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IndyCar-Chef Roger Penske: Motorsport vor 2030 nicht vollständig elektrifiziert

Roger Penske denkt nicht, dass der gesamte Motorsport auf Elektro wechselt: Warum er das so sieht und wie es um einen dritten IndyCar-Motorenlieferanten bestellt ist

(Motorsport-Total.com) - Die Gesellschaften auf der Erde wandeln sich, und mit ihnen Werte, Normen und Konventionen. Der Klimawandel gehört neben der Corona-Krise zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Von dieser Entwicklung sind auch die Automobil-Industrie und der Motorsport nicht ausgenommen.

Roger Penske

Roger Penkse glaubt nicht an einen vollständig elektrifizierten Motorsport Zoom

Sie müssen dementsprechend ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt leisten. Die drastische Reduzierung von CO2-Emissionen steht dabei ganz oben auf der Agenda. Im Moment soll dieses Ziel vorrangig mit Elektro-Antrieben erreicht werden. Doch es gibt auch Zweifel daran, dass dies der Wahrheit letzter Schluss ist. Zu den kritischen Stimmen gehört auch IndyCar-Chef Roger Penske.

"Ich glaube nicht, dass die Welt komplett elektrisch sein wird. Ich denke, wir werden Hybrid-Lösungen in allen Arten von Transportmitteln haben", antwortet Penske im Gespräch mit der internationalen Edition von 'Motorsport.com' auf die Frage, ob der Motorsport bis 2030 vollständig auf Elektro-Antriebe umsteigen würde.

Penske meint, dass auch die Umgebung dabei eine Rolle spielen wird: "Ich bin mir sicher, dass es eine vorgeschriebene Elektrifizierung in bestimmten Städten geben wird, in sehr dicht besiedelten Gebieten. Aber die Quote wird nicht bei 100 Prozent liegen."


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Besonders in den USA wird der Mobilitäts-Wandel noch kritisch gesehen. Penske macht das an der Nachfrage nach elektrifizierten Fahrzeugen fest, die "sicherlich nicht das ist, was sie in Europa ist." Aber: "Nachfrage und Infrastruktur sind hier im Aufbau, um das zu ermöglichen."

IndyCar mit Hybrid: Penske zuversichtlich

Einen kleinen Paradigmen-Wechsel vollführt auch die von Penske geführte IndyCar-Serie. Aktuell kommen dort 2,2-Liter-V6-Turbos zum Einsatz. Zur Saison 2023 werden sie von 2,4-Liter-V6-Turbos abgelöst, in denen dann auch erstmals ein Hybrid-System zum Einsatz kommt. Dadurch soll mindestens ein dritter Motorenlieferant neben Chevrolet und Honda gewonnen werden.

Penske gibt sich zuversichtlich: "Wir sind im Moment in Gesprächen mit zwei wirklich guten Optionen. Aber ich würde sagen: Wir wissen in den nächsten Monaten hoffentlich, wo wir stehen, und dass wir hoffentlich zumindest einen weiteren Hersteller haben werden."

Die Hybridisierung der Serie ist ein wichtiger Schritt, den die IndyCar-Serie in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft unternimmt. Dass man es dabei belässt, erscheint allerdings nur schwer vorstellbar. Welche weiteren Schritte unternommen werden, bleibt abzuwarten.

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