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Alles neu bei Landgraf: Aberdein raus, Ferrari rein, zweite Mamba

Landgraf Motorsport stellt sich im ADAC GT Masters 2022 neu auf: Lorenzo Ferrari ersetzt Jonathan Aberdein, das zweite Fahrzeug wird nun ebenfalls gelb

(Motorsport-Total.com) - Der extrovertierte Raffaele Marciello und der introvertierte Jonathan Aberdein - diese Kombination hat von Anfang an nicht funktioniert. "Ich bin hier, um meinen Job zu machen, und muss nicht mit meinem Teamkollegen befreundet sein", sagte Marciello noch in Spielberg gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Seine Gesten im zweiten Rennen am Red Bull Ring, als er von Aberdein auf P18 übernahm, sprachen eine klare Sprache.

Raffaele Marciello hat mit Lorenzo Ferrari einen neuen Teamkollegen

Raffaele Marciello hat mit Lorenzo Ferrari einen neuen Teamkollegen Zoom

Ein Rennen später ist Aberdein in der "Mamba" Geschichte. Der Südafrikaner, zuletzt bei den 24 Stunden von Le Mans Dritter in der LMP2-Kategorie, fährt nicht mehr im ADAC GT Masters. Stattdessen sitzt nun mit Lorenzo Ferrari ein junger Italiener am Steuer des Mercedes-AMG #48.

Der 19-Jährige hat 2021 die italienische GT-Meisterschaft sowohl in der Sprint- als auch der Endurance-Wertung dominiert. In der Endurance-Wertung gewann er drei von vier Rennen (das andere Ergebnis ist ein Ausfall), in der Sprint-Wertung holte er vier Siege, einen dritten, einen vierten und zwei fünfte Plätze aus acht Rennen. Seine Teamkollegen waren Riccardo Agostini und Mattia Drudi.

Dieses Jahr geht der Italiener im Endurance-Cup der GT-World-Challenge (GTWC) Europe an den Start. Im Qualifying in Le Castellet fuhr er im Winward-Mercedes in seiner Gruppe gleich einmal die zweitbeste Zeit.

Marciello, der zwar mit schweizerischer Lizenz an den Start geht, aber in dessen Adern ebenfalls italienisches Blut fließt, und Ferrari ergänzen sich also in dieser Hinsicht hervorragend und wesentlich besser als Marciello und Aberdein.

Ist Ferrari der nächste "Systembuster"?

Der Hintergrund ist Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge jedoch ein ganz anderer: Landgraf sucht den Gewichtsvorteil im Meisterschaftskampf von Raffaele Marciello. Eine Fahrerpaarung bestehend aus zwei Profis muss nur 20 Kilogramm gegenüber dem Basisgewicht einladen, bei einem professionellen Piloten (Gold- oder Platin-Ranking) und einen Silber-Fahrer sind es nur zehn Kilogramm.


Fotos: ADAC GT Masters: Zandvoort 2022, Freitag


Fahrer mit Silber-Ranking, die meist jung und extrem schnell sind, werden im Fahrerlager auch gerne "Systembuster" genannt. Ihr Tempo ist von der FIA im Ranking noch nicht berücksichtigt. Solche Fälle hat es immer wieder gegeben, etwa bei Luca Stolz in dessen ersten GT3-Jahren und vergangenes Jahr bei Ricardo Feller. Für Lorenzo Ferrari ist es nun die große Bewährungsprobe.

"Es ist eine hochprofessionelle Meisterschaft, deshalb freue ich mich darauf", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Lello und ich sind beide Italiener, das passt sehr gut. Und er ist der wahrscheinlich beste AMG-Pilot überhaupt."

Ferrari wird schnell lernen müssen, da er noch nie in Zandvoort gefahren ist. Allerdings knallte er im Bronze-/Juniortraining im Anschluss an der erste Freie Training gleich eine Zeit von 1:34.358 Minuten hin. Damit sicherte er sich die Bestzeit und war auch schneller als Franck Perera, dem Schnellsten des FT1 (1:34.467). Und das ohne den sonst üblichen Donnerstagstest, der in Zandvoort wegen der Lärmbestimmungen ausfällt.

Ist der Titeltraum für Marciello damit weiterhin intakt? "Lello" glaubt daran: "Er ist stark. In jeder Meisterschaft ist er schnell. Ich versuche, ihn ein wenig mit meiner Erfahrung zu helfen. Sicher wird er sich gut schlagen und in Sachen Meisterschaft bin ich auch immer noch gut dabei."

Elias Seppänen und Frank Bird sind ab sofort ebenfalls in Gelb-Grün unterwegs

Elias Seppänen und Frank Bird sind ab sofort ebenfalls in Gelb-Grün unterwegs Zoom

Auch Teambesitzer Klaus Landgraf gibt sich kämpferisch: "Wir sind weiterhin stark fokussiert und werden die Meisterschaft nicht aus den Augen lassen!"

Seppänen und Bird nun ebenfalls in Gelb-Grün

Und auch auf dem anderen Fahrzeug hat sich etwas verändert. Nicht im Hinblick auf die Fahrer, sondern bezüglich des Designs: Elias Seppänen und Frank Bird fahren ab sofort ebenfalls eine "Mamba".

Beide sind dieses Fahrzeugdesign bereits im Sim-Racing in der Digitalen Nürburgring-Langstrecke-Serie (DNLS) gefahren. Nun haben sich Sponsor Mann-Filter und Klaus Landgraf darauf geeinigt, auch die Junioren im legendären Design fahren zu lassen.

Ursprünglich war das Fahrzeug Weiß-Blau lackiert. Diese Lackierung war eigentlich für Jannes Fittje bestimmt. Als dessen Engagement nicht zustande kam, bewarb Landgraf Motorsport zunächst ein Logistikunternehmen der Landgraf-Gruppe auf der #84.

Jetzt treten also auch die Junioren im charakteristischen Gelb-Grün an. Erstmals seit 2019 gibt es damit wieder zwei "Mambas" im ADAC GT Masters. "Es ist ein Privileg, dieses Auto zu fahren", sagt Bird. "Das ist eines der populärsten Fahrzeuge, wenn nicht gar das Beliebteste", ergänzt Seppänen.

Beide Fahrer sagen auch, dass sie den Farbunterschied im Cockpit beim Fahren nicht merken: "Da sieht man ohnehin nichts von der Karosserie. Aber wir freuen uns sehr auf die Bilder nach dem Wochenende."

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