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Penske-Doppelerfolg in Milwaukee: Power vor Montoya

Will Power drückt den 250 Runden auf der Milwaukee Mile seinen Stempel auf: Sieg vor Juan Pablo Montoya - Rückschlag im Titelkampf für Ryan Hunter-Reay

(Motorsport-Total.com) - Das drittletzte Rennen der IndyCar-Saison wurde am Sonntag zur sicheren Beute von Will Power (Penske-Chevrolet). Von der Pole-Position gestartet, lag der Australier beim ABC Supply Wisconsin 250 auf der Milwaukee Mile während 229 der 250 Runden an der Spitze und sicherte sich in überzeugende Manier seinen dritten Saisonsieg nach St. Petersburg und Detroit.

Will Power

Totale Dominanz in Milwaukee: Dritter Saisonsieg für Tabellenführer Will Power Zoom

Kamen Powers Saisonsiege Nummer eins und zwei jeweils auf einem Stadtkurs zustande, so klappte es nun auch auf einem Oval. Der Erfolg hatte sich abgezeichnet. "Das Ovalfahren macht mir inzwischen richtig Spaß. Alles, was mir noch fehlte, war ein Sieg auf einem kurzen Oval", so der siegreiche Penske-Pilot aus Australien in der Victory Lane von Milwaukee, nachdem er auch das Manko eines fehlenden Sieges auf einem Ein-Meilen-Oval in überzeugender Manier abgehakt hatte.

Beim Start machte sich Polesitter Power direkt auf und davon und diktierte das Geschehen bis zur ersten Runde der Boxenstopps nach Belieben. Mit dem zweiten Satz Firestone-Reifen und einem aufgefüllten Tank war es dann der neben ihm aus Startreihe eins losgefahrene Tony Kanaan (Ganassi-Chevrolet), der mächtig Druck auf den Australier ausübte. Dieser allerdings hielt auf der Außenbahn von Turn 3 gleich mehrfach knallhart dagegen und verteidigte seine Führung bis zum zweiten Routinestopp in Runde 121.


Fotos: IndyCars in Milwaukee, Rennen


Nach der zweiten Runde der Boxenstopps war es Kanaan, der die Führung innehatte. Der Brasilianer war deutlich vor Power an der Box gewesen und hatte mit seinen frischen Reifen die vorherige Lücke nicht nur zufahren, sondern sich unterm Strich zwei Sekunden Vorsprung herausfahren können. Die Reihenfolge, nachdem alle Fahrer zum zweiten Mal an der Box waren: Kanaan, Power und Ryan Briscoe (Ganassi-Chevrolet).

Juan Pablo Montoya (Penske-Chevrolet) lag bis zum ersten Boxenstopp auf Rang drei hinter Power und Kanaan. Beim Service erwischte der Kolumbianer eines von seiner Crew bereitgelegten Räder. Die IndyCar-Offiziellen aber drückten beide Augen zu: Statt einer Durchfahrtsstrafe gab es nur eine Verwarnung. Der Verlust von einer Position an Briscoe war die einzige Konsequenz für den Pocono-Sieger - Glück gehabt.

Kanaan setzt Power unter Druck, mehr aber auch nicht

Tony Kanaan

Ganassi-Pilot Tony Kanaan muss weiter auf seinen ersten Saisonsieg warten Zoom

In Runde 132 dann die einzige Gelbphase im Rennen: Carlos Munoz (Andretti-Honda) rollte in langsamer Fahrt um das Ein-Meilen-Oval, nachdem er kurz zuvor die Mauer von Turn 4 gestreift hatte. Weil Power nur elf Umläufe zuvor an der Box war, blieb er unter Gelb auf der Strecke. Josef Newgarden (Fisher-Honda) und Marco Andretti (Andretti-Honda) taten es dem Penkse-Piloten gleich. Die Konkurrenz um Kanaan, Briscoe, Montoya, Scott Dixon (Ganassi-Honda), Helio Castroneves (Penske-Chevrolet), Simon Pagenaud (Schmidt-Honda), Sebastien Bourdais (KV-Chevrolet) und Co. kam zum Service herein.

Beim Restart führte somit wieder Power, diesmal gefolgt von Newgarden und Andretti. Kanaan war als Vierter der erste der Fahrer, die unter Gelb an der Box waren. Und der noch auf seinen ersten Saisonsieg wartende Brasilianer machte sofort Ernst: Andretti und Newgarden waren schon in der ersten Runde nach dem Restart geschlagen. Fortan hatte Leader Power wieder den roten Ganassi-Boliden mit der Startnummer 10 im Rückspiegel, konnte diesen aber in Schach halten.

