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WTCC stöhnt über 21 Formel-1-Rennen

Die Entscheidung der Formel 1, 2012 erstmals 21 Rennen zu fahren, stellt andere Serien vor Probleme - WTCC zeigt Verständnis für Bahrain-Nachholtermin

(Motorsport-Total.com) - Die Entscheidung der FIA, 2012 erstmals 21 Rennen auszutragen und damit die laut Concorde-Agreement erlaubte Höchstgrenze von 20 Events zu überschreiten, sorgt weiterhin für Diskussionen. Diese gehen über die Grenzen des Formel-1-Fahrerlagers hinaus, denn betroffen sind auch andere Rennserien wie zum Beispiel die Tourenwagen-Weltmeisterschaft (Weitere Informationen über die Rennserie finden Sie in unserer WTCC-Rubrik!).

Marcello Lotti

WTCC-Promoter Marcello Lotti bereitet der Formel-1-Kalender Kopfzerbrechen Zoom

"Je mehr Events die Formel 1 ausrichtet, desto schwieriger wird es für uns", klagt WTCC-Promoter Marcello Lotti gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir bekommen dann immer größere Probleme, unsere Termine so zu legen, damit wir nicht mit ihren Rennen kollidieren. Mehr Formel-1-Events machen uns das Leben schwer. Da bleiben uns vielleicht sieben Wochenenden übrig, an denen wir unsere Läufe absolvieren können."

Renntermine geballt an Nicht-Formel-1-Wochenenden

"Der Haken ist jedoch, dass an solchen Terminen alle weiteren Events stattfinden. Die MotoGP möchte Rennen fahren, die GT-Fahrzeuge sind unterwegs und auch wir brauchen unsere Auftritte. Alle wollen es vermeiden, am gleichen Tag zu fahren wie die Formel 1", sagt er. "Ausgehend vom provisorischen Formel-1-Kalender 2012 gibt es für uns vier Terminkollisionen. Das dürfte allerdings nicht weiter dramatisch sein, denn wir befinden uns dann jeweils in unterschiedlichen Zeitzonen."

Aus Formel-1-Sicht sieht er aber keinen Grund, der gegen 21 Termine spricht: "Die Frage ist nicht, ob es zu viele Rennen sind. Vielmehr geht es darum, ob der Return on Investment stimmt", findet Lotti. "NASCAR absolviert zum Beispiel über 30 Rennen pro Jahr, doch diese Serie ist lediglich in den USA unterwegs. Ich denke, die Formel 1 hat das Potenzial, um 21 Grands Prix zu bestreiten. Die Formel 1 ist überall bekannt und das Medieninteresse an dieser Meisterschaft ist groß."

¿pbvin|0|3679|wtcc|0|1pb¿"Mir wäre es lieber, 21 Mal an den Start zu gehen, statt drei Monate lang zu testen, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war", ergänzt der ehemalige Formel-1-Pilot Gabriele Tarquini. "Ich halte das für eine positive Entwicklung, solange Fahrer, Teams und Organisatoren profitieren. Ein Formel-1-Team besteht aus 150 bis 250 Personen und setzt nur zwei Fahrzeuge ein. Weshalb sollte man diese Manpower nicht nutzen, um die Saison zu verlängern? Potenzial, Mitarbeiter und Geld sind ja vorhanden."

WTCC-Pilot Darryl O'Young, fast jedes Wochenende in irgendeinem Rennwagen im Einsatz, sieht das Problem von 21 Formel-1-Rennen vor allem als Problem für die Mitarbeiter der Teams: "Ich denke, das ist speziell für die Mannschaft überaus hart. Wir Fahrer haben eine vergleichsweise kurze Woche, doch das Team reist immer schon frühzeitig an, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Wenn ihnen da nur eine kleine Verschnaufpause bleibt, ist das sicher nicht einfach."

Überbelastung in der Formel 1 gerechtfertigt?

Tom Coronel, ebenfalls Rennfahrer mit Leib und Seele und damit in den Sommermonaten auch außerhalb seiner WTCC-Verpflichtungen ständig im Einsatz, sieht das Thema Überbelastung von Mechanikern und Co. relativ locker: "Wem das nicht passt, der muss sich einen anderen Job suchen", winkt er gegenüber 'Motorsport-Total.com' ab. "Motorsport ist eine Lebenseinstellung und kein Beruf, der morgens um 9:00 Uhr beginnt und um 17:00 Uhr zu Ende ist."

Zum Thema Bahrain sagt er: "Wenn man sich im Augenblick nicht sicher fühlen sollte, wäre es auf jeden Fall dumm, dort ein Rennen zu veranstalten. Das könnte nämlich eine Gelegenheit für diverse Regierungsgegner darstellen, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Frage ist: Warum? Die Formel 1 kann 2012 oder in zwei Jahren wieder in Bahrain antreten, wenn sich die Lage etwas mehr beruhigt hat. Wenn man schon etwas riskieren will, sollte man erst einmal abwarten."

¿pbvin|512|3740||0|1pb¿Lotti geht auf die moralischen Bedenken von Menschenrechtlern kaum ein und vermeidet es, sich mit politischen Aussagen die Finger zu verbrennen. Allerdings gibt er zu, dass er wohl genau gehandelt hätte wie Bernie Ecclestone. Die FIA hatte ja einen ihrer Mitarbeiter nach Bahrain geschickt, um dort die Lage zu sondieren, und dann entschieden, den ursprünglich abgesagten Grand Prix trotz zahlreicher Bedenken von verschiedenen Seiten noch diese Saison nachzuholen.

"Ich denke, die Lage in der arabischen Welt hat sich wieder beruhigt", zeigt der WTCC-Promoter Verständnis für FIA und Co. "Ist es in Bahrain sicher genug? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Meiner Meinung nach ist die Situation dort etwas besser als noch vor zwei Monaten. Hinzu kommt: Das Rennen wird erst im Oktober ausgetragen. Der Grand Prix sollte dann also unter sicheren Bedingungen stattfinden können."

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