• 24.02.2012 15:12

  • von Christian Nimmervoll & Dieter Rencken

Williams über Wurz: "Jetzt schon bewährt"

Alexander Wurz als Fahrermentor bei Williams ist eine "Erfindung" von Toto Wolff, die beim Team schon nach den ersten Testtagen gut ankommt

(Motorsport-Total.com) - Ganz von der Formel-1-Bühne verschwunden war Alexander Wurz nie, denn auch nach seinem Rücktritt als Williams-Stammpilot Ende 2007 war er zunächst als Honda-Testfahrer und später als TV-Kommentator bei den meisten Grands Prix anwesend. Seit dieser Woche hat er als Fahrermentor seines ehemaligen Arbeitgebers Williams auch wieder eine operative Funktion bei einem Team übernommen.

Titel-Bild zur News: Alexander Wurz, Valtteri Bottas und Mark Gillan

Alexander Wurz mit Testfahrer Valtteri Bottas und Mark Gillan

Mit seiner Erfahrung soll der 69-fache Grand-Prix-Teilnehmer dem jungen Williams-Trio Pastor Maldonado, Bruno Senna und Valtteri Bottas dabei helfen, sich in der Königsklasse des Motorsports zurechtzufinden. Unter anderem wird Wurz als Schnittstelle zwischen Fahrern und Ingenieuren agieren, galt er doch jahrelang als einer der besten Entwicklungspiloten - schließlich hat er bei Teams wie Benetton, McLaren, Williams und Honda viel gelernt.

Idee von Wolff auf den Tisch gebracht

Mark Gillan, Chefingenieur für Operatives, hat schon bei McLaren mit dem Österreicher zusammengearbeitet. Zwar war es nicht seine Idee, Wurz an Bord zu holen, aber: "Das Thema kam zur Sprache und ich hatte schon früher immer ein sehr gutes Verhältnis zu Alex." Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wurde der Vorschlag, Wurz als Fahrermentor zu engagieren, von dessen altem Bekannten Toto Wolff (Anteilseigner des Williams-Teams) gemacht.

Gillan begrüßt dies: "Alex ist einer der Fahrer, bei denen ich für diese besondere Rolle ein gutes Gefühl habe. Er ist diese Woche hier, hat sich sehr gut eingelebt. Es war ein sehr problemloser Einstand. Wir haben drei Fahrer, die nicht viel Erfahrung haben, und er vermittelt ihnen jetzt schon wichtiges Wissen. Die Diskussionen mit ihm sind jetzt schon sehr interessant. Er wird bei allen Rennen da sein. Die Sache hat sich jetzt schon bewährt."


Fotos: Williams, Testfahrten in Barcelona


Auch Maldonado findet es "positiv", dass er sich nun jederzeit an einen erfahrenen Mann wenden kann, "denn so haben wir einen Fahrer mehr im Team, der uns von außen helfen kann. Aus dem Cockpit heraus ist es nicht einfach, alles im Blick zu haben, zum Beispiel was die anderen machen. Er hat diese Erfahrung und weiß, was andere Teams und Fahrer machen. Das wird uns helfen, unsere Performance zu verbessern", freut sich der Venezolaner.

Erfahrung im Bereich Coaching

Für Wurz ist der Bereich Fahrercoaching, der in der Formel 1 immer noch in den Kinderschuhen steckt, keineswegs Neuland. Gemeinsam mit seinem Vater Franz, einem ehemaligen Rallyecrosser, besitzt er die Firma Test & Training International (TTI), die mehrere Fahrsicherheitszentren betreibt. Außerdem war er zuletzt als Trainer für die neu gegründete Nachwuchsakademie des FIA-Instituts tätig.

Pastor Maldonado

Williams erzielte gestern erstmals in diesem Winter eine Tagesbestzeit Zoom

Eines der Ziele seiner Verpflichtung ist vermutlich auch, jene Erfahrungs- und Techniklücke zu stopfen, die Rubens Barrichello hinterlassen hat. Der Brasilianer musste für seinen Landsmann Senna vor allem wegen dessen Sponsorengeldern Platz machen, und möchte 2012 in der nordamerikanischen IndyCar-Serie an den Start gehen. Dabei hat Gillan immer noch eine hohe Meinung von Barrichello: "Ich habe nur sechs Rennen mit ihm gearbeitet, aber Rubens hat sich bis zum letzten Rennen sehr professionell verhalten. Ich respektiere ihn sehr."

Doch die Zukunft gehört Maldonado, Senna und Bottas: "Wir bauen das Team jetzt mit drei jungen Fahrern auf", stellt Gillan klar. "Wir müssen stetig an den Prozessen arbeiten, damit sie sich regelmäßig in den Top 10 qualifizieren. Ihr Feedback ist sehr interessant, weil sie sehr unterschiedliche Fahrer sind. Sie reden jeden Testtag mit Alex, und was dabei zu uns rüberkommt, ist wirklich tiefgründig. Wir haben da eine gute Dynamik."

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