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Zak Brown: Rotations-Kalender ist der "beste Ansatz"

McLaren-Boss Zak Brown möchte den Rennkalender nicht weiter expandieren, hat aber eine Idee, wie die Formel 1 trotzdem in mehr Ländern fahren könnte

(Motorsport-Total.com) - Rechteinhaber Liberty Media hat vor dem Grand Prix von Belgien den (zunächst provisorischen) Rennkalender für die Saison 2020 veröffentlicht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 umfasst dieser 22 Rennen. Und trotzdem bleibt mit dem Hockenheimring eine weitere der großen Traditionsstrecken auf einem der europäischen Kernmärkte auf der Strecke.

Zak Brown

Zak Brown ist ein Fan der Idee eines Rotationskalenders in der Formel 1 Zoom

Eine Lösung, um langfristig auch die Hockenheims und Barcelonas dieser Welt zu halten, könnte ein Rotationskalender sein. Die Idee ist simpel: Einige Grands Prix, die entweder einen besonderen sportlichen Stellenwert haben (etwa Monte Carlo) oder finanziell besonders lukrativ sind (Sotschi, Abu Dhabi), könnten weiterhin jedes Jahr stattfinden.

Andere Grands Prix, die grundsätzlich an der Formel 1 festhalten wollen, aber vielleicht nicht die finanziellen Mittel haben, um jedes Jahr einen Verlust zu stemmen, könnten sich im Zweijahresrhythmus abwechseln. Zum Beispiel Barcelona und Le Castellet, Spielberg und Budapest oder Hockenheim und der Nürburgring.

Auf diese Weise könnte die Formel 1 weltweit neue Märkte erschließen, aber trotzdem in regelmäßigen Abständen die europäischen Kernregionen bedienen. Für McLaren-Boss Zak Brown wäre das im Hinblick auf die Gestaltung des Rennkalenders "die beste Lösung", wie er im Interview mit 'Motorsport-Total.com' verrät.

"Die Fußball-WM und Olympia finden ja auch alle vier Jahre statt. Kann man zum Beispiel Österreich und Deutschland rotieren? Oder Spanien und Holland?", fragt er. "Dann wäre man weiterhin in diesen Märkten präsent und würde zusätzliche Exklusivität schaffen, weil es nicht jedes Jahr ein Rennen gibt. Aber der Kalender wäre nicht größer als heute."

"Keine Lösung" sei es hingegen seiner Meinung nach, wie 2018 zuerst von Cyril Abiteboul und dann auch von Toto Wolff vorgeschlagen, den Kalender auf 15 Rennen zu reduzieren. Die finanziellen Verluste können durch den etwaigen Effekt, dass der einzelne Grand Prix dann exklusiver ist und das Prinzip von Angebot und Nachfrage den Preis in die Höhe treibt, nicht abgefangen werden.

15 statt 22 Rennen würden mutmaßlich 200 Millionen US-Dollar weniger Einnahmen durch Grand-Prix-Gebühren bedeuten. Dazu kommen dann aber auch noch Verträge mit TV-Stationen und Sponsoren, die für weniger Rennen wahrscheinlich weniger bezahlen würden. Der Verlust bei sieben Rennen summiert sich dann schnell auf 300 Millionen Dollar und mehr.

Daher glaubt Brawn nicht, dass die Idee weiterhin verfolgt wird: "Ich denke nicht, dass das passieren wird. Ich bin aber ein Freund der Idee, dass sich Rennen von Jahr zu Jahr abwechseln. Je mehr Märkte wir besetzen, desto besser." Zumal Veranstalter wie etwa in Hockenheim auch dann nicht mehr bezahlen könnten, wenn sie eins von 15 statt eins von 22 Rennen wären.

"Nehmen wir zum Beispiel Silverstone", erklärt Brawn. "Silverstone war dieses Jahr ausverkauft. Sie können gar nicht mehr Geld einnehmen, um noch mehr an die Formel 1 zu zahlen, nur weil es insgesamt weniger Rennen gibt. Daher denke ich, wir sollten bei der Anzahl an Rennen bleiben, die wir aktuell haben."

In einem Punkt stimmt er dem Kern der Idee von Abiteboul und Wolff zu: "Ich denke, es gibt einen Punkt, an dem es logistisch zu viele Rennen werden. Auch für die Leute, die im Rennteam arbeiten." Die 25 Rennen, die Liberty mittelfristig (angeblich) anvisiert, seien für das Personal der Teams hart zu verkraften; 22 aber gerade noch vertretbar ...

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