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Großes Favoritensterben: Felix da Costa sagt danke!

In einem spektakulären ePrix von Buenos Aires kommt Antonio Felix da Costa unverhofft zu seinem ersten Sieg in der Formel E - Deutsche wieder im Pech

(Motorsport-Total.com) - Man könnte fast sagen: Wie die Jungfrau zum Kinde kam Antonio Felix da Costa in Buenos Aires zu seinem ersten Sieg in der Formel E. Der Portugiese gewann überraschend vor Nicolas Prost (e.dams) und Nelson Piquet jun. (China), weil die haushohen Favoriten allesamt patzten. Sebastien Buemi (e.dams) sah am gesamten Renntag wie der sichere Sieger aus und gewann bislang alle Sessions, doch im entscheidenden Moment warf der Schweizer sein Auto weg und schied aus.

Antonio Felix da Costa

Antonio Felix da Costa fährt überraschend zum Sieg in Argentinien Zoom

Und weil das gleiche auch Spitzenreiter Lucas di Grassi (Abt) passierte und auch Nick Heidfeld mit dem Sieg vor Augen aus allen Träumen gerissen wurde, fuhr Felix da Costa plötzlich als Sieger über den Zielstrich. Nach einer Durchfahrtsstrafe wurde Heidfeld noch als Achter gewertet, sein Landsmann Daniel Abt (Abt) schied nach einer Kollision im Kampf um das Podest kurz vor Schluss aus.

Überhaupt war der ePrix von Buenos Aires in jeder Hinsicht spektakulär, dabei sah am Anfang doch alles nach einem normalen Rennen aus. Der Trainingsschnellste Sebastien Buemi kam am Start am besten weg und schob sich von Beginn an in Führung. Dahinter lag Nick Heidfeld als Zweiter aussichtsreich im Rennen, nachdem er sich an Jaime Alguersuari vorbeigeschoben hatte. Dahinter drückte bereits der im Qualifying verunfallte Lucas di Grassi, der Heidfeld bereits nach sieben Runden im Heck hing.

Safety-Car sorgt für Verwirrung

Kurz vor der Halbzeit konnte sich der Brasilianer allerdings am Deutschen vorbeipressen, der sichtlich Probleme hatte. Denn anschließend ließ er auch eine Schikane aus und musste zusehen, wie die beiden Virgin von Sam Bird und Alguersuari ebenfalls vorbeigingen - soweit zum normalen Teil des Rennens. Denn danach wurde es mächtig hektisch.


Formel E in Buenos Aires

Auslöser war Mahindra-Pilot Karun Chandhok, der in Runde 16 etwas zu optimistisch über die Schikane räuberte und sich dabei die hintere Aufhängung beschädigte. Es folgte eine Safety-Car-Phase, die zu großem Chaos führen sollte. Alguersuari nutzte die Chance, um als Erster an die Box zu fahren, dahinter gingen auch Prost, Jean-Eric Vergne und Daniel Abt zum Autowechsel. Und weil die Führenden um Sebastien Buemi plötzlich von der überrundeten Michela Cerruti (Trulli) aufgehalten wurden, sollte sich das Blatt eigentlich wenden.

Doch Pustekuchen! Das Safety-Car machte den Frühstoppern einen Strich durch die Rechnung und sammelte sie als erstes ein. Die ersten Fünf hingegen kamen vor dem Fahrzeug wieder auf die Strecke und sortierten sich folglich am Ende des Feldes ein. Es herrschte große Verwirrung, bis bemerkt wurde, dass der eigentlich sechstplatzierte Alguersuari direkt hinter dem Safety-Car fuhr. Schließlich durfte das Feld bis zum De-facto-Führenden Buemi doch vorbei, um die verlorene Runde aufzuholen, musste dafür aber natürlich viel mehr Energie aufwenden.

Buemi, di Grassi und Heidfeld patzen

Und so fuhren Buemi, di Grassi, Heidfeld, Bird und Felix da Costa der Konkurrenz nach dem Restart davon. Doch da wusste noch niemand, dass sich vier von ihnen wieder aus der Spitzengruppe verabschieden würden. Als erstes erwischte es den bislang dominierenden Buemi, der in der gleichen Schikane wie Chandhok zu optimistisch war und sich die Aufhängung beschädigte - allerdings die vordere.

Sebastien Buemi

Sebastien Buemi gewann alle Sessions, doch im Rennen kam das Aus Zoom

Der Schweizer konnte nicht fassen, dass er den sicher geglaubten Sieg soeben weggeworfen hatte, doch da sollte er nicht der einzige bleiben: Auch dem Meisterschaftsführenden Lucas di Grassi passierte an der exakt gleichen Stelle wenig später das gleiche Missgeschick. Und so schien plötzlich Nick Heidfeld die besten Karten zu haben, da der hinter ihm fahrende Sam Bird eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt bekam, weil er die Boxengasse unter roter Ampel verlassen hatte.

Doch für den Deutschen sollte sich der Traum wieder einmal kurz vor Ende in Luft auflösen. Auch der Venturi-Pilot musste noch einmal langsam durch die Boxengasse fahren, weil er dies zuvor zu schnell tat. Und so blieb aus der ursprünglichen Fünfergruppe nur noch Antonio Felix da Costa übrig, der sich letztendlich auch den Sieg schnappen konnte und somit der vierte Fahrer im vierten Rennen ist, der die Zielflagge als Erster gezeigt bekam.

Abts Tag endet im Aus

Und während der Sieg vorne langsam klar war, entbrannte dahinter plötzlich ein mächtiger Kampf um das Podest. Alguersuari, Vergne, Prost, Abt und Piquet lagen alle innerhalb von wenigen Zehnteln und packten die Brechstange aus. Als erstes bekam das Alguersuari zu spüren, der von Vergne etwas unsanft von Rang zwei befördert wurde. Wenig später knallte es hingegen richtig im Auto des Spaniers.

Abt griff Prost an, der die Tür zuschmiss und den Deutschen so auf den dreckigen Teil der Strecke schickte. Der Kemptener konnte dadurch nicht mehr rechtzeitig bremsen und rauschte in der nächsten Kurve in den Virgin. Auch für Abt war das Rennen damit beendet, er wurde immerhin noch auf Rang 14 gewertet - und nahm danach die Schuld auf sich. Alguersuari schaffte es noch auf Rang vier hinter Prost und Piquet, die von dem Kuddelmuddel profitieren konnten.

Bruno Senna (Mahindra) wurde Fünfter vor Jean-Eric Vergne, der sich noch einmal mächtig verbremste und einige Plätze einbüßte. Sam Bird schaffte es nach seiner Strafe noch auf Rang sieben vor dem unauffälligen Salvador Duran (Aguri) und Nick Heidfeld. Den letzten Punkt staubte Dragon-Pilot Oriol Servia ab. Das nächste Rennen findet am 14. März in Miami statt.

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