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Mortara: "Formel 3 ist die perfekte Schule"

In dominanter Weise hat Edoardo Mortara für VW die Formel-3-Euroserie gewonnen - Im Interview spricht das Nachwuchstalent über seine Karriere

(Motorsport-Total.com) - Edoardo Mortara hat sich mit sechs Saisonsiegen vorzeitig den Titel in der Formel-3-Euroserie gesichert und für Volkswagen die erste Meisterschaft geholt. Bereits 2008 verpasste der 23-Jährige den Titel nur knapp gegen Nico Hülkenberg. Danach folgte ein schwieriges und erfolgloses Jahr in der GP2. Die Karriere war ins Stocken geraten. Mortara entschied sich für den Schritt zurück zu Signature und feierte neben dem Sieg in Macao den größten Erfolg in seiner Karriere. 'Motorsport-Total.com' hat mit dem aufstrebenden Talent gesprochen.

Edoardo Mortara

Edoardo Mortara ist in die Fußstapfen von zahlreichen erfolgreichen Piloten getreten Zoom

Frage: "Edoardo, Gratulation zum Titel! Wie fühlst du dich als neuer Meister der Formel-3-Euroserie?"
Edoardo Mortara: "Es ist ein tolles Gefühl, nicht nur für mich, sondern auch für Volkswagen und Signature. Seit 2007 sind wir auf Titeljagd gegangen. Es jetzt geschafft zu haben, ist wirklich ein wunderbares Gefühl."#w1#

Frage: "Du kennst das Volkswagen-Projekt in der Euroserie von Beginn an. Wie beurteilst du die Verbesserung des Motors über die Jahre?"
Mortara: "Sie haben sicher viele Fortschritte gemacht und gute Arbeit geleistet. Schon der erste Motor war stark, aber sie haben sich weiter verbessert und wir konnten schließlich mit Mercedes konkurrieren. Zu Beginn war das noch schwierig, aber jetzt läuft es super."

Frage: "Nach deinem Titelgewinn hast du gemeint, dass du fahrerisch im Jahr 2008 besser warst. Kannst du uns das erläutern?"
Mortara: "Das Auto war damals nicht auf dem gleichen Level wie jetzt. Wenn man ein gutes Auto hat, ist es viel einfacher, Erfolg zu haben. Es gestaltet meinen Job auch leichter. Wenn es nicht optimal läuft, dann ist man immer noch in den Top 5. 2008 hatten wir Probleme, den Speed zu finden, und wir waren nicht richtig konkurrenzfähig."


Fotos: Formel-3-Euroserie in Oschersleben


Frage: "In diesem Jahr waren die Startfelder in der Euroserie viel dünner besetzt als in der Vergangenheit. Wie schätzt du die Situation der Euroserie generell ein?"
Mortara: "Das Level ist nach wie vor hoch. Es waren zwar weniger Autos am Start, aber es ist immer noch eine sehr konkurrenzfähige Serie - wahrscheinlich die beste Meisterschaft für Nachwuchsfahrer, um sich weiterzuentwickeln."

Frage: "Die Formel 3 ist bekannt dafür, dass man dort lernt, wie man ein Auto abstimmen muss. In der GP2 ist das weniger der Fall. Kannst du das aus deiner Erfahrung miteinander vergleichen?"
Mortara: "In der GP2 hat praktisch jeder das gleiche Auto. Ich weiß aber nicht, ob die Boliden wirklich alle gleich sind. Wenn ein Team in den richtigen Bereichen investiert, dann kann es einen großen Unterschied machen. In der Formel 3 ist das anders. Durch die Motorenkonkurrenz ist es bei Volkswagen so, dass jeder den gleichen Motor verwendet. Ich habe in den drei Jahren nie einen Unterschied zwischen den Motoren gesehen. Es ist wirklich eine faire Meisterschaft. In der GP2 habe ich aber Unterschiede bemerkt, zum Beispiel wenn ein Motor alt war."

Frage: "Um die Arbeit mit der Abstimmung zu lernen, ist die Formel 3 also die bessere Schule?"
Mortara: "Ja das denke ich. Es ist eine perfekte Schule."

Frage: "Du bist 2009 in der GP2 gefahren und hast beim Auftakt gleich das Sprintrennen gewonnen. Danach kamen aber keine Resultate mehr. Was war der Grund dafür?"
Mortara: "Die Kommunikation war nicht gut. Mein Ingenieur hat nichts auf meine Meinung gegeben, weshalb wir nicht zusammenarbeiten konnten. Wir haben nie eine brauchbare Abstimmung gefunden und die Performance war wirklich schlecht."