Montoya stellt Penske-Doppelerfolg sicher

Juan Pablo Montoya

Platz zwei: Montoya fuhr zum vierten Mal in seiner Comeback-Saison aufs Podium Zoom

Beim dritten Boxenstopp-Durchgang um Runde 190 war es dann Power, der als Erster der Spitzengruppe hereinkam. Der Stopp klappte problemlos und der Penske-Pilot hatte für die verbleibende Distanz ausgesorgt. Kanaan und Montoya kamen eine beziehungsweise zwei Runden nach Power zum Service. Als sich alles wieder sortiert hatte, lag Power mit knappem Vorsprung auf Newgarden an der Spitze. Montoya war beim Stopp an Ganassi-Pilot Kanaan vorbeigekommen.

Im dichten Überrundungsverkehr machte sich Montoya dann seine jahrelange Oval-Erfahrung zunutze, zog an Newgarden vorbei auf Rang zwei und begab sich auf die Jagd nach seinem führenden Penske-Teamkollegen Power. Der aber hatte die Lage absolut im Griff und kreuzte die Linie nach 250 Runden mit 2,795 Sekunden Vorsprung auf Montoya als Sieger.

Hinter den beiden Penske-Piloten kletterte Kanaan als Dritter aufs Podest, weil Newgarden 13 Runden vor Schluss noch einmal tanken musste. Dixon (4.) und Briscoe (6.) sorgten für drei Ganassi-Boliden in den Top 6 - dazwischen der unglückliche Newgarden, der immerhin noch Platz fünf retten konnte. Die Top 10 wurden von Pagenaud und dessen Schmidt-Teamkollegen Michail Aljoschin sowie Ed Carpenter (Carpenter-Chevrolet) und Jack Hawksworth (Herta-Honda) vervollständigt.

Castroneves außerhalb der Top 10 im Ziel

Helio Castroneves

Helio Castroneves reist mit 39 Punkten Rückstand auf Power nach Sonoma Zoom

Der mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Power nach Milwaukee gekommene Castroneves kämpfte im Verlauf der gesamten Renndistanz mit Handlingsproblemen und wurde nur Elfter. "In den Kurven 3 und 4 lag mein Auto überhaupt nicht. Es schob brutal über die Vorderachse und ich sah mich ein paar mal schon in der Mauer", berichtet der "Spiderman", der trotz nun 39 Punkten Rückstand auf Power im Titelkampf noch lange nicht aufgegeben hat. "Noch sind zwei Rennen zu fahren. Ich werde weiter angreifen", versichert Castroneves. Zur Erinnerung: Beim Saisonfinale in Fontana gibt es doppelte Punkte.

Teamkollege Montoya will sich jedenfalls nicht festlegen. "Ein Penske-Doppererfolg ist für die Meisterschaft sicher nicht das Schlechteste. Will verdient den Titel, Helio aber genauso. Es ist schwer zu sagen, wer von beiden es machen wird", so der Kolumbianer, der zwei Rennen vor Schluss als Fünfter der Tabelle ebenso noch Titelchancen hat wie Pagenaud, Ryan Hunter-Reay und Dixon.

Rückschlag im Titelkampf für Hunter-Reay

Ryan Hunter-Reay

Andretti-Pilot Ryan Hunter-Reay musste abstellen und hat nun 108 Punkte Rückstand Zoom

Hunter-Reay, der kurz vor dem Rennen bekanntgab, auch in den kommenden drei Jahren den von DHL gesponserten Andretti-Boliden zu fahren, hat wie Montoya und Dixon mehr als 100 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Power. In Milwaukee wollte der Andretti-Pilot Punkte aufholen, doch es kam anders. Von seinem schlechten Qualifying ließ er sich zunächst nicht aus dem Konzept bringen. Von Startplatz 19 losgefahren, klopfte der Indy-500-Sieger schon nach 30 Runden an den Top 10 an.

Nach der Runde der ersten Boxenstopps fand sich Hunter-Reay sogar auf Rang fünf wieder. Beim zweiten Boxenstopp aber verlor der dreifache Milwaukee-Sieger wieder einen Großteil seiner zuvor hart erkämpften Positionen: Das rechte Hinterrad ließ sich beim ersten Versuch nicht richtig aufsetzten, wertvolle Sekunden gingen verloren.

In Runde 168 kam es noch dicker: Der gelbe Andretti-Honda mit der Startnummer 28 rollte in langsamer in Richtung Box. Die linke hintere Radaufhängung war gebrochen. Ursache war kein Mauerkontakt, sondern ein Materialfehler. Was für Hunter-Reay bleibt, ist die bittere Erkenntnis, im Titelkampf ohne eigenes Verschulden einen herben Rückschlag erlitten zu haben.

Das vorletzte Rennen der IndyCar-Saison 2014 steigt am kommenden Wochenende auf der kurvenreichen Berg-und-Talbahn in Sonoma. Nur sechs Tage später steht das Saisonfinale auf dem Zwei-Meilen-Oval in Fontana auf dem Programm.

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