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"Gerechtigkeit": Lin Jarvis vergleicht Yamahas MotoGP-Titel 2015 und 2021

Fabio Quartararo als MotoGP-Weltmeister 2021: Für Yamaha-Teammanager Lin Jarvis das süße Ende eines sechsjährigen Prozesses, den er mit Kochen vergleicht

(Motorsport-Total.com) - "Er hat diesen einen Fehler gemacht und plötzlich sind wir Champions." Das sind die Worte von Yamaha-Teammanager Lin Jarvis beim Blick zurück auf den Sturz von Ducati-Pilot Francesco Bagnaia in der Schlussphase des MotoGP-Rennens am vergangenen Sonntag in Misano.

MotoGP-Weltmeister 2021: Fabio Quartararo

Nicht nur bei Lin Jarvis (ganz links) brachen am Sonntag in Misano alle Dämme Zoom

In dem Moment, als Bagnaia im Kiesbett von Kurve 15 mit der Faust auf den Boden schlug und Ducati-Teammanager Davide Tardozzi in der Box vor Enttäuschung auf die Knie fiel, war klar, dass Fabio Quartararo mit seiner Yamaha gar nicht mehr zwingend ins Ziel kommen muss. Er stand erstmals als Motorrad-Weltmeister fest, und das direkt in der Königsklasse MotoGP.

Für Yamaha ist es der erste MotoGP-Fahrertitel seit Jorge Lorenzo beim kontroversen Saisonfinale 2015 in Valencia den Titel holte. Nun, da Quartararo der nächste ist, vergleicht Yamaha-Teammanager Jarvis diese beiden Titelgewinne und kommt zu einer eindeutigen Einschätzung.

"Der letzte Titel vor diesem war der berühmte im Jahr 2015. Damals haben wir die WM mit Lorenzo und Rossi sogar auf den ersten beiden Plätzen abgeschlossen, aber ehrlich gesagt war es damals kompliziert. Wir konnten diesen 1-2-Erfolg niemals wirklich genießen. Das lag an der ganzen Polemik damals", sagt Jarvis im Gespräch mit 'MotoGP.com' und bezieht sich damit auf den berühmten #SepangClash und die Folgen, die bis nach Valencia reichten.

MotoGP-Weltmeister 2021: Fabio Quartararo

MotoGP-Weltmeister 2021: Fabio Quartararo Zoom

"Diesmal ist es glasklar. Fabio Quartararo hat den Titel verdient und wir sind sehr glücklich", so Jarvis, der blumige Worte findet: "Dieser Titel schmeckt richtig gut. Es hat sechs Jahre gedauert. Es hat jede Menge Energie und Anstrengung gebraucht, um an diesem Punkt anzukommen. Es ist wie beim Kochen. Wenn du Gerichte über einen langen Zeitraum kochst, schmecken sie oftmals umso besser."


Fotos: Die besten Jubelbilder von MotoGP-Champion Fabio Quartararo


"Wenngleich es [in Misano] unerwartet kam, so war es alles andere als unerwartet, dass Fabio den Titel holen würde", sagt Jarvis und führt aus: "Er hatte eine fantastische Saison und er ist ein absolut verdienter Weltmeister. Er war über das gesamte Jahr gesehen extrem schnell und sehr konstant. An schlechten Tagen hat er immer Punkte gesammelt."

"Fabio ist ohne jeden Zweifel der Fahrer, der den WM-Titel in diesem Jahr verdient. Ich glaube, das sieht jeder im Fahrerlager genauso", bemerkt Jarvis. Dass der Yamaha-Teammanager damit absolut richtig liegt, zeigten die Szenen am Sonntag in den Minuten nach der Zieldurchfahrt. Sowohl auf der Auslaufrunde als auch im Parc Ferme erhielt Quartararo zahlreiche Gratulationen.

MotoGP-Weltmeister 2021: Fabio Quartararo, mit Johann Zarco

Johann Zarco war der erste von vielen, die Quaratararo zum WM-Titel gratulierten Zoom

Der erste, der Quartararo zum WM-Titel gratulierte, war sein französischer Landsmann Johann Zarco direkt in der Auslaufzone von Kurve 1, wo der neue Weltmeister für einen kurzen Moment anhielt, um innezuhalten. Anschließend reihten sich Rennsieger Marc Marquez, der Drittplatzierte Enea Bastianini, Ducatis Wildcard-Starter Michele Pirro, Lokalheld Valentino Rossi und Co. noch auf der Auslaufrunde in die Reihe der Gratulanten ein.

Als Quartararo in die Boxengasse einbog, waren die beiden gestürzten Ducati-Piloten Francesco Bagnaia und Jack Miller die nächsten, die ihm zum WM-Titel gratulierten. Und wenig später tat dies auch der vor ihm letzte Yamaha-Champion. Jorge Lorenzo wartete im Parc Ferme, bis Quartararo sein erstes Interview als Weltmeister gegeben hatte, um ihn dann in den Arm zu nehmen und ihm ein paar persönliche Sätze der Anerkennung ins Ohr zu sagen.

MotoGP-Weltmeister 2021: Fabio Quartararo, mit Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo, Yamahas letzter Weltmeister vor Quartararo, gratulierte ebenfalls Zoom

Weitere Gratulationen kamen von diversen Fahrerkollegen in ihren Interviews. Auch über Social-Media erhielt der erste MotoGP-Weltmeister aus Frankreich unzählige Gratulationen. Diese gingen weit über den Tellerrand der Motorrad-WM hinaus. So gratulierten etwa Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, FIA-Präsident Jean Todt und auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron.

Die abschließende Einschätzung von Yamaha-Teammanager Jarvis zu Quartararo als MotoGP-Weltmeister 2021 lautet: "Ich würde sagen, das ist Gerechtigkeit. Er hat diesen Erfolg absolut verdient. Gleiches gilt für die Yamaha-Ingenieure und das Team. Es ist ein richtig schönes Gefühl."

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