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Bump-Day-Drama für die Andretti-Familie!

Indy-Drama für Michael Andretti: Danica Patrick und - in allerletzter Sekunde - Marco Andretti schaffen den Cut, Hunter-Reay und Conway fahren nach Hause!

(Motorsport-Total.com) - Wie oft hat Indianapolis der Rennfahrerfamilie Andretti in den vergangenen Jahren schon die Zähne gezeigt? Ein einziger Indy-500-Sieg von Mario Andretti im Jahr 1969 steht in den Siegerlisten, dafür aber jede Menge Dramen, sowie Pleiten, Pech und Pannen über drei Generationen. Seit dem Bump-Day 2011 kann die Andretti-Dynastie über ein weiteres süß-saures Kapitel berichten. Ist es überhaupt denkbar, ein Indy 500 ohne Danica Patrick und Marco Andretti zu erleben? Zeitweise sah es danach aus.

Marco Andretti

Marco Andretti sorgte am Sonntag in Indianapolis für ein Mega-Drama Zoom

Doch der Reihe nach: Die meisten IndyCar-Promis, die am samstäglichen Pole-Day noch Probleme erlebten, hatten 24 Stunden später keine Schwierigkeiten sich zu qualifizieren: Charlie Kimball (29.) und Graham Rahal (30.; beide Ganassi), sowie Ryan Briscoe (27.; Penske) legten früh jeweils einen grundsoliden Schnitt jenseits der 224-Meilen-Marke hin. "Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass Team Penske am Bump-Day um die Qualifikation kämpfen muss", atmete der Australier auf, der am Morgen des Pole-Days sein Einsatzchassis geschrottet hatte.


Fotos: Indy 500, Bump-Day


Auch die 26-jährige Britin Pippa Mann (Conquest; 32.) sah nach ihren vier fliegenden Runden im Einzelzeitfahren und einem Schnitt von 223.936 Meilen einer sicheren Qualifikation für das Indy 500 entgegen. Gleiches gilt für Ana Beatriz (Dreyer & Reinbold; 33.) Paul Tracy setzte dem Ganzen dann die Krone auf, als der IndyCar-Veteran bei einsetzendem Regen (!) einen Schnitt von 224.939 Meilen in den Asphalt knallte. Das war gut genug für Startplatz 25.

"Es begann in meiner dritten Runde", berichtete der furchtlose Tracy. "Ich habe mir nur überlegt, ob mich Indy nun komplett verarschen will. Ich konnte die Feuchtigkeit auf der Strecke richtig fühlen." IndyCar-Rennchef Brian Barnhart ließ die Gelbe Flagge bis zum Ende des Tracy-Runs stecken. "Das war eine unglaubliche Leistung von Paul", so sein Kommentar.

Nervenkitzel für Danica Patrick

Danica Patrick

Danica Patrick musste am Bump-Day lange auf ihren Einsatz warten... Zoom

Unmittelbar danach begann das Andretti-Drama, zunächst mit der Hauptdarstellerin Danica Patrick. Nachdem ihr giftgrüner Dallara die technische Inspektion nicht im ersten Anlauf bestanden hatte, verlor sie ihre eigentliche Startposition. Patrick musste sich also wieder ganz hinten in der Reihe anstellen und war so die allerletzte Kandidatin, die am Bump-Day ihren ersten Qualifikationsversuch unternehmen konnte, besser gesagt: wollte.

Der US-Superstar saß im Auto und konnte es nicht fassen, dass ihr das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Zu allem Überfluss entpuppte sich der Schauer auch noch als länger anhaltend als vermutet, weshalb es nun zu einem Wettlauf gegen die Zeit kam. Immerhin dauert es im Normalfall etwa zwei Stunden, bis das mächtige 2,5 Meilenoval komplett abgetrocknet ist.

