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Rückkehr auf WM-Bühne: Bridgestone wird Reifenlieferant in der Formel E

Erstmals seit 2010 beliefert Bridgestone ab 2026/27 als exklusiver Reifenausrüster wieder eine Weltmeisterschaft, allerdings nicht die Formel 1 - sondern die Formel E

(Motorsport-Total.com) - Bridgestone wird offizieller Reifenlieferant der Formel E! Nach der erfolglosen Bewerbung für die Formel 1, bei der sich die Japaner gegen Pirelli geschlagen geben mussten, erhält der Reifenhersteller nun den Zuschlag für die elektrische Formelserie. Bridgestone wird in der 13. Formel-E-Saison (2026/27) einsteigen, wenn die neuen Gen4-Boliden debütieren.

Titel-Bild zur News: Robin Frijns, Nick Cassidy

Die Formel E fährt ab 2026 mit Reifen von Bridgestone Zoom

Nachhaltigkeit stand bei der Ausschreibung für die vierte Generation der Formel-E-Boliden im Vordergrund. Die Entscheidung, welche Hersteller ab 2026 einsteigen beziehungsweise weitermachen dürfen, wurde nach der Sitzung des World Motor Sport Council am Dienstag bekannt gegeben. Spark Racing Technology liefert seit dem Start der Formel E im Jahr 2014 das Chassis und wird auch die Gen4-Autos bauen.

Die Batterien werden ab der 13. Saison von Podium Advanced Technologies geliefert, die damit Williams Advanced Engineering (WAE) ablösen. Der vordere Antriebsstrang der Gen4-Boliden kommt von Marelli. Bridgestone tritt in die Fußstapfen von Hankook, die ab 2025 exklusiver Reifenlieferant der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) sind.

Ab 2026 wird Bridgestone die Formel E für mindestens vier Jahre mit zwei unterschiedlichen Reifentypen ausstatten: Neben dem bekannten "Baseline"-Reifen, einem gerillten Allwetterreifen, soll es einen zweiten "Typhoon"-Reifen geben, der bei starkem Regen vorgeschrieben ist. Einen Slick-Reifen wird es in der Formel E weiterhin nicht geben.

Gen4-Autos über 800 PS stark

Nach Angaben der FIA wurde die Entscheidung für diese Unternehmen nach "einer gründlichen Analyse der eingereichten Angebote getroffen, bei der neben vielen anderen Aspekten auch die technischen Spezifikationen der einzelnen Produkte sowie die Fertigungskapazitäten und der geplante Support bei Veranstaltungen bewertet wurden".

Die neuen Gen4-Boliden leisten bis zu 816 PS (600 kW) und sollen damit einen technischen Fortschritt in der Formel E bringen. Zum Vergleich: Die aktuellen Boliden bringen maximal 476 PS (350 kW) auf den Asphalt. Auch der vordere Elektromotor, der bisher nur zur Energierückgewinnung eingesetzt werden durfte, wird für den Vortrieb freigegeben.

Damit wird die vierte Generation der Formel-E-Autos allradgetrieben sein. Gleichzeitig wird der Aerodynamik ein höherer Stellenwert eingeräumt, denn es wird je eine Konfiguration mit hohem und niedrigem Abtrieb geben. Die Autos werden rund 100 Millimeter breiter und 76 Kilogramm schwerer.

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