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"Ein ganz großes Talent": Pedro Acosta erhält dickes Lob von Rossi und Marquez

Weder Rossi noch Marquez sind derart fulminant in ihre WM-Karriere gestartet wie Pedro Acosta - Beide sind beeindruckt und bescheinigen ihm eine große Zukunft

(Motorsport-Total.com) - Pedro Acosta hat wie eine Bombe in der Motorrad-Weltmeisterschaft eingeschlagen. Bei seinem ersten Moto3-Rennen fuhr er in Katar auf Anhieb als Zweiter auf das Podest. Es folgte im zweiten Rennen auf dem Losail-Kurs eine Aufholjagd für die Geschichtsbücher.

Pedro Acosta

Pedro Acosta hat die Moto3-Klasse im Sturm erobert Zoom

Acosta musste nach einer Strafe aus der Boxengasse starten und gewann trotzdem das Rennen. In Portimao lies der Rookie Saisonsieg Nummer zwei folgen. Nach drei Rennen führt der WM-Neuling die Moto3-Gesamtwertung mit 31 Punkten Vorsprung an.

Dass ein 16-Jähriger bei seinem WM-Debüt in seinen ersten drei Rennen solche Erfolge holt, ist einzigartig. Zum Vergleich schaffte Marc Marquez in seiner kompletten ersten 125er-Saison (2008) einen dritten Platz (in seinem sechsten Rennen).

Auch in seiner zweiten Saison war ein dritter Platz sein bestes Ergebnis. Seinen ersten Sieg eroberte Marquez in seinem dritten Jahr 2010, als er auch 125er-Weltmeister wurde. Valentino Rossi stand in seiner ersten 125er-Saison (1996) beim zehnten Rennen als Dritter erstmals auf dem Podest.


Fotostrecke: Fotostrecke: Alle "Rookies des Jahres" seit 2002

Anschließend gelang dem Italiener im elften Rennen der erste und einzige Sieg in seiner Rookie-Saison. Und auch ein Jorge Lorenzo schaffte erst gegen Ende seiner zweiten 125er-Saison mit einem Sieg in Rio (2003) zum ersten Mal den Sprung auf das Podest.

Im Vergleich dazu hat Acosta diese mehrfachen Weltmeister in den ersten drei Grands Prix in den Schatten gestellt. "Seine Herangehensweise und sein Einschlag in der Moto3 ist unglaublich", findet Rossi nur lobende Worte. "Er ist auch in Zweikämpfen sehr stark."

Marquez: "Wenn er so weitermacht, wird es für alle schwierig"

Deshalb kommt Rossi zu dem Schluss: "Pedro ist ein großes, großes Talent. Er ist sehr stark!" Spanien hat das nächste Supertalent in der Pipeline. Im von KTM und Red Bull unterstützten Team von Aki Ajo ist der Pfad bis in die MotoGP vorgezeichnet. Das Umfeld ist optimal.

"Pedro Acosta ist gut, sehr gut", lobt auch Marquez. "Ich habe schon nach den Katar-Rennen über ihn getwittert. Er fährt anders. Ich denke, dass er in diesem Jahr gewinnen wird, aber man sollte auf diesen Jungen keinen Druck ausüben. Er ist noch sehr jung."

Pedro Acosta

Auch in Portimao fuhr Pedro Acosta mit den richtigen Manövern zum Sieg Zoom

"Aber wenn er kühlen Kopf bewahrt, dann wird er es in die MotoGP schaffen und dort sehr gut machen. Er wird ein weiterer Spanier in der Königsklasse sein. Wenn er diese Entwicklung fortsetzt, dann habe ich kein Problem zu sagen, dass er es für alle sehr schwierig machen wird."

Acosta hat erst drei Moto3-Rennen auf WM-Niveau bestritten, und trotzdem wird er schon als der neue Superstar gehandelt. Als der Fahrer, der in Zukunft die MotoGP-Ära nach Marquez dominieren und prägen könnte. Bis dahin ist es noch ein sehr weiter Weg.

Aki Ajo: "Man kann Fahrer nicht vergleichen"

Aki Ajo ist einer der besten Teamchefs im Fahrerlager, der junge Talente optimal betreuen und ihre Entwicklung begleiten kann. 2010 gelang Marquez im Team des Finnen der entscheidende Durchbruch. Es war damals die Initialzündung zu den großen Erfolgen in allen Klassen.

"Es ist immer schwierig, Fahrer zu vergleichen", hält Ajo fest. "Es gibt sehr viele talentierte Fahrer und jeder hat seinen eigenen Stil, seine eigene Art. Wir versuchen auch von jedem Fahrer zu lernen. Es ist egal, ob er 16 oder 30 Jahre alt ist."

Aki Ajo

Der Finne Aki Ajo hat schon viele junge Talente betreut und gefördert Zoom

"War mir an Pedro gefällt, ist sein Old-School-Stil. Das erinnert mich ein wenig an die anderen Australier, Jack Miller und Remy Gardner. In der jungen Generation ist das nicht mehr normal. Wenn er das gut nutzt, dann könnte das eine Stärke sein, wenn man wie in alten Tagen arbeitet."

Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, wie Acosta damit umgeht, dass von einem Tag auf den anderen viel Rummel um seine Person herrscht. "Das ist immer die Frage", meint Ajo. "Für einen jungen Fahrer ist es nicht einfach, wenn plötzlich jeder über einen spricht."

Rummel um Acosta ist ein erster Test

"Aber das ist ein Test. Es ist nicht nur ein Test, sondern ein Lernprozess. Ich erwarte nicht, dass alles immer perfekt laufen wird. Ich hoffe sogar, dass es manchmal nicht perfekt ist, denn von Fehlern und schwierigen Momenten kann man lernen", lacht der Finne.

"Und wir müssen immer ständig besser und besser werden. Wenn alles gut läuft, dann finde ich, dass wir nicht komplett sind. Es ist also normal, dass es diese Momente gibt. Ich glaube aber nicht, dass sich Pedro davon stören lassen würde."

Pedro Acosta

Wird Pedro Acosta in Zukunft die MotoGP-Ära nach Marc Marquez prägen? Zoom

"Er ist ein lustiger Junge mit einer guten Einstellung. Soweit ich nach seinem ersten Sieg gesehen habe, hat er nicht ständig auf Instagram oder auf die Nachrichten geblickt. Er hat sogar die SIM-Karte in seinem Telefon getauscht. Deshalb denke ich, dass er sehr gut vorbereitet war."

Im vergangenen Jahr war Acosta in der CEV Moto3-Juniorenweltmeisterschaft am Start, die er als Dritter abschloss. Parallel dazu bestritt er auch den Red Bull Rookies-Cup. Diesen dominierte Acosta und holte sich den Meistertitel.

Der Rennstall von Ajo ist seit 2002 ein fixer Bestandteil der kleinen Klassen. Mike di Meglio wurde 2008 125er-Weltmeister und Marquez 2010. Sandro Cortese holte sich im ersten Moto3-Jahr 2012 den WM-Titel. 2016 folgte Brad Binder. Mit Johann Zarco wurde Ajo zweimal Moto2-Weltmeister.

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