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Bagnaia sagt Quartararo den Kampf an: "Will bis zum Ende mit Fabio kämpfen"

Francesco Bagnaia erwartet bei der MotoGP in Assen einen harten Kampf über 26 Runden - Fabio Quartararo bezweifelt, dass er sich absetzen kann

(Motorsport-Total.com) - Ducati-Werkspilot hat sich bei der MotoGP in Assen die Poleposition gesichert. Im Q2 (zum Qualifyingbericht) war der Italiener 0,116 Sekunden schneller als WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha). Pramac-Ducati-Pilot Jorge Martin komplettiert Startreihe eins. Da der Reifenverschleiß in Assen niedrig ist, erwarten die drei Spitzenfahrer einen harten Kampf von der ersten bis zur letzten Runde.

Fabio Quartararo, Francesco Bagnaia

Fabio Quartararo und Francesco Bagnaia wurden im Q2 durch 0,116 Sekunden getrennt Zoom

Bagnaia geht nicht davon aus, dass er sich absetzen kann: "Es ist schwierig auf diesem Kurs, zu Beginn des Rennens eine Lücke herauszufahren. Wir demonstrierten aber bereits, dass wir in den ersten Runden richtig stark sein können. Das gilt aber auch für Fabio. Vielleicht können wir ja doch einen Vorsprung herausfahren."

Nach den Nullern in Barcelona und am Sachsenring möchte Bagnaia in Assen volle Attacke gehen. Den Reifenverschleiß kann der Ducati-Pilot ausblenden. "Ich bin in meinem Fall das einzige Limit. Im FT4 konnte man Runde für Runde neue Bestzeiten fahren. Man konnte pushen, wie es sonst nur bei zwei oder drei anderen Rennen möglich ist", berichtet Bagnaia.

Francesco Bagnaia

Francesco Bagnaia zeigte erneut ein sehr starkes Qualifying Zoom

"Der Grip ist sehr gut und der Reifenverschleiß ist sehr niedrig. Diese Rennen sind schwieriger, weil man sich nicht entspannen kann", bemerkt der amtierende Vize-Weltmeister, der im Qualifying einen neuen Rundenrekord fuhr.

"Ich hielt in der Box an und meinte, dass nicht mehr möglich ist für mich. Es wäre okay für mich gewesen, wenn mich jemand überholt hätte. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Qualifying", freut sich Bagnaia und gesteht: "Am Morgen hatte ich stark zu kämpfen, schnell zu sein. Mein Team hat wirklich toll gearbeitet. Im FT4 fanden wir einen Weg. Das half mir sehr mit Rennreifen. Bei der Zeitenjagd sind wir immer sehr stark."


Fotos: MotoGP: Grand Prix der Niederlande (Assen) 2022


Im FT4 zeigte Bagnaia zudem ein starkes Renntempo. Der Sieg in Assen geht laut Bagnaia über Quartararo. "Fabio ist auf diesem Kurs immer sehr stark. Ich würde gern bis zum Ende mit ihm kämpfen und nicht nur in den ersten Runden", so der Polesetter.

Fabio Quartararo verpasst erneut die Pole

Weltmeister Fabio Quartararo war erneut der einzige Spitzenfahrer, der mit einem japanischen Fabrikat im vorderen Feld zu finden war. "Ich gewöhne mich langsam daran, mit italienischen Motorrädern zu kämpfen", scherzt der Franzose. "Im Qualifying ist es in diesem Jahr ein bisschen schwieriger als im Vorjahr. Ich war absolut am Limit", kommentiert der Titelverteidiger, der in der laufenden Saison erst eine Pole sicherstellen konnte.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo stand in diesem Jahr erst ein Mal auf der Pole Zoom

"Die erste Startreihe war das Ziel und das haben wir erreicht", zeigt sich Quartararo zufrieden. Im Qualifying bekam der Yamaha-Pilot beim finalen Versuch keine perfekte Runde zusammen, weil er in Kurve 5 einen Rutscher hatte. "Es war ein seltsamer Moment. Ich rutschte und kam von der Fußraste ab", schildert er.

Kann der Vorjahressieger im Rennen davonfahren? "Hier ist es schwierig", grübelt Quartararo. "Es ist immer schwierig, doch hier ist es anders als auf dem Sachsenring oder in Barcelona - das sind Strecken, auf denen man sehr stark auf den Hinterreifen achten muss. Nach dem FT4 analysierten wir die Situation und erkannten, dass es kein Problem gibt. Hier ist es nicht so wichtig, davonzufahren."

"Man kann auch am Ende des Rennens attackieren und gute Rundenzeiten fahren. Im vergangenen Jahr war ich in der 20. Runde nur 0,1 Sekunden langsamer als in meiner schnellsten Rennrunde. Ich bin nicht besorgt. Ich plane aber nicht, davonzufahren. Wenn sich die Chance bietet, dann werde ich es aber machen", erklärt der WM-Leader.

Volle Attacke anstatt konservative Herangehensweise

Die Meisterschaft blendet Quartararo weiterhin aus. "Ich denke im Moment nicht an die Meisterschaft. Wir sind schnell genug für den Sieg und das Podium. Es gibt einige Fahrer, die dafür in Frage kommen. An die Meisterschaft denke ich später", so der Franzose.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo will frühestens im Herbst an die Meisterschaft denken Zoom

"Ich werde von der ersten bis zur letzten Runde voll attackieren. Vielleicht muss ich mich dann fünf Wochen lang erholen (lacht; Anm. d. Red.)", scherzt Quartararo mit Blick auf die bevorstehende Sommerpause. Für einen Kampf über 26 Runden ist er gut vorbereitet: "Dieser Kurs ist einer der anspruchsvollsten, was die Physis angeht. Wir befinden uns alle in der gleichen Position. Ich fühle mich gut und werde angreifen."

Kann Jorge Martin um den Sieg kämpfen?

Mit Startplatz drei hat Jorge Martin seinen Aufwärtstrend bestätigt. Erstmals seit Austin geht der Spanier aus Reihe eins ins Rennen. "Ich fuhr beim ersten Versuch hinter Bezzecchi, der hinter Jack (Miller) fuhr. Und Jack fuhr hinter Fabio. Ich war richtig schnell."

Jorge Martin

Jorge Martin befand sich nach dem ersten Versuch auf Kurs zur Pole Zoom

"Dann wollte ich mich beim zweiten Versuch weiter verbessern und war in Kurve 4 ein bisschen besser. Doch dann fuhr ich mit zu viel Schräglage durch Kurve 5 und stürzte. Nach dem Sturz fuhr ich eine weitere 1:32er-Runde. Der Lenkerstummel war verbogen und mir fehlte ein Winglet", berichtet Martin.

Und was ist im Rennen möglich? "Auf das Renntempo von 'Pecco' und Fabio fehlen mir einige Zehntel. Ich denke aber, dass wir um das Podium kämpfen können. Mit einem guten Start versuche ich, so nah dran zu sein, wie es geht", so der Spanier.

"Ich verliere hier in zwei Kurven Zeit. Das will ich verbessern. Wenn wir diese beiden Kurven verbessern, dann können wir nah dran sein. Im Rennen bin ich normalerweise stärker. Hoffentlich finden wir noch im Warm-up etwas", kommentiert der Pramac-Pilot.

Dass im Rennen nicht besonders stark auf den Hinterreifen geachtet werden muss, ist für Martin keine gute Nachricht. "Ich bevorzuge die Rennen, die man sich einteilen muss. Dann kann man sich ein bisschen erholen", bemerkt der Spanier, der sich vor kurzem operieren ließ.

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