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Turbulenter Auftakt in Edmonton

Die Penske-Teamkollegen Will Power und Helio Castroneves kommen sich in die Quere - Tabellenführer Hunter-Reay (Andretti) fängt sich eine Strafe ein

(Motorsport-Total.com) - Der erste Trainingstag zum Edmonton Indy, dem elften von 15 Läufen zur IndyCar-Saison 2012, gestaltete sich außerordentlich turbulent. Das zweite Freie Training auf dem kanadischen Flugplatzkurs in Edmonton musste gleich viermal mit der Roten Flagge unterbrochen werden und die Verursacher waren alles andere als Nobodys.

Helio Castroneves

Castroneves fuhr trotz eines heißen Moments mit Teamkollege Power Bestzeit Zoom

Zunächst zeigte Justin Wilson, der Edmonton-Sieger des Jahres 2006, in Turn 5 einen Dreher und sorgte für eine kurze Unterbrechung des Trainingsbetriebs. 25 Minuten später kamen sich in Turn 1 ausgerechnet die beiden Penske-Piloten Will Power und Helio Castroneves in die Quere.

Power kam gerade aus der Boxengasse und musste eine Notbremsung einleiten, um nicht mit seinem Teamkollegen, der kurz zuvor die Bestzeit markiert hatte, zu kollidieren. Castroneves hatte sich bei Anfahrt zu Turn 1 verbremst und gedreht. Nach der Schrecksekunde konnten beide das Training fortsetzen.


Die Höhepunkte des zweiten Edmonton-Trainings

Charlie Kimball (Ganassi-Honda) und Mike Conway (Foyt-Honda) sorgten mit unabhängigen Zwischenfällen für zwei weitere Rote Flaggen. Kimball stopfte seinen Boliden in einen Reifenstapel, Conway rollte ohne Vortrieb auf der Piste aus und musste abgeschleppt werden.

Castroneves mit Bestzeit nach Schrecksekunde

Nach Ablauf der 60 Minuten war es Castroneves, dessen schnellste Runde in 1:16.492 Minuten die Session als Bestzeit überstand. Der "Spiderman" war damit ganze drei Tausendstelsekunden schneller als Scott Dixon. Der Neuseeländer in Diensten des Ganassi-Teams knallte seine Zeit knapp zwei Minuten vor Ablauf der Zeit auf den Beton, verpasste die Spitzenposition aber denkbar knapp. Da Dixon im laufenden Rennjahr bereits den sechsten Motor im Auto hat, muss er am Sonntag in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten.

Im Vergleich zur Pole-Zeit von Takuma Sato aus der Saison 2011 war Castroneves am Steuer des Dallara DW12 somit bereits am Freitag um mehr als zwei Sekunden schneller. Mike Conway schaffte nach seinem Abflug unterm Strich noch Rang drei vor den beiden kanadischen Publikumslieblingen James Hinchcliffe (Andretti-Chevy; 4.) und Alex Tagliani (Herta-Honda; 5.).

IndyCar-Champion Dario Franchitti (Ganassi-Honda) schloss das zweite Freie Training als Sechster ab. Justin Wilson (7.), Tabellenführer Ryan Hunter-Reay (Andretti-Chevy; 8.) sowie dessen schärfster Verfolger in der Meisterschaft, Will Power (9.), und Rubens Barrichello (KV-Chevy; 10.) klassierten sich ebenfalls in den Top 10.

Auch Simona de Silvestro (HVM-Lotus) kam wie so viele zwischenzeitlich vom rechten Weg ab und beendete die Session auf Platz 24 im 25-köpfigen Feld. Die Schweizerin wies im Vergleich zur Bestzeit von Castroneves knapp 1,4 Sekunden Rückstand auf und muss am Sonntag genau wie Scott Dixon aufgrund eines vorangegangenen Motorwechsels zehn Startplätze nach hinten.

Honda-Dominanz und Strafe für Hunter-Reay in Session 1

Im vorangegangenen ersten Freien Training gab Simon Pagenaud (Schmidt-Honda) das Tempo vor. Der mit Abstand aussichtsreichste Anwärter auf den diesjährigen Rookie-Titel umrundete den 3,579 Kilometer langen Flugplatzkurs in der Auftaktsession in 1:16.539 Minuten und lag damit knapp vier Zehntelsekunden vor Mike Conway (Foyt-Honda). In Person von Justin Wilson (Coyne; 3.), Graham Rahal (Ganassi; 4.) und Josef Newgarden (Fisher; 5.) klassierten sich drei weitere Honda-Piloten in den Top 5 der Zeitenliste.

Newgarden hatte das Klassement über weite Strecken der Session angeführt. Erst in den letzten fünf Minuten schoben sich seine Honda-Markenkollegen Pagenaud, Conway, Wilson und Rahal noch vorbei. Unterm Strich wurden die ersten acht Positionen von Piloten mit Honda-Power eingenommen. Schnellster Chevy-Vertreter war KV-Rookie Rubens Barrichello als Neunter vor J.R. Hildebrand (Panther-Chevy; 10.).


Fotos: IndyCars in Edmonton


Derweil fanden sich die Titelfavoriten nur auf den hinteren Positionen wieder. Will Power landete auf Platz 21. Ryan Hunter-Reay wurde nur als 22. notiert. Der Andretti-Pilot wurde für acht Minuten in der Boxengasse festgehalten, nachdem er James Jakes (Coyne-Honda; 19.) in Turn 12 von der Strecke abgedrängt und ihm zudem den berühmten Mittelfinger gezeigt hatte. Nach Ansicht des IndyCar-Tabellenführers verhielt sich Jakes ihm gegenüber nicht mit dem notwendigen Respekt.

Dennoch gehört Hunter-Reay nach zuletzt drei Siegen in Folge auch am Sonntag wieder zu den Favoriten. Dies sieht auch sein schärfster Verfolger Will Power so. "Er war schon immer ein starker Fahrer, aber in diesem Jahr ist er zudem noch sehr konstant", stellt der Penske-Pilot heraus und kommt zum Schluss: "Meiner Ansicht nach ist er derzeit der stärkste Fahrer im IndyCar-Zirkus."

Die Einschätzung des Australiers fällt im Sinne eines Abtretens der Favoritenrolle sicherlich nicht ganz uneigennützig aus. Hinzu kommt, dass Hunter-Reay nach einem vorsorglichen Motorwechsel im Anschluss an seinen Toronto-Sieg beim zweiten Rennen auf kanadischem Boden zehn Startplätze nach hinten muss und somit bestenfalls aus Reihe sechs ins Rennen gehen wird.

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