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Weihnachten im November: Alles gut bei Mercedes

Von Nervosität keine Spur: Mercedes startet gewohnt souverän ins Saisonfinale der Formel 1: Lewis Hamilton nur nur wegen zweiter Bestzeiten im Vorteil

(Motorsport-Total.com) - Von der Anspannung vor dem Saisonfinale der Formel 1 2014, bei dem sich beim Großen Preis von Abu Dhabi der Kampf um den Fahrertitel zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg entscheiden wird, war bei den Silberpfeilen am Freitag nichts zu spüren. Zwei Mal Bestzeit für Hamilton, zwei Mal Platz zwei für Rosberg: So lautete das Ergebnis der ersten beiden Freien Trainings. Auch im Gesamtergebnis des Freitags lag der Brite 0,083 Sekunden vor seinem deutschen Widersacher und konnte nicht nur aus diesem Grund sagen. "Das war ein guter Freitag."

"Wir haben das gleiche Programm wie an jedem anderen Rennwochenende auch absolviert", so Hamilton. "Diesmal konnten wir jedoch in beiden Sessions an den Reifen arbeiten, Longruns fahren, das Setup analysieren und unzählige weitere Dinge ansehen, die man im Training ausprobieren muss. Das war großartig." Diese Einschätzung spiegelte sich auch bei den Zeiten der Longruns wider, wo Hamilton einen besseren Eindruck als Rosberg hinterließ.

"Wir haben bei der Abstimmung gute Fortschritte erzielt", meint der Brite. "Aber es gibt wie immer noch viel zu tun. Daran werden wir weiter arbeiten und versuchen, uns in jedem Bereich zu steigern. Das Auto fühlt sich aber großartig an. Ohne Zweifel ist es das beste Auto, das ich hier jemals gefahren bin. Das Team hat fantastische Arbeit geleistet", lobt Hamilton sein Team.

Rosberg bekommt die Runde nicht zusammen

Auch Rosberg spricht von einem guten Tag, war aber nicht völlig zufrieden. "Leider habe ich