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Sainz jun.: "Mein Vater will keinen zweiten Carlos Sainz"

Carlos Sainz jun. erklärt, warum er nicht den Weg seines berühmten Vaters eingeschlagen hat und warum dieser nicht wie andere Motorsport-Väter ist

(Motorsport-Total.com) - Hinter jedem erfolgreichen Kart-Junioren steckt meist auch eine ehrgeizige Familie. Besonders Väter drängen nach einem Klischee häufig mit aller Macht darauf, den Filius durch die Juniorkategorien zu prügeln, damit sich die Investition in die Rennfahrerkarriere lohnt. Selbst in der Formel 1 sind Familienangehörige in der Box keine Seltenheit, wie Papa Hamilton, Papa Massa oder Papa Button bewiesen haben.

Carlos Sainz Jun.

Carlos Sainz mischt sich nur wenig in die Karriere seines Sohnes ein Zoom

Eine besondere Situation tritt dann auf, wenn der Vater auch noch eine berühmte Vergangenheit hat, wie der Vater von Nico Rosberg oder auch von Nelson Piquet jun. Schnell heißt es, der Sohn sitzt doch nur aufgrund seines Namens in einem Cockpit, wovon auch Daniel Abt oder Jolyon Palmer in der GP2 ein Lied singen können. Auch Carlos Sainz jun. besitzt einen großen Namen, doch bei ihm ist die Situation anders.

Der Red-Bull-Junior weiß mit dem gleichnamigen Papa einen berühmten Motorsportler als Vorfahren, doch in dessen Schuhe als Rallye-Fahrer will der Spanier nicht treten. Und auch sonderlich einmischen tut sich die Rallye-Legende in die Angelegenheiten seines Sprösslings nicht: "Mein Vater hat noch nie irgendwelche Daten von mir gesehen und hat auch noch nie meinen Fahrstil oder eine spezielle Kurve mit mir analysiert", erzählt Sainz jun. bei 'Autosport'. Er erklärt, dass sich sein Vater nicht für Setups interessiere und dem Team vollständig vertraue.


Interview mit Carlos Sainz jun.

Auch dass sich sein Sohn lieber im Formelsport als auf den Rallyepisten beweist, geht für "El Matador" vollkommen in Ordnung. "Er möchte, dass ich meinen eigenen Weg gehe, mein eigener Mensch bin. Er möchte nicht, dass ich der zweite Carlos Sainz werde. Er möchte, dass ich Carlos Sainz im Formelboliden bin." Dass der 19-Jährige überhaupt den Rundstrecken-Weg eingeschlagen hat, liegt an der spanischen TV-Landschaft.

"Als ich neun oder zehn Jahre alt war, hat Fernando Alonso angefangen, in der Formel 1 zu gewinnen." Das spanische Fernsehen hat daher die Formel 1 für sich entdeckt und seitdem die Alonso-Manie auf der iberischen Halbinsel ausgelöst. "Mein Vater hatte schon aufgehört, und ich konnte Rallye nicht mehr verfolgen - das ist in Spanien nämlich keine große Sache." Darum hat Sainz jun. dann mit dem Kartsport angefangen. "Und wenn man dann 15 ist, und Red Bull ruft einen an, dann sagt man 'ja' zum Formelsport."

Carlos Sainz Jun.

In der Formel Renault 3.5 geht der Stern des Spaniers derzeit vollends auf Zoom

Seitdem ging es für Sainz jun. steil bergauf - bis in die GP3-Serie, wo seine Karriere das erste Mal einen Knacks bekam. Ohne Sieg fuhr der Spanier nur auf Rang zehn der Gesamtwertung, während sein Red-Bull-Kollege Daniil Kwjat den Meistertitel holte und in die Formel 1 berufen wurde. "Am Ende des Jahres liefen viele Dinge im Red-Bull-Programm ab, und es war nicht einfach, diese alle zu verdauen", sagt er.

"Ob es meine Schuld war oder nicht, ich habe gesagt, dass ich eine große Veränderung 2014 machen würde." Sein Vater riet ihm dabei stets, dass ein "Champion" vor allem eine Einstellung sei und nicht etwas, das man einfach so werde. Den Worten scheint sich der Junior angenommen zu haben: Sainz wechselte in die Formel Renault 3.5, wo er bislang seine Chance nutzen konnte und die Meisterschaft aktuell souverän anführt. "Ich bin dankbar, dass mir Red Bull eine weitere Chance gegeben hat. Das muss mein Jahr werden!"

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