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  • 24.06.2001 · 17:24

  • von Marcus Kollmann

Zufriedene Gesichter nach Schumachers Erfolg bei Ferrari

Michael Schumacher war äußerst zufrieden, Rubens Barrichello hingegen nicht ganz

(Motorsport-Total.com) - Anders als am Samstag vermutet, konnte sich Michael Schumacher nicht auf Grund seiner der Konkurrenz überlegenen Reifen im Rennen ein wenig zurücklehnen. Schon beim Start musste er Kampflinie gegen seinen Bruder fahren, der etwas besser weggekommen war. Im späteren Verlauf des Rennens profitierte der Deutsche, nachdem ihn sein Bruder wie schon in Kanada im Getriebe hing, von einer 10 Sekunden Zeitstrafe, die man Ralf wegen überfahren der weißen Linie bei der Boxenausfahrt verhängt hatte. Im anschließenden Rennverlauf verteidigte der Ferrari-Pilot dann seine Position problemlos bis ins Ziel.

Michael Schumacher

Michael Schumacher hatte zu jedem Zeitpunkt alles unter Kontrolle

Michael Schumacher: "Ich bin sehr glücklich über diesen Rennausgang, denn es gibt nun einmal nichts schöneres als zu Hause zu siegen. Das gesamte Wochenende war mit der geholten Pole Position und dem Sieg heute einfach spitze. Mein Start war nicht perfekt, weswegen ich ein paar Meter verlor. Als ich Ralf rechts neben mir sah entschied ich, es ihm nicht zu erlauben an mir vorbei zu fahren, da ich wusste, dass ich unbedingt vorne bleiben musste. Wir kannten ja seine Strategie nicht. Was ich tat war sicherlich ziemlich hart, aber innerhalb der Regeln. Zuerst war es ein ziemlich aufregendes und hartes Rennen, welches mein Bruder und ich da uns lieferten, nach seiner Zeitstrafe fuhr ich dann gegen Juan-Pablo, der zum Ende hin viel Druck machte. Was die Situation mit Ralf auf der Strecke anbelangt, so hatte ich alles unter Kontrolle. Lediglich einmal erwischte ich die Kurve 5 nicht richtig, nachdem zuerst meine Vorderreifen und gleich anschließend die Hinterreifen blockierten. Beim Boxenstopp ließ ich jedoch ein paar Veränderungen durchführen, sodass ich danach wieder schnelle Rundenzeiten fahren konnte. Im Warm Up hatten wir ein Problem mit dem T-Car gehabt, sodass ich damit kurz vor dem Rennen noch eine Installationsrunde fuhr, bei der ich dann aber liegen blieb. Ich war schon ein wenig beunruhigt, da der Weg zurück an die Box so lang war, jedoch fuhr mich dann jemand auf dem Motorroller zurück. Wir hatten aber nicht geplant das T-Car im Rennen einzusetzen."

Rubens Barrichello setzte entgegen der Zwei-Stopp-Strategie seines Teamkollegen auf einen Stopp, weshalb er beim Start auch etwas gehandikapt war. Auf Grund des schwereren Ferraris und eines nicht ganz optimalen Starts fiel der Brasilianer von Startplatz 4 zunächst auf Position 7 zurück. Später im Rennen wurde der Mann aus Sao Paulo dann durch seinen einen Stopp weniger wieder nach vorne gespült. Abgesehen von einem Ausflug abseits der Piste, als er die Ford-Kurve beim Anbremsen verpasste, fuhr "Rubhino" ein fehlerfreies Rennen, welches er als Fünfter beendete.

Rubens Barrichello: "Für mich war das heute ein langweiliges Rennen, abgesehen von meinem Ausrutscher am Ende des Rennens. Mein Start war ziemlich miserabel, was an der Launch-control lag, welche mir nicht richtig geholfen hatte. In der Anfangsphase kämpfte ich dann ein wenig mit fehlendem Grip. Ich war mit viel Benzin unterwegs, da ich mich für eine Ein-Stopp-Strategie entschieden hatte, aber jetzt bin ich nicht mehr so sicher, ob das die richtige Entscheidung gewesen ist. Mit angefahrenen Vorderreifen loszufahren war jedoch die korrekte Entscheidung. Das gesamte Wochenende betrachtet, muss ich sagen, dass es insgesamt ganz sicherlich nicht meine stärkste Leistung gewesen ist, aber ich habe zum Glück ein paar Punkte geholt und auch meinen dritten Platz in der Fahrerwertung verteidigen können."

Jean Todt, Ferrari-Rennsportdirektor: "Dies war ein sehr hartes Rennen und meiner Meinung nach der hart erkämpfteste Sieg in diesem Jahr, bedenkt man, dass alle drei Top-Teams mit ihren Autos die schwarz-weiß-karierte Flagge gesehen haben. Die für Michael und Rubens geplanten Strategien stellten sich hinterher als perfekt heraus. Wie üblich, so hat das Team heute wieder sehr gute Arbeit geleistet und die Boxenstopps perfekt durchgeführt. Auto und Reifen haben gut funktioniert. Wir konnten heute zwar unsere Führung in der Weltmeisterschaft ausbauen, jedoch müssen wir weiterhin konzentriert arbeiten und mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. In einer Woche steht ja schon der Große Preis von Frankreich bevor."

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