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Esteban Ocon

Esteban Ocon
Frankreich

Porträt

(Stand: 8. Januar 2018) Ein junger Mann auf der Überholspur: Das ist die Zusammenfassung der noch kurzen Formel-1-Karriere Esteban Ocons. Während seines überraschenden Debüts bei Manor beeindruckte das von Mercedes und Renault geförderte Toptalent die Szene so sehr, dass er nach einem halben Jahr in der Königsklasse ein Angebot Force Indias erhielt. Ocon stach überraschend Pascal Wehrlein aus und kann 2018 nach einem überzeugenden Einstand weiter für sich werben.

Denn als alle Welt nur von Max Verstappen sprach, war der eigentliche Star der Formel-3-Europameisterschaft 2014 Esteban Ocon. Während der Niederländer bereits als neuer Stern am Himmel gefeiert wurde, zeigte der damalige Lotus-Formel-1-Tester in seinem Debütjahr tadellose Leistungen und bügelte die Konkurrenz spielerisch: An seinem ersten Rennwochenende stand er in allen drei Rennen auf dem Podest und holte seinen ersten Sieg, um wenige Monate später den Titel einzutüten.

Während Verstappen am Ende des Jahres in die Formel 1 aufstieg, musste der kaum gehypte Ocon den Umweg über die Nachwuchsserie GP3 nehmen. Doch auch hier wusste der Mann aus der Normandie zu überzeugen: Erneut siegte er gleich an seinem ersten Rennwochenende und sicherte sich am Ende im Kampf mit Luca Ghiotto den Titel. Ocon punktete schon damals vor allem mit Konstanz. In 18 Rennen stand er nur dreimal nicht auf dem Podest und fuhr immer in die Punkteränge.

Zwar glückte ihm der Sprung in die Formel 1 erneut nicht, doch Mercedes wurde auf Ocon aufmerksam und nahm ihn unter seine Fittiche. Zunächst wurde der Franzose in der DTM untergebracht, wo er Nachfolger des abgewanderten Meisters Wehrlein werden sollte. Allerdings dauerte es nur ein halbes Jahr, bis die beiden Teamkollegen bei Manor in der Formel 1 wurden. Er ersetze zur Saisonmitte Rio Haryanto und war binnen weniger Rennen auf Augenhöhe mit Wehrlein, was ihm zusammen mit seiner bescheidenen Natur letztlich einen Sitz bei Force India einbrachte.

Komplett pink gedresst startete Ocon 2017 durch: In 18 von 20 Rennen fuhr er unter die Top 10 und schloss die Saison als Achter der Gesamtwertung ab. In einem engen Teamduell mit Sergio Perez fuhr er die Krallen aus, als es mehrere Kollisionen gab (einige waren eindeutig von Ocon verschuldet), hinter den Kulissen die Giftpfeile flogen und man zumindest offiziell wieder Frieden schloss.

Privat ist Ocon mit der französischen Studentin Alice Brasseur glücklich. Die große Liebe seiner Kindheit war allerdings Michael Schumacher. Schon als Kartpilot fuhr er mit einem Replikahelm des Rekordweltmeisters, den er noch heute sein Vorbild nennt. Eine weitere Anekdote aus Kinderheitstagen: Nach einem heftigen Duell rutschte Dauerrivale Verstappen im Teamzelt die Hand aus.