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Brutale letzte Runden: Doppelstrafe für ZVO, Fahrer sehen es anders

Fabian Schiller bekommt zweimal fünf Sekunden Strafe für die harte Gangart in den letzten Runden - Kritik gibt von den Fahrern es aber an jemand anderem

(Motorsport-Total.com) - Die harte Gangart in den letzten zwei Runden im Sonntagsrennen beim ADAC GT Masters auf dem Lausitzring hat Konsequenzen. Fabian Schiller wurde von den Sportkommissaren für zwei Kollisionen schuldig gesprochen und mit zweimal fünf Sekunden Zeitstrafe belegt. Der ZVO-Mercedes #4 (Gounon/Schiller) fällt daher von Platz fünf auf Position zehn zurück.

Drei Audis jagen joel Sturm: Die Situation hatte Folgen

Drei Audis jagen Joel Sturm: Die Situation hatte Folgen Zoom

'Motorsport-Total.com' sprach mit den Beteiligten über die rüde Gangart in der Schlussphase. Einig sind sich alle in einer Sache: Das war über dem Limit. Allerdings sehen viele Fahrer die eigentliche Schuld bei Joel Sturm. (Neues Ergebnis ADAC GT Masters Lausitzring Rennen 2)

"Chaos. Einfach nur Chaos. Es war totales Chaos, alle sind allen in die Autos gefahren", beschreibt Schiller die Situation. "Ich muss glaube, ich nicht betonen, dass viele Autos jetzt kaputt sind und dass das viel zu turbulent war", ergänzt Patric Niederhauser. "So sollte nicht gefahren werden."


Fotos: ADAC GT Masters: Lausitzring 2022, Sonntag


Schiller sieht die Strafe nicht als gerechtfertigt an und bekommt dabei Zuspruch von anderen beteiligten Fahrern. Diese stoßen ins selbe Horn: Joel Sturm habe mehrfach während Bremsvorgängen die Linie gewechselt.

Doch die Sportkommissare verteilten zwei Strafen an Schiller - einmal für das Abdrängen von Sturm, was zu dessen Dreher am Boxeneingang geführt hat (diese Strafe ist weniger umstritten) und einmal - und hier sind mehrere Fahrer anderer Meinung - für den Auffahrunfall auf Sturm eine Runde zuvor.

Salman Owega: "Er zieht einfach rüber"

Angefangen hat es mit Salman Owega, der Sturm in Kurve 8 angriff und dann selbst in den Kies rutschte: "Ich konnte eigentlich schneller, aber habe keinen Weg am Porsche vorbeigefunden. Dann habe ich ihn in Kurve 7 unter Druck gesetzt und habe mehr Schwung mitgenommen", so der Youngster, der dadurch seinen ersten Podiumsplatz verpasste.

"In Kurve 8 bin ich dann daneben gegangen. Dann zieht er einfach rein und ich gehe geradeaus in die Wiese. Eigentlich war das Rennen da komplett vorbei für mich." Später sollte er in derselben Szene, in der Sturm sich drehte, noch in Schiller krachen, was wiederum Christian Engelhart den Weg zu Platz vier ebnete.


ADAC GT Masters Lausitzring 2022: Highlights R2

Die besten Szenen aus einem chaotischen Sonntagsrennen am Lausitzring, der fünften Station des ADAC GT Masters 2022

Der nächste, der bei Sturm Schlange stand, war Niederhauser. Er stößt ins gleiche Horn: "Ich habe versucht, Joel zu überholen. Auf einmal macht er eine Bewegung nach innen, was zum Kontakt geführt hat. Das hätte nicht unbedingt sein müssen."

Beide Autos kollidierten und trugen Schäden davon, weil die Reifen an der Karosserie schliffen. Die Sportkommissare entschieden in diesem Fall auf Rennunfall. Daraufhin ließ er seinen Teamkollegen Kim-Luis Schramm vorbei, der jedoch mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und den Podiumsplatz ebenfalls nicht halten konnte.

Kettenreaktion in Kurve 8

Was dann geschah, kritisiert wiederum Schiller: "Die haben dann angefangen, sich mit beschädigten Autos zu verteidigen. Dadurch hat es viele Berührungen gegeben und ich bekomme noch eine nicht gerechtfertigte Strafe."

Schiller fuhr auf einen wiederum in der Bremszone kreuzenden Sturm auf, der dann in Niederhauser krachte. "Auf einmal bekomme ich einen riesigen Schlag auf die Seite, was mich leider umgedreht hat", berichtet der Audi-Werksfahrer.

"Sehr unglücklich für uns alle und das Team. Wir haben richtig Glück gehabt, zunächst einmal, dass wir überhaupt ins Ziel gekommen sind, und dann noch auf dieser Position. Aber es hat nicht sollen sein."

Profiteure Marciello und Engelhart

Was sagt Joel Sturm zu der Situation? "Es gab viel Chaos und viele Kollisionen, viele unglückliche Situationen. Im Endeffekt ein ziemlich schlechtes Rennen. Das war über dem Limit. Solche Situationen brauchen wir nicht noch einmal."

Der Allied-Porsche fiel auf Platz elf zurück. Nach P15 am Vortag ein weiterer schwerer Schlag für die Meisterschaftsambitionen des Teams, das noch einen dritten Platz aus Oschersleben zurückerhalten könnte. "Ein Wochenende, das man schnell abhaken sollte", so der Rookie.

Größte Profiteure waren Raffaele Marciello und Christian Engelhart, die auf die Plätze drei und vier nach vorne gespült wurden. Marciellos Teamkollege Daniel Juncadella kommentiert: "Wir haben ein bisschen Glück gehabt. Aber in solchen Situationen muss man auch da sein und smart agieren. Genau das hat Raffaele gemacht."

Ayhancan Güven, Teamkollege von Engelhart, analysiert: "Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wer da angefangen hat, in wen zu krachen. Auf den TV-Bildern sieht das über dem Limit aus. Aber ich habe größtenteils auf Christian geachtet. Wir haben eine Menge Positionen dadurch gutgemacht."

Saison 2022 im ADAC GT Masters bislang vergleichsweise fair

Güven betont, dass die Kämpfe, in die er zuvor selbst involviert gewesen ist, allesamt fair abgelaufen seien: "Ich bin gegen Marschall, Haase und Gounon gefahren und wir hatten keine Probleme. Klar, wir sind knallhart gegeneinander gefahren, aber es war innerhalb der Regeln."

Und auch Schiller sagt, dass die Saison bislang sehr fair abgelaufen ist: "Es war ein bisschen zu viel Action und zu viel Kontakt. Aber wir sind hier in einer hart umkämpften Meisterschaft, in der es um jeden Punkt geht. Da gibt es auch hier und da mal ein Rennen, in dem es etwas übers Limit geht. Eigentlich war es dieses Jahr sehr sauber. Hier war jetzt etwas Chaos."

Alle Beteiligten hoffen, dass diese Eskalation auf den Lausitzring beschränkt bleibt. Niederhauser mit dem Wort zum Sonntag: "Das darf nicht das Limit sein. Für die Fans war es vielleicht schön zuzuschauen, aber das ist nicht gut für den Sport."

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