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IMSA könnte Glickenhaus erneut ausschließen: Geht es vor Gericht?

Die IMSA könnte kleine Hersteller vom LMH/LMDh-Wettbewerb ausschließen - Glickenhaus droht mit Kartell- und Diskriminierungsklage

(Motorsport-Total.com) - Neuauflage: IMSA und Glickenhaus stehen sich in einem eigentlich schon gelöst geglaubten Konflikt erneut gegenüber. Grund dafür ist, dass die IMSA ihre alte "Mainstream"-Klausel nun unter neuen Voraussetzungen wieder durchdrücken könnte. Glickenhaus droht mit einer Klage.

Ryan Briscoe, Richard Westbrook

Glickenhaus würde es nicht hinnehmen, von der IMSA ausgeschlossen zu werden Zoom

IMSA-Präsident John Doonan hat erste Informationen dazu gegeben, was Hersteller tun müssen, um an der IMSA SportsCar Championship 2023 teilzunehmen. Das bezieht sich auf kommerzielle Deals, aber auch Stückzahlen: LMDh-Hersteller müssen 2.500 Autos pro Jahr absetzen. Das könnte bald auch für Le-Mans-Hypercars gelten.

Eigentlich hatten sich Glickenhaus und die IMSA in einem Telefonat zu Beginn des Jahres geeinigt. Nun scheint wieder alles auf Anfang gedreht. Die IMSA, die im Zuge der LMDh-Regularien samt LMH-Konvergenz eine Herstellerschwemme erwartet, muss diesen eine Plattform bieten, auf der sie nicht von Kleinstserienherstellern blamiert werden können.

Glickenhaus: Das ist illegal

Glickenhaus wiederum pocht auf sein Recht, an der Serie teilnehmen zu dürfen, nachdem Le-Mans-Hypercars ab 2023 zugelassen worden sind. In den sozialen Medien verweist James "Jim" Glickenhaus ausdrücklich auf das US-Kartellrecht.

"Sie sind dumm, wenn sie denken, dass sie uns als kleine Firma diskriminieren können. Ihre Position, dass sie uns davon abhalten können, in ihrer Meisterschaft zu starten, weil wir nicht 2.500 Autos pro Jahr bauen, ist illegal", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Glickenhaus hatte die IMSA schon einmal der Illegalität bezichtigt, als sie im vergangenen Jahr in einem Kommunique bekanntgegeben hat, nur "Mainstream-Hersteller" zulassen zu wollen. Jim Glickenhaus prognostizierte der Meisterschaft damals den "Müllhaufen der Geschichte".

Eigentlich schien die Sache aus dem Weg geräumt, als sich abzeichnete, dass in der IMSA auch Le-Mans-Hypercars (LMH) zugelassen werden. Die Mainstream-Klausel bezog sich zunächst einmal auf die LMDh-Regularien, unter die Glickenhaus mit seinem LMH nicht fällt.

Doch nun könnte die IMSA das Minimum von 2.500 Straßenfahrzeugen auf die LMH ausdehnen. Erst vor zwei Wochen wurde offiziell publiziert, dass LMHs ab 2023 auch in der IMSA starten dürfen.

Rechtsweg für Glickenhaus nichts Neues

Die IMSA habe kein Recht, "den einzigen US-amerikanischen Hypercar-Hersteller auszuschließen, der außerdem in der WEC antritt, nach US-Gesetz straßenzugelassene Serienfahrzeuge produziert und als kleine Firma vom Kartellrecht geschützt sind", so Glickenhaus, der am Samstag 71 Jahre alt wird.

"Wir sind Glickenhaus. Wir kämpfen für unser Recht und kämpfen für unser Recht. Wir werden nicht lautlos von dannen ziehen", kündigt er an. Er verweist auch auf den Sherman Act von 1890, das Gesetz zum Monopolisierungsverbot in den USA.

Um seine Absicht zu untermauern, erinnert James Glickenhaus daran, dass er bereits den Bankenriesen HSBC erfolgreich verklagt hat. Diese kaufte vor der Finanzkrise von 2008 einen Kreditgeber, der in den Jahren 2001 und 2002 falsche Angaben gemacht haben soll. Glickenhaus ist Teil einer Sammelklage an, die nun schon in mehreren Instanzen erfolgreich gewesen ist.

Doonan lässt Hintertür offen

Doonan weicht beim Glickenhaus-Thema im Gespräch mit 'Sportscar365' aus. So betont er, dass auch LMH-Teilnehmer etablierte Hersteller sein müssten. Aber: "Die LMDh-Regularien sehen wie die DPi-Regeln vor, dass ein Mindestmaß an Straßenfahrzeugen produziert wird. Wir müssen uns das noch [für die LMH] ansehen."

"Natürlich liegt es in unserem Interesse, dass so viele Hersteller wie möglich einsteigen. Wenn sie hier Straßenfahrzeuge verkaufen, dann ist das großartig und wir helfen ihnen gerne, noch mehr zu verkaufen. Ist das nicht der Fall, können wir vielleicht als Katalysator dafür dienen, dass sie es eines Tages tun."

Neben Glickenhaus wäre momentan auch ein Start von ByKolles in den USA sehr fraglich. ByKolles arbeitet ebenfalls an einem Hypercar, von dem es wie auch vom Glickenhaus 007 LMH eine Straßenversion in Kleinserie geben soll.

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