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Ducati: Traumstart ohne Happy-End

Andrea Dovizioso beginnt die Saison überraschend stark, doch das Saisonziel erreicht Ducati dennoch nicht: Die Suche nach den Gründen für das Scheitern

(Motorsport-Total.com) - Das Interesse war groß, als Ducati beim zweiten Sepang-Test die brandneue GP15 präsentierte. Mit der Neuentwicklung sollte das chronische Untersteuern der Vorgänger-Desmosedicis der Vergangenheit angehören. Gespannt schaute man im Frühjahr auf die ersten Aussagen von Andrea Dovizioso und Andrea Iannone. Und schnell war klar, dass Luigi Dall'Igna ganze Arbeit geleistet hat.

Andrea Dovizioso

Höhen und Tiefen: Bei Ducati lief in der Saison 2015 nicht alles nach Plan Zoom

Als Ducati beim Katar-Test mit Bestzeiten überraschte, war das ausgesprochene Saisonziel - ein Sieg - deutlich realistischer als bei der Präsentation der GP15 vor dem Testdebüt. Bei den ersten Rennen der Saison gelangen Dovizioso drei zweite Plätze. Der erste Sieg schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch Ducati verpasste im Laufe der Saison das gesteckte Ziel und muss weiter auf den ersten Sieg seit der Casey-Stoner-Ära warten.

Ist die Saison deshalb als Enttäuschung zu werten? "Es hängt davon ab, wie man es sieht", bemerkt Werkspilot Dovizioso. "Auf der einen Seite müssen wir sehr glücklich sein, wie unsere Saison gelaufen ist. Wir haben das neue Projekt erst beim zweiten Test Ende Februar richtig gestartet und wir waren zu Beginn sehr konkurrenzfähig. Der Teil, über den ich nicht glücklich bin ist, dass wir nicht weiter gesteigert haben während der Saison, während unsere Mitbewerber ein bisschen stärker geworden sind."

"Für uns ist es daher immer schwierigier geworden. Die Stimmung ist daher ein bisschen runtergegangen", gesteht "Dovi", der zwischenzeitlich an WM-Leader Valentino Rossi dran war, die Saison nach einigen Rückschlägen aber nur als WM-Siebter beenden konnte. "Es war nicht leicht, jede Situation zu managen. Viele sagen, dass dies oder das passiert sei, aber es ist nicht immer leicht, genau zu analysieren, was während der Saison passiert ist", unterstreicht Dovizioso.

"Unser Jahr war etwas merkwürdig. Man kann uns nicht mit Yamaha und Honda vergleichen, weil sie in jeder Situation konkurrenzfähig sind. Sie können in die Details gehen, haben seit Jahren dieselben Fahrer und haben das Level übers Jahr immer weiter angehoben", betont Dovizioso. "Unsere Situation ist etwas anders. Ich will das nicht als Ausrede anführen, aber auf dem Level von Yamaha und Honda zu bleiben ist sehr, sehr schwierig."

"Aber alle im Team haben extrem hart gearbeitet. Deshalb haben wir ein paar Podiumsplätze geholt. Natürlich wollen wir mehr, aber ich bin recht optimistisch. Wir haben nicht den Speed, um auf demselben Niveau zu kämpfen, aber es ist nicht so wie in der Vergangenheit. Gegen Saisonende waren wir nicht schlecht unterwegs, aber nicht so stark wie zu Beginn der Saison. Es ist nicht leicht, das Potenzial des Motorrads komplett abzurufen", so der Italiener.

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