Übrigens: Hätte das Wetter tatsächlich nicht mitgespielt, hätte Patrick auch kein Recht darauf gehabt, einen Qualifikationsversuch zu starten. Keine Danica Patrick im Indy 500? Ein völlig unmöglicher Gedanke und tatsächlich konnte die 29-Jährige nach einer äußerst nervenaufreibenden Wartezeit von etwa 90 Minuten ihren Run endlich durchführen.

Und wer bisher an der wirklichen Nervenstärke von Patrick zweifelte, der musste sich eines besseren belehren lassen. In ihrem Andretti-Dallara knallte sie aus dem Stand einen Schnitt von 224,861 Meilen pro Stunde hin. Das war gut genug für Startplatz 26. "Dieses Drama hat mich zehn Jahre meines Lebens gekostet", lautete ihr überglücklicher Kommentar. Patrick war also durch, doch für ihren Teamchef Michael Andretti sollte der wirkliche Bump-Day-Krimi nun erst beginnen.

Pest oder Cholera?

Marco Andretti

Geschafft: Riesenjubel bei "Last-Minute-Starter" Marco Andretti Zoom

Mit ihrer Marke hatte Patrick Dale-Coyne-Pilot Alex Lloyd aus dem Indy 500 geschubst. Eine Stunde vor dem Ende befanden sich dadurch Ryan Hunter-Reay (223.690) und Marco Andretti (223.688) auf den Positionen 32 und 33. "On the bubble", lautet der US-amerikanische Ausdruck dafür - und das Andretti-Team hatte nun die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera.

Es war klar, dass Lloyd, sowie Sebastian Saavedra (Conquest) und auch Rafael Matos (AFS) jeden der ihnen noch zustehenden Qualifikationsanläufe nutzen würden. Was also tun? Paul Tracy ließ am Bump-Day im Vorjahr eine Zeit streichen, die ihn ins Indy 500 gebracht hätte, weil er auf Nummer sicher gehen wollte. Prompt war er in seinem nächsten Anlauf langsamer und verpasste den Cut. Andretti und Hunter-Reay warteten also ab.

Dann kam es, wie es kommen musste. Wenige Minuten vor dem Ablauf der Zeit holte Lloyd (31.) zum ganz großen Schlag aus: Der Brite erreichte eine Marke von 223.957 Meilen pro Stunde und schubste Marco Andretti damit aus dem Indy 500! Hunter-Reay war "on the bubble". Eine fatale Situation, denn damit war auch klar, dass einer der beiden Andretti-Piloten nicht im Indy 500 stehen würde.

Last-Minute-Startplatz für Marco Andretti

Ryan Hunter-Reay

Kein Startplatz im Indy 500: Blankes Entsetzen bei Ryan Hunter-Reay Zoom

50 Sekunden (!) vor dem Ende der sechsstündigen Session hatte Andretti noch einen letzten Anlauf zur Verfügung - und beweis genauso Nervenstärke wie zuvor Patrick. Seine Marke von 224.628 Meilen brachte ihm Startplatz 28. Aber: Die Zeit war abgelaufen, Hunter-Reay war draußen. Das gleiche Schicksal erlitt früher in der Session Mike Conway (223.449), der am Sonntag nie auf Speed kam und seine letzten beiden Anläufe jeweils abbrach.

Damit brachte Andretti Autosport nur drei von fünf Teams ins Indy 500. Routinier John Andretti hatte sich am Pole-Day qualifiziert, Patrick und Marco Andretti schafften den Cut am Bump-Day. Tiefe Trauer herrschte hingegen bei Hunter-Reay und Conway - Indianapolis war wieder einmal ein Stolperstein für die Andrettis.

"Als Fahrer habe ich hier einige schlimme Tage erlebt", zog ein sichtlich mitgenommener Michael Andretti Bilanz. "Aber als Teambesitzer habe ich so etwas noch nicht erlebt. Natürlich freue ich mich für Marco, aber wenn ich an Ryan und Mike denke, dann zerreist es mir das Herz. Ich finde keine Worte dafür, das ist einfach nur unendlich traurig." Das Indy 500 beginnt am 29. Mai ab 18:00 Uhr MESZ.

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