehler unterlaufen und dabei ging mein ganzer Vorsprung, den ich mir bis dahin herausgefahren hatte, flöten. Das war mein einer großer Fehler. Aber Fehler macht man, um daraus zu lernen. Wir werden auf jeden Fall weiter kämpfen", versichert Binder.

Gekämpft hat der Südafrikaner auch in den letzten Runden am Sonntag noch, nachdem Bagnaia einmal an ihm vorbei war. In den letzten drei Runden des Rennens gab Binder nicht auf. In der letzten Kurve der letzten Runde schien er noch einen Angriff auf Bagnaia setzen zu wollen, zog aber doch zurück.

Francesco Bagnaia, Brad Binder

"Pecco" Bagnaia knapp vor Brad Binder: So ging es ins Ziel Zoom

"Heute war nicht der Tag dafür", grinst Binder in Anspielung auf die Manöver von Mick Doohan gegen Alex Criville (1996), Valentino Rossi gegen Sete Gibernau (2005) und Marc Marquez gegen Jorge Lorenzo (2013) in dieser letzten Kurve in Jerez, die seit ein paar Jahren nach Lorenzo benannt ist.

"Ja, meine letzte Runde war meine schnellste. Aber in der letzten Kurve war ich eben trotzdem nicht nahe genug dran. 'Pecco' bremste die Kurve schon in der Mitte der Strecke an. Das Risiko wäre einfach zu groß gewesen", bekennt Binder.

Jack Miller bedankt sich bei KTM und seinen Zweiflern

Binders Teamkollege Jack Miller konnte in der Schlussphase des 24-Runden-Rennens nicht mehr ganz mit Bagnaia und Binder mithalten. Der Australier, der im Winter von Ducati zu KTM gekommen ist, ist aber auch mit dem dritten Platz happy. "Nach gerade mal vier Rennen schon so weit zu sein, ist wirklich toll", sagt er und gibt zu: "Dass mein erstes Podium so früh kommen würde, das hätte ich nicht gedacht."

Jack Miller

In seinem vierten Grand Prix für KTM erstmals auf dem Podest: Jack Miller Zoom

"Ja, es war ein Risiko", bekennt Miller mit Verweis auf seinen Teamwechsel. "Aber wenn es aufgeht, dann fühlt es sich einfach mega an. Ich muss zuerst KTM dafür danken. Ich bedanke mich aber auch bei allen Leuten, die Zweifel haben. Das liebe ich einfach", grinst der Australier. Erst kürzlich hatte Miller zum Besten gegeben, dass er stärker angezweifelt werde als jeder andere MotoGP-Pilot.

Auf Nachfrage, was ihm nach Platz drei in Jerez noch auf einen ersten Sieg in KTM-Farben fehlen würde, antwortet Miller in seiner gewohnten Art: "Ein guter Fahrer würde sicherlich helfen. Nein, im Ernst: Unser Paket ist gut. Was uns fehlt, ist einzig noch ein bisschen Zeit. Das war ja gerade mal unser vierter Grand Prix. Schritt für Schritt kommen wir dorthin, wo wir hinwollen. Und es kommen ja auch noch Strecken, die uns besser liegen sollten."

Gesamtwertung: Binder und Miller machen reichlich Boden gut

In der MotoGP-Gesamtwertung 2023 ist Brad Binder mit P1 vom Samstag und P2 vom Sonntag nun auf den dritten Rang nach oben geklettert. Auf den Tabellenzweiten (Marco Bezzecchi) fehlen ihm in der frühen Phase der Saison gerade mal drei Punkte.

Jack Miller ist am Wochenende seiner ersten beiden Top-3-Platzierungen in KTM-Diensten auf den vierten Rang der Gesamtwertung nach oben geklettert. In diesem Bereich der Tabelle geht es aber noch enger zu. Denn Miller hat gerade mal drei Punkte mehr als Johann Zarco, der auf dem neunten Rang liegt.

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