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Vorschau: IndyCars in Sweet Home Alabama

Zum dritten Mal besuchen die IndyCars den Barber Motorsports Park: 26 Piloten gemeldet - wer kann die Penske-Serie stoppen?

(Motorsport-Total.com) - Um es kurz und bündig zu formulieren: Roger Penske und seine Mannen sind im Barber Motorsports Park noch ungeschlagen. 2010 gewann Helio Castroneves das erste IndyCar-Rennen in Alabama, im Vorjahr siegte sein Teamkollege Will Power. Das war es bislang an IndyCar-Auftritten auf der sehr idyllisch gelegenen Strecke mit einer Länge von 3,83 Kilometern und insgesamt 16 Kurven.

Will Power

Will Power hatte das Vorjahresrennen von Barber komplett im Griff Zoom

Der Honda Indy Grand Prix of Alabama, so der offizielle Titel, hat also eine noch sehr kurze Historie. Im Herbst 2007 waren die IndyCar-Piloten zum ersten Mal zu einer Testfahrt eingeladen und zeigten sich danach von der Anlage begeistert. Kurseigner George Barber organisierte dann ab dem Jahr 2009 die offiziellen IndyCar-Vorsaisontests, die erst wieder 2012 in Sebring stattfanden.

Seinen absoluten Triumph feierte Barber dann im August 2009, als die IndyCar-Offiziellen seine Strecke als Detroit-Ersatz in den Rennkalender 2010 aufnahmen. Eigentlich ein großes kommerzielles Wagnis, denn Alabama ist bekanntlich absolutes Südstaatenterrain. Es ist Hoheitsgebiet der NASCAR, deren legendärer Talladega Superspeedway mit seinen knapp 150.000 Tribünenplätzen keine 50 Kilometer östlich vom Barber Motorsports Park liegt. Inklusive Infield sind in Talladega bis zu 200.000 Zuschauer möglich.


Umso erstaunlicher war der kommerzielle Erfolg des Barber-Debüts. Die Tribünen waren voll, die Campingplätze rund um die Berg- und Talbahn ausgebucht. Auch die Show abseits der Strecke passte. Basketball-Legende "Sir" Charles Barkley, der bei Olympia 1992 im legendären US-Dream-Team spielte, wuchs nur einen Steinwurf entfernt vom Barber Motorsports Park auf. Selbstverständlich ließ es sich der Lokalmatador nicht nehmen, das IndyCar-Feld am Rennsonntag 2010 höchstpersönlich auf die Reise zu schicken.

2011 wurde dann zum ersten Mal offiziell gezählt: Fast 80.000 Menschen kamen am Rennwochenende in den Park, am Sonntag waren es knapp 49.000 Zuschauer. Für IndyCar-Verhältnisse ist dies eine stolze Zahl und der Beweis, dass in Sweet Home Alabama nicht nur NASCAR möglich ist. Auch eine Formelserie aus dem fernen Indianapolis hat in diesem neuen Markt eine Daseinsberechtigung gefunden.

Wer kann Penske schlagen?

Helio Castroneves (Penske-Chevrolet)

Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) gewann den Saisonauftakt Zoom

Gemessen an den Ereignissen des Vorjahres kann es am Wochenende nur einen Favoriten geben: Will Power holte sich in überlegener Manier die so wichtige Pole-Position und fuhr anschließend einen Start-/Zielsieg sicher nach Hause. Aber: Es ist der erste Auftritt des neuen Dallara DW12 auf einer permanenten IndyCar-Rundstrecke.

Natürlich besteht in Barber die Gefahr einer IndyCar-Prozession, denn als einzige echte Überholstelle kommt eigentlich nur die Kehre von Turn 5 in Frage. 2011 entwickelte sich hinter Power ein echtes Crashfest, wobei die Frage im Raum steht, ob die Piloten mit dem neuen Auto genau so offenherzig umgehen werden. 2011 konnte jedenfalls nur Scott Dixon (Ganassi-Honda) in die Qualifikationsphalanx der Penske-Truppe eindringen.

Immerhin: Fast alle Spitzenteams waren bereits bei Testfahrten in Barber. "Ich freue mich auf das Rennen", sagt Favorit Power. "Die Tests liefen gut und wir sollten davon profitieren, indem wir ein gutes Auto haben werden." Über die Motivation von St-Pete-Sieger Helio Castroneves gibt es sowieso keinerlei Zweifel: "Unser Chevy-Motor ist bärenstark und sparsam", so der "Spiderman". "Genau darauf setzen wir auch in dieser Woche."

Im Andretti-Lager blicken viele auf Marco Andretti, der in den beiden vergangenen Barber-Auftritten jeweils eine bärenstarke Vorstellung gab: "Wir lagen hier viele Runden an der Spitze", erinnert er sich an seinen unglücklichen Benzinkrimi 2010. "Wir gehen also mit viel Selbstvertrauen nach Barber." In Sachen Setup erwartet er keine Überraschungen: "Was du in St. Pete gelernt hast, kannst du hier nicht brauchen. Wir verlassen uns auf das, was wir kennen und was dem neuen Auto bisher gut gefallen hat."

Was machen Barrichello und Ganassi?

Rubens Barrichello, Takuma Sato

Rubens Barrichello und Takuma Sato müsste Barber eigentlich liegen Zoom

Im KV-Lager hat vor allem Rubens Barrichello einiges gutzumachen. Im Vergleich zum holprigen Straßenkurs von St. Petersburg betritt der Formel-1-Routinier mit seiner ersten IndyCar-Rundstrecke gewohntes Terrain. Und: Barrichello war schon in Alabama zum Testen. "Zumindest kenne ich die Strecke", hofft der 39-Jährige. "Das Überholen scheint hier nicht einfach zu sein, weshalb das Qualifying umso wichtiger werden wird."

