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  • 15.12.2011 · 17:51

  • von Pete Fink

Wheldon-Unfall: Todesursache geklärt

Die IndyCars gaben in Indianapolis die offizielle Todesursache von Dan Wheldon bekannt: Der 33-jährige Brite prallte mit dem Kopf gegen den Pfosten des Fangzauns

(Motorsport-Total.com) - Nun ist es auch offiziell bestätigt worden: Dan Wheldon starb am 16. Oktober 2011 auf dem Las Vegas Motor Speedway, weil er bei extrem hoher Geschwindigkeit mit dem Kopf gegen den Pfosten des Fangzaunes prallte. Dies gaben IndyCar-Chef Randy Bernard und IndyCar-Rennchef Brian Barnhardt in Indianapolis bekannt, als sie die offiziellen Untersuchungen rund um den Unfall veröffentlichten.

Dan Wheldon

Die Hintergründe zum Unfall von Dan Wheldon sind nun aufgeklärt

Demnach sei Wheldon auf der Start-/Zielgerade mit einer Geschwindigkeit von
224 Meilen pro Stunde (360,5 km/h) gemessen worden. Hier der Untersuchungsbericht im Wortlaut: "Etwa 3,8 Sekunden vor dem ersten Einschlag wurde das Gaspedal auf 55 Prozent reduziert. Etwa eine Sekunde vor dem Einschlag wurde das Gaspedal auf unter 10 Prozent verringert, 2,4 Sekunden vor dem Kontakt wurde zudem das Bremspedal aktiviert."

Dies hatte das Fahrzeug auf 165 Meilen (265,5 km/h) abgebremst, als Wheldon in den Ganassi-Dallara von Charlie Kimball einschlug. Dabei traten bis zu 24g auf. Das Fahrzeug stieg in die Luft auf und flog 325 feet (knapp 100 Meter) durch die Luft. "Der rechte Hinterreifen hatte dabei Kontakt mit der Fahrbahn. Das Auto flog zunächst rücklings gerichtet und in einer aufrechten Position in Richtung der Safer-Barrier."

Einschlag am Pfosten tödlich

Dan Wheldon

Der schreckliche Moment: Dan Wheldon schlägt in den Fangzaun Zoom

"Das Chassis befand sich dann in einer Position, in dem das Heck über der Safer-Barrier war und die Front tiefer als das Heck. Es kam zu einem Zusammenprall mit der Startnummer 59 (Ernesto Viso; Anm. d. Red.). Daraufhin kam das Chassis ins Rotieren, sodass es parallel zum Fangzaun flog, die Front in der Fahrtrichtung und das Cockpit offen gegenüber der Seite des Fangzauns."

"Daraufhin schlug das Chassis mit der rechten Seite an einen Pfosten, der einen schweren Defekt am Monocoque verursachte. Dieser zog sich von dem Bereich der Pedale, durch das Cockpit bis hin zum oberen Teil des Monocoques. Daraus resultierte eine Deformation des Überrollbügels, der von rechts nach links vom Monocoque abgetrennt wurde. Als das Auto vorbei flog, drang der Pfosten in das Cockpit ein und hatte Kontakt mit dem Helm des Piloten."

"Dies wurde durch den Schaden an der rechten unteren Helmseite und des Visors sichtbar. Der Aufprall beschädigte die untere rechte Struktur des Helms und den Aufhängungspunkt des Visors. Daraufhin brach der Helm an dieser Stelle. Dieser Aufprall sorgte für die traumatischen und tödlichen Verletzungen an Dans Kopf. Andere Verletzungen hatte Dan nicht."

Ovale einzeln zu betrachten

IndyCar-Rennchef Brian Barnhart

IndyCar-Rennchef Brian Barnhart am Donnerstag in Indianapolis Zoom

Die IndyCar-Führung ist der Ansicht, dass es sich beim Las-Vegas-Rennen "um ein normales Pack-Racing handelte, wie es auf Ovalen mit großer Kurvenüberhöhung üblich ist. Allerdings kam es unter den Rennbedingungen zu nahezu unlimitierten Bewegungen im Feld, die in dieser Form noch nicht aufgetreten waren und die der spezifischen Streckengeometrie geschuldet waren."

Damit meinte Barnhart die Tatsache, dass das Oval mit seiner Oberfläche und den vorgegebenen technischen Rahmenbedingungen zuviel Grip geboten habe. Typisch für Ovalrennen sei die Existenz "von einer, maximal zwei Spuren. In Las Vegas gab es viele." Diese Faktoren hätten dazu geführt, dass "die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes gestiegen ist und es gleichzeitig für die Piloten schwieriger geworden ist, die Bewegungen der anderen Fahrer einzuschätzen."

Der IndyCar-Rennchef widersprach damit den Unterstellungen, das große, 34-köpfige Feld sei einer der ausschlaggebenden Faktoren für den Unfall gewesen. "Dieser Crash hätte zu jeder Zeit auf jeder Strecke passieren können." Aufgrund der lokalen Gegebenheiten hätten in Las Vegas sogar maximal 37 IndyCars starten können.

Weil jedes Oval seine eigene Streckengeometrie habe, könne man die Situation in Las Vegas nicht mit anderen schnellen 1,5 Meilenovalen wie Texas oder Chicagoland vergleichen. Barnharts Fazit lautete also: "Es gab mehrere Faktoren, die im Rennsport nicht unüblich sind, die aber allesamt zusammen kamen und letztlich Dans Leben gefordert hatten. Es ist eine Tragödie."

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