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  • 16.12.2011 · 13:36

  • von Pete Fink

Welche Lehren ziehen die IndyCars?

Nach dem Wheldon-Unfall sind die IndyCars auf der Suche nach Antworten und wollen ihre Testarbeit im Vorfeld der Oval-Rennen erheblich intensivieren

(Motorsport-Total.com) - Gemäß dem offiziellen Unfallbericht der IndyCars handelte es sich um "eine Verkettung unglücklicher Umstände", die am 16. Oktober 2011 in Las Vegas zum Tod von Dan Wheldon führten. Nach einer Massenkarambolage mit 15 beteiligten Fahrzeugen war der 33-jährige Brite mit der offenen Cockpitseite gegen den Pfosten eines Fangzauns geprallt. Dabei zog er sich tödliche Kopfverletzungen zu.

Dan Wheldon

Dan Wheldons Auto (links oben) kurz nach dem Einschlag in den Fangzaun

In den darauf folgenden Tagen und Wochen wurde natürlich viel geschrieben und viel diskutiert. Kritik gab es an dem ungewöhnlich großen Feld von 34 IndyCars, einige US-Mainstream-Medien verurteilten, dass in Las Vegas angeblich keine Profis am Werk waren. Beides wies die IndyCar-Führung zurück. "Dieser Crash hätte zu jeder Zeit auf jeder Strecke passieren können", betonte Rennchef Brian Barnhart.

Ebenfalls aufgeworfen wurde die Frage des Fangzauns und der Positionierung des Pfostens. Dieser befindet sich in Las Vegas auf der Streckenseite und nicht auf der Seite in Richtung der Zuschauertribünen (die es an Turn 2 in Las Vegas gar nicht gibt). Der Fangzaun, so Barnhart, habe seine Funktion erfüllt, die Frage nach der Position des Pfostens stelle sich nicht.

"Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass wenn die Struktur des Netzes auf der Innenseite gewesen wäre, dies den Ausgang des Unfalls in irgendeiner Art und Weise verändert hätte", betonte Barnhart. "Natürlich gibt es Szenarios, in denen es von Vorteil gewesen wäre, wenn die Struktur innen gewesen wäre. Aber in diesem speziellen Fall hätte das keinen Unterschied gemacht." Soll heißen: Die Wucht des Einschlags und die dabei entstandenen physikalischen Kräfte waren wohl zu groß.

Unzählige Linien

Randy Bernard und Brian Barnhart

Randy Bernard und Brian Barnhart sprechen über den Wheldon-Unfall Zoom

So konzentrieren sich die Überlegungen der IndyCars in eine andere Richtung. Barnhart: "In Las Vegas hatten wir die Situation, in der die Strecke, die Bedingungen und die Kombination aller streckengeometrischen Faktoren zusammen mit den Restriktionen, die wir zur Kontrolle der Speeds der Autos angesetzt haben, unzählige Racing-Linien geschaffen haben."

Diese Kombination sei ursächlich dafür gewesen, dass die Piloten "keine Herausforderung mehr hatten. Meiner Meinung nach müssen wir durch umfangreiches Testen wieder ein Limit schaffen. Die Fahrer müssen wissen, dass es eine Linie gibt, die sie nicht überschreiten können." Wie es in Texas oder Chicagoland der Fall ist.

"Wenn du in Texas oder Chicagoland auf die obere Spur kommst, dann ist es dort schmutzig oder das Grip-Level ist niedrig. Du kannst nicht die gesamte Strecke nutzen. Genau das ist in Las Vegas aber geschehen. Es gab unzählige Linien und dies hatten wir zuvor noch nicht erlebt. So stieg die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes und es wurde gleichzeitig für die Piloten schwieriger, die Bewegungen der anderen Fahrer einzuschätzen."

Viele Tests zu erwarten

IndyCar-Chef Randy Bernard

IndyCar-Chef Randy Bernard kündigte umfangreiche Tests bereits an Zoom

Daraus leitet sich die große Aufgabe ab: Wie kann identifiziert werden, ob es ein solches Gefahrenpotenzial wieder geben wird? Das Problem war bisher, dass die Tests im Vorfeld und auch die Trainingssitzungen selbst nie die späteren Rennbedingungen abbilden konnten. "Wir müssen in den Tests Bedingungen schaffen, die eine Rennsituation simulieren können. Egal wo wir fahren wollen, müssen wir die Streckengeometrie im Vorfeld genau analysieren können, um mit dem bestmöglichen Aerodynamik-Paket und den bestmöglichen technischen Spezifikationen ein Rennen zu fahren."

IndyCar-Chef Randy Bernard hatte es solches Szenario bereits angedeutet, als er vor einigen Tagen ankündigte, dass man auf dem Las Vegas Motor Speedway erst dann wieder fahren werde, wenn man ausgiebige Testfahrten durchgeführt hat. Dies bekräftigte Barnhart: "Wir brauchen mehr Autos bei den Tests. Teams und Piloten müssen uns die Perfomance-Parameter geben, damit wir ein volles Verständnis dafür bekommen, was wir zu erwarten haben, wenn wir später ein Rennen fahren."

Vor dem Indy 500 gibt es seit jeher ein Trainingsprogramm, das teilweise den ganzen Monat Mai umfasste. Mittlerweile wurde es auf zwei Wochen zusammengekürzt. Auch die NASCAR führt auf ihren Superspeedways regelmäßig Testfahrten durch, in denen das Pack-Racing simuliert wird. Beim Preseason-Thunder von Daytona treten nicht selten mehr als 50 Teams an. Nimmt man Barnhart und Bernard beim Wort, stehen den IndyCars nun ähnliche Zeiten bevor.

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