Sein Teamkollege und Langzeitkumpel Tony Kanaan ergänzt: "Die Strecke hat viele unterschiedliche Kurven und es geht ständig bergauf und bergab. Es ist also nicht einfach, hier permanent ein gutes Auto zu haben." Und wie gut ist der Twin-Turbo von Chevrolet im Vergleich zum einfachen Turbo von Honda? Auch auf diese Frage dürfte die glatte Achterbahn von Barber eine erste wirkliche Antwort geben können.

Natürlich steht im Honda-Lager Ganassi in vorderster Front. Scott Dixon zeigte sich in St. Pete bestens aufgelegt und Dario Franchitti ist nicht dafür bekannt, zwei Rennen in Folge im Mittelfeld zu verbringen. Doch der Ganassi-Geheimtipp für Barber heißt Graham Rahal, der bei den letzten Tests inofizielle Bestzeiten fuhr.

"Wir haben ein starkes Team", unterstreicht Rahal. "Das Resultat von St. Pete spiegelt nicht unser wahres Leistungsvermögen wieder. Die Tests liefen super und ich erwarte mir einiges." Honda-Außenseiter Nummer zwei ist Takuma Sato im Rahal-Honda: "Barber ist mit seinen flüssigen Kurvenkombinationen eines meiner Lieblingsrennen im ganzen Kalender", verrät der Japaner. "Leider hatte ich in den letzten beiden Jahren hier nicht viel Glück, aber das wird sich am Wochenende hoffentlich ändern."

Wie gut ist Lotus aufgestellt?

Oriol Servia

Oriol Servia: Wunderschöne Lackierung, aber noch zu langsam Zoom

Bleibt noch das Fragezeichen Lotus. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, dass die Lotus-Piloten nach wie vor nicht die volle Power des Triebwerks abrufen können. Auch diverse Elektrikprobleme bei Simona de Silvestro (HVM), sowie Katherine Legge und Sebastien Bourdais (beide Dragon) dürften in den wenigen Tagen zwischen St. Pete und Barber nur sehr schwer fundiert zu beheben sein.

Was Spätstarter Lotus vor allem fehlt, sind Testkilometer. Die konnte - im Gegensatz zu den Topteams - zum Beispiel Oriol Servia nicht genießen. "Ich hätte hier liebend gerne im Vorfeld getestet, aber leider klappte das nicht", berichtet der spanische IndyCar-Routinier. Was bleibt, ist der Faktor Hoffnung: "Ich wünsche mir, dass wir ein paar der positiven Erkenntnisse aus St. Pete nach Barber transferieren können."

Überholen im Rennen wird schwierig, darin sind sich alle einig. Umso wichtiger wird die Qualifikation am Samstag, denn in St. Pete erwischte es einige der Top-Piloten auf den weicheren Reds, als man am neuen DW12 erstmals die altbekannten Setup-Tricks mit den Qualifyern ausprobierte. Statt einem stabilen Heck erlebten viele plötzliches Übersteuern.

Am Freitag stehen den 26 gemeldeten Piloten zwei freie Trainingseinheiten zur Verfügung, richtig ernst wird es am Samstagnachmittag ab 16:40 Uhr MESZ, wenn die Qualifikation von Barber ansteht. Die Startflagge zu den 90 IndyCar-Runden von Alabama fällt am Sonntagabend gegen 20:30 Uhr MESZ.

Die Meldeliste für Barber:

01. 2 Ryan Briscoe (Penske-Chevrolet)
02. 3 Helio Castroneves (Penske-Chevrolet)
03. 4 J.R. Hildebrand (Panther-Chevrolet)
04. 5 Ernesto Viso (KV-Chevrolet)
05. 6 Katherine Legge (Dragon-Lotus)
06. 7 Sebastien Bourdais (Dragon-Lotus)
07. 8 Rubens Barrichello (KV-Chevrolet)
08. 9 Scott Dixon (Ganassi-Honda)
09. 10 Dario Franchitti (Ganassi-Honda)
10. 11 Tony Kanaan (KV-Chevrolet)
11. 12 Will Power (Penske-Chevrolet)
12. 14 Mike Conway (Foyt-Honda)
13. 15 Takuma Sato (Rahal-Honda)
14. 18 Justin Wilson (Coyne-Honda)
15. 19 James Jakes (Coyne-Honda)
16. 20 Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet)
17. 22 Oriol Servia (Dreyer/Reinbold-Lotus)
18. 26 Marco Andretti (Andretti-Chevrolet)
19. 27 James Hinchcliffe (Andretti-Chevrolet)
20. 28 Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevrolet)
21. 38 Graham Rahal (Ganassi-Honda)
22. 67 Josef Newgarden (Fisher/Hartman-Honda)
23. 77 Simon Pagenaud (Schmidt-Honda)
24. 78 Simona de Silvestro (HVM-Lotus)
25. 83 Charlie Kimball (Ganassi-Honda)
26. 98 Alex Tagliani (Herta-Lotus)

Der Zeitplan von Barber:

Freitag:

19:30 - 20:30 Uhr: Erstes Freies Training
22:30 - 23:30 Uhr: Zweites Freies Training

Samstag:

15:00 - 15:20 Uhr: Drittes Freies Training
ab 16:40 Uhr: Qualifikation

Sonntag:

15:40 - 16:10: Warm Up
ab 20:30 Uhr: Honda Indy Grand Prix of Alabama (90 Runden)

Alle Barber-Sieger:

2010: Helio Castroneves
2011: Will Power

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