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Pechvogel Junqueira raus, Hunter-Reay rein!

Zum zweiten Mal in drei Jahren muss Bruno Junqueira ein von ihm qualifiziertes Auto aufgeben: Foyt hilft Andretti, Hunter-Reay doch noch im Rennen

(Motorsport-Total.com) - Ryan Hunter-Reay wird nun doch am Indy 500 teilnehmen. Der Andretti-Pilot ersetzt Bruno Junqueira im zweiten Foyt-Dallara mit der Startnummer 41. Junqueira qualifizierte dieses Auto am Pole-Day auf Startplatz 19. Aufgrund des Fahrerwechsels muss Hunter-Reay im Foyt-Dallara von ganz hinten starten.

Ryan Hunter-Reay

Glück im Unglück: Ryan Hunter-Reay steht doch noch im Indy 500 Zoom

Ein Personalwechsel, der nicht gänzlich unerwartet kam: Mit DHL und Sun Drop hat Hunter-Reay zwei zahlungskräftige Sponsoren im Rücken, für die eine Nicht-Teilnahme beim größten IndyCar-Event der Saison natürlich alles andere als günstig gewesen wäre. Junqueira hingegen brachte keine eigenen Sponsoren mit.


Fotos: Indy 500, Bump-Day


"In den letzten Tagen erlebte ich ein unglaubliches Spektrum an Emotionen", erklärte Hunter-Reay, der am Bump-Day von Marco Andretti aus dem Rennen geschubst wurde. Die Trainingszeit war abgelaufen, ein Konter nicht mehr möglich. "Diesen Tausch machen kommerzielle Entscheidungen und Interessen möglich. So etwas gab es in der Historie des Indy 500 immer wieder."

"Bruno tut mir unendlich leid und ich danke ihm für seine Bemühungen. Ich hoffe, er versteht das Ganze." In dieser Woche wird der knallrote Foyt-Dallara mit den gelb-weißen Sponsorenstickern Hunter-Reays versehen. Für Pechvogel Junqueira ist es bereits das zweite Mal, dass er ein qualifiziertes Auto abgeben muss: 2009 wurde er in der gleichen Situation vom damaligen Conquest-Teamkollegen Alex Tagliani ersetzt, der sich nicht qualifizieren konnte.

Texas hilft Texas und Andretti

Bruno Junqueira

Der knallrote Foyt-Dallara von Bruno Junqueira mit der 41 Zoom

Auch A.J. Foyt und Hunter-Reay haben eine gemeinsame Historie, die unmittelbar mit dem Indy 500 verbunden ist: Als Foyt-Pilot Vitor Meira beim Indy 500 des Jahres 2009 seinen schlimmen Unfall erlebte, war es unter anderem der gebürtige Texaner, der Meira ersetzte. Zur Saison 2010 kam Hunter-Reay zu einem Andretti-Cockpit.

Hilfe unter Landsleuten gewissermaßen, denn Indy-Legende Foyt stammt bekanntlich ebenfalls aus Texas. "Wir fahren zwar seit Jahren gegeneinander, aber man hat doch eine gewisse Beziehung", erklärte Foyt in Bezug auf die Andretti-Dynastie. "In so einer Situation kann man den Kollegen nicht einfach im Stich lassen, zumindest ich kann das nicht. So war es bei uns schon immer, man versucht sich gegenseitig zu helfen."

Das unschuldige Opfer dieses US-amerikanischen Rennspirits ist natürlich Junqueira. "Ich weiß, dass dies für Bruno eine unglaublich harte Entscheidung ist", betonte Foyt. "Ich hoffe nur, dass er die Situation versteht. Ich kann nur sagen, dass ich sein Verständnis sehr schätze. Mehr als die Leute vielleicht glauben."

Für Michael Andretti und Hunter-Reay war dies eine extrem wichtige Entscheidung: "Es lag ganz allein an A.J. Foyt, uns bei einem unserer Vollzeitteams zu helfen, als wir seine Hilfe wirklich gebraucht haben. Jetzt stehen Ryan, DHL, Sun Drop und andere unserer wertvollen Sponsoren doch noch im Indy 500."

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