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Honda-Sorgen: Espargaro und Nakagami mit Schmerzen - Bradl gestürzt

Pol Espargaro und Takaaki Nakagami wissen nicht, ob und wie sie das MotoGP-Wochenende in Assen überstehen - Stefan Bradl ist nach Sturz nur Vorletzter

(Motorsport-Total.com) - Für Honda begann der MotoGP-Trainingsfreitag in Assen mit einem Hoffnungsschimmer. Denn auf nasser Strecke sicherten sich Pol Espargaro und Alex Marquez am Vormittag die Plätze drei und vier. Doch im zweiten Freien Training auf abtrocknender Strecke holte die Realität den Hersteller wieder ein.

Pol Espargaro

Im Regen fühlte sich Pol Espargaro noch gut, doch dann kamen die Schmerzen Zoom

Keine Honda schaffte es unter die Top 10. LCR-Pilot Takaaki Nakagami war als Zwölfter mit 1,230 Sekunden Rückstand auf die Tagesbestzeit bester Fahrer der japanischen Marke. Sein Teamkollege Alex Marquez folgte zwei Positionen dahinter auf Rang 14.

Die beiden Honda-Werkspiloten, Espargaro und Marc-Marquez-Ersatz Stefan Bradl, landeten noch weiter abgeschlagen auf den Plätzen 19 und 24. Bei Espargaro war der Rückstand vor allem auf seinen anhaltenden körperlichen Beschwerden zurückzuführen.

Pol Espargaro mit Problemen beim Atmen

Bei einem Trainingssturz am Sachsenring hatte er sich die Rippen geprellt. Das dortige Rennen musste der Spanier vorzeitig aufgeben. Am Vormittag in Assen halfen ihm noch die nassen Bedingungen, sich Rippen zu schonen, doch im Trockenen bekam Espargaro erneut Probleme - und das schlimmer als erwartet.

"Um auf diese Motorräder zu steigen, muss man völlig fit sein und das bin ich nicht. Mein Körper hat gestreikt. Es fiel mir schwer zu atmen. Das hatte ich so nicht erwartet", erklärt der Honda-Pilot, der zudem über Rückenschmerzen klagt, weil er versucht, die fehlende Kraft mit dem Rest des Körpers zu kompensieren.


Fotos: Honda, MotoGP: Grand Prix der Niederlande (Assen) 2022


"Ich hoffe, dass es mir morgen mit ein paar entzündungshemmenden Mitteln etwas besser geht", blickt er voraus. Doch ob er das komplette Wochenende bestreiten können wird, kann Espargaro nicht sagen: "Es ist wichtig für mich, auf dem Motorrad zu sein, aber wenn es so weitergeht, weiß ich nicht, ob ich es schaffe."

"Wenn ich konkurrenzfähig bin, und das bedeutet, dass ich unter den Top 10 lande, werde ich weitermachen. Wenn ich sehe, dass ich das nicht kann, werde ich darüber nachdenken, was zu tun ist. Es wird davon abhängen, wie ich mich fühle", so der Spanier.

Nakagami muss auf Schmerzmittel setzen

Auch Markenkollege Nakagami hat Zweifel, was seine Fitness über das Rennwochenende angeht. Seit dem Startcrash in Barcelona plagt den Japaner die recht Schulter - auch in Assen: "Meine rechte Schulter hat ziemlich geschmerzt, insbesondere bei den schnellen Richtungswechseln in Sektor drei und vier."

"Ich fühlte mich nicht wirklich wohl. Aber ich nahm heute auch keinerlei Schmerzmittel - vielleicht morgen. So kann ich es auf jeden Fall nicht bewältigen. Ein paar Runden schon, aber es wird mit jeder Runde schwieriger. Für das vierte Freie Training und das Rennen werde ich definitiv Schmerzmittel brauchen."

Wie Espargaro fiebert er einer Auszeit entgegen: "Es ist gut, dass wir nach diesen Rennen fünf Wochen Pause haben. Ich kann mich erholen und auch was das Motorrad betrifft, gibt uns das Zeit, für die zweite Hälfte der Saison ein paar Ideen umzusetzen."

Bradl rätselt über seinen späten Trainingsturz

Stefan Bradl

Stefan Bradl konnte sich nach einem Sturz am Nachmittag nicht mehr steigern Zoom

Bradl verbrachte den Freitag zwar ohne körperliche Einschränkungen, stürzte aber am Ende des zweiten Freien Training und blieb im Klassement deshalb auf dem 24. und vorletzten Platz hängen. Am Vormittag auf nasser Strecke belegte der Deutsche Rang 18.

"Am Morgen im Nassen lief es nicht schlecht", resümiert Bradl. "Man bekam ein gutes Feedback von den Reifen und das Motorrad funktionierte auf Anhieb gut. Ich bin allerdings nicht so viel Risiko gegangen, weil ich wusste, dass die Bedingungen am Nachmittag und morgen Vormittag besser sein werden."

Allerdings konnte er das am Freitag noch nicht nutzen. "Am Nachmittag, als alle die weichen Reifen aufzogen, war es für uns ganz offensichtlich schwerer, schnell auf Tempo zu kommen", räumt er ein und erklärt: "Als die Strecke abtrocknete und ich versuchte zu pushen, stürzte ich in Kurve 9 übers Vorderrad."

"Zum Glück bin ich okay. Allerdings weiß ich nicht, warum ich dort gestürzt bin. Wir haben die Daten gecheckt und ich fuhr genauso wie in der Runde zuvor. Es ist also schwer zu verstehen. Aber wir blicken nach vorn. Morgen soll das Wetter etwas besser sein und wir werden versuchen, ein besseres Set-up zu finden."

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