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Der Fall Felipe Drugovich: Sollte er seinen Formel-2-Titel verteidigen dürfen?

Felipe Drugovich hat vorzeitig den Titel in der Formel-2-Saison 2022 gewonnen - Das könnte ihn aber zwangsweise auf die Reservebank schicken

(Motorsport-Total.com) - Eigentlich sollte der Sieg im Meisterschaftskampf der Formel 2 ein Grund zum Feiern sein, jedoch gibt es auch eine Schattenseite. Der Fall Felipe Drugovich zeigt die Schwächen des Nachwuchssystems im Formelsport auf: Der Brasilianer hat die Meisterschaft gewonnen, könnte aber genau deshalb kommendes Jahr als Rennfahrer ohne Rennen dastehen, da er seinen Titel nicht verteidigen darf.

Felipe Drugovich

Felipe Drugovich wünscht sich andere Regeln im Nachwuchssport Zoom

Ein Formel-1-Cockpit wird der MP-Pilot nicht erhalten, das steht so gut wie fest. Deshalb hat er einen Vertrag bei Aston Martin unterschrieben, um die Rolle als Reservefahrer zu bekleiden. Außerdem ist er der erste Nachwuchspilot unter dem Banner des britischen Herstellers. In den Genuss, Rennen zu fahren, wird der Formel-2-Meister höchstwahrscheinlich aber nicht kommen.

Deshalb wettert der 22-Jährige gegen das System, das ihn auszubremsen scheint. Er möchte, dass sich die Formel 1 ein Beispiel an der MotoGP-Leiter nimmt, denn im Motorradsport darf ein Meister seinen Titel in den unteren Klassen verteidigen, wenn er keine Chance bekommt, aufzusteigen. Formel-2-Champion 2021 Oscar Piastri ist es in der Saison 2022 bereits so ergangen: Er musste zusehen und sich mit einer Reservefahrer-Rolle zufriedengeben.

Serie gegen seinen Vorschlag

Unterstützung seitens der Serie erhält Drugovich aber nicht. Geschäftsführer Bruno Michel ist gegen die Idee des Brasilianers und verteidigt das Modell, dass der Meister aufsteigen oder sich eine neue Herausforderung suchen muss. Drugovich stellt klar: "Als Meister musst du entweder in die Formel 1 aufsteigen oder die Erlaubnis bekommen, zu bleiben."

Dem Talent geht es gar nicht darum, mehrere Jahre in der Formel 2 bleiben zu dürfen, um auf eine Chance in der Formel 1 zu warten. Er würde eine Möglichkeit schaffen, den Meister der Serie in die Königsklasse verpflichtend aufsteigen zu lassen, doch welches Teams unter welchen Bedingungen den Champion aufnehmen soll, lässt er offen.

Aufgrund der Situation muss der Brasilianer seine Optionen genau studieren. Er hat bereits einige Kontakte in die US-amerikanischen IndyCar-Serie geschaffen, jedoch sei es "nicht das Hauptziel" dort zu fahren. Mit dem Formel-2-Titel im Gepäck at Drugovich die Formel 1 fest im Blick. "Sollte das nicht klappen, denke ich aber über einen Start dort [IndyCar] nach."

Die Gründe liegen klar auf der Hand

Doch warum sind die Verantwortlichen gegen den Verbleib des Formel-2-Meisters? Laut Michel hätte ein Fahrer mit seinem Erfahrungsvorsprung einen "großen Vorteil" gegenüber der Konkurrenz. Er sagt: "Es ist eine Pyramide und das System muss dafür sorgen, dass man einen Schritt nach oben macht oder raus geht."

Der Serienchef ist dagegen, die Formel 2 und Formel 3 zu professionalisieren, da genau dann Fahrer viele Jahre dort fahren werden, um sich einen "massiven Erfahrungsvorteil" zu verschaffen. Das sei unfair gegenüber junge Fahrer, die in die Serie kommen. "Die erfahrenen Fahrer müssen nicht einmal besser als die jungen Piloten sein: Sie kennen halt die Strecken, Autos, Teams, und so weiter", so das Gegenargument von Michel. "Der Sieger kann nicht bleiben und das ist wichtig!"

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