Budget war entscheidend für "Rückschritt"

Frage: "Du hast dich nach der enttäuschenden Saison wieder für die Euroserie entschieden. Der Erfolg gibt dir recht. Warum hast du dich damals für den Rückschritt in die Euroserie entschieden und nicht für die Renault-World-Series oder die GP3?"
Mortara: "Hauptsächlich war das Budget entscheidend. Ich hatte nicht das Geld für die World-Series oder die GP3."

Frage: "Du bist nun drei Jahre für Signature gefahren. Das Team hat die Euroserie in diesem Jahr praktisch dominiert. Was macht Signature derzeit so gut?"
Mortara: "Sie haben den ganzen Winter über gearbeitet und auch über die Saison hinweg. Das hat sich jetzt ausgezahlt."

Frage: "Wie ist deine persönliche Verbindung zu Signature?"
Mortara: "Für mich ist es wie eine Familie. Wir arbeiten seit 2007 zusammen und es ist alles ideal."

Edoardo Mortara

Sechs Siege hat Edoardo Mortara auf dem Weg zum Meistertitel gefeiert Zoom

Frage: "Du bist Titelverteidiger in Macao. Was erwartest du dir von dem Rennen in diesem Jahr?"
Mortara: "Natürlich will ich gewinnen, denn das ist mir schon einmal gelungen. Ich glaube, wir haben ein großartiges Auto. Wir sollten ein konkurrenzfähiges Paket haben, aber das Rennen ist schwierig und man weiß nie, was passiert."

Frage: "Danach steht das Finale auf der neuen Strecke in Südkorea an. Wirst du dort dabei sein?"
Mortara: "Ja, ich sollte dort sein. Wenn man in Macao fährt, dann ist man auch in Südkorea am Start. Wir haben bereits ein paar Videos von der Strecke gesehen."

Frage: "Der Kurs in Oschersleben ist dir schwer gefallen und du hattest im Qualifying Probleme. Du bist auch einige Runden im Scirocco-R-Cup gefahren. Tust du dir schwer, neue Kurse zu lernen?"
Mortara: "Ich hatte dort noch nie eine Runde gedreht, weshalb es im Formel-3-Auto nicht einfach war. Die Abstimmung war nicht ideal, aber ich glaube, ich hätte auch einen besseren Job machen können. Mit neuen Strecken hat das nichts zu tun. Le Castellet war auch neu für mich und ich war schnell unterwegs und habe gewonnen. Es sollte also kein Problem sein."

Frage: "Wie siehst du dich derzeit als Fahrer? Wo liegen deine Stärken und wo denkst du, dass du dich noch verbessern kannst?"
Mortara: "Es gibt da keine speziellen Dinge. Man versucht immer, sich zu verbessern, und arbeitet ständig daran. Man kann deshalb nicht sagen, ob es starke und schwache Punkte gibt. Man muss sich einfach jeden Tag verbessern."

Noch kein Vertrag für 2011

Frage: "Die vergangenen Meister der Euroserie sind erfolgreich in den verschiedensten Meisterschaften unterwegs. Spürst du Druck, dass man von dir ähnliches erwartet?"
Mortara: "Mir ist es egal, was die Leute denken. Ich konzentriere mich auf mich. Die anderen sind mir egal, also lastet kein Druck auf mir."

Frage: "Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Ist schon etwas entschieden?"
Mortara: "Nein, es ist noch nichts unterschrieben. Ich weiß noch nichts für das nächste Jahr."

Frage: "Mit welchen Serien stehst du in Kontakt?"
Mortara: "Die GP2, die IndyCar-Serie und die DTM sind Optionen. Das sind aber nur Möglichkeiten, denn richtige Gespräche habe ich noch nicht begonnen. Ich muss nun daran arbeiten und wir werden sehen, wie es weitergeht."

Frage: "Hast du schon Kontakte in die Formel 1?"
Mortara: "Nein. Im vergangenen Jahr hatte ich zu Red Bull Kontakte, denn ich bin für Arden gefahren. Christian Horner hatte ein Auge auf mich. Seither gibt es aber keinen Kontakt mit Formel-1-Teams und ich glaube, dass sich das im Moment nicht ändern wird."

Frage: "Was machst du in deiner Freizeit?"
Mortara: "Das ist unterschiedlich. Ich studiere ja noch auf der Universität. Sonst fliege ich gerne Flugzeuge. Es kommt eben immer auf den Tag drauf an. Ich absolviere täglich mein Fitnessprogramm, um körperlich in Form zu sein."

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