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  • 28.12.2015 · 10:23

  • von Scott Mitchell (Haymarket)

Aguri sucht Motoren-Deal für dritte Formel-E-Saison

Das Formel-E-Team Aguri sucht für die dritte Saison eine Partnerschaft mit einem Motorenhersteller - Renault wäre die bevorzugte Wahl

(Motorsport-Total.com) - Das Aguri-Team will in der dritten Saison der Formel E einen Elektroantrieb eines anderen Herstellers einsetzen und künftig nicht mehr auf die Technologie der Premierensaison zurückgreifen. Der britisch-japanische Rennstall verwendet aktuell einen Spark SRT_01E, mit dem Antonio Felix da Costa in den ersten drei Rennen zwei sechste Plätze erobern konnte. Teamchef Mark Preston glaubt nicht, dass man in der dritten Saison mit diesem Material konkurrenzfähig sein wird, denn durch das Reglement sind deutliche Entwicklungsfortschritte beim Antrieb zu erwarten.

Antonio Felix da Costa

Antonio Felix da Coste fuhr in der laufenden Saison zweimal auf Platz sechs Zoom

Bis Ende März hat Aguri Zeit, sich für einen Antriebspartner zu entscheiden. Derzeit ist der Renault Z.E.15 von e.dams das beste technische Paket. "Wir werden den schnellsten Antrieb nehmen", sagt Preston. "Wir befinden uns in Gesprächen. Renault scheint momentan am schnellsten zu sein. Wir werden wahrscheinlich nach Buenos Aires etwas tun müssen." Das Formel-E-Rennen in Argentinien geht am 6. Februar über die Bühne und ist die vierte Runde der Saison 2015/16.

In der Formel E muss ein Hersteller den Antrieb für ein anderes Team zur Verfügung stellen. Der Kaufpreis liegt bei 120.000 Euro beziehungsweise die Leasingkosten pro Saison betragen 72.000 Euro. Jede zusätzliche Zusammenarbeit, wie zum Beispiel die Integration des Antriebs in das Auto, müsste in einem kommerziellen Vertrag zwischen dem Team und dem Hersteller geregelt sein.

Laut Preston sind die Kosten für die Entwicklung eines eigenen Antriebs, der aus Motor, Getriebe, Gleichstrom/Wechselstrom-Wandler und Kühlsystem besteht, viel zu hoch. Deshalb ist Aguri nicht dem Beispiel von Dragon Racing gefolgt. Dragon ist aktuell ein Kunde von Venturi, hat sich für die dritte Saison aber als Hersteller eingeschrieben. "Wir waren nicht bereit, aber wenn ein Partner kommen würde, könnten wir darüber sprechen", meint Preston.

Im Vorfeld des ePrix in Punta del Este (Uruguay) strukturierte Aguri das Ingenieursteam um. Gerry Hughes wechselte als Chefingenieur zu Gegner Nextev TCR. Aguri engagierte laut Preston "einige Ingenieure und neue Mechaniker". Auch da Costa hat seit Punta del Este einen neuen Renningenieur. "Wir wachsen und positionieren unsere Leute neu", sagt Preston. "Das gehört zum Wachstumsprozess dazu, damit wir für die nächste Saison bereit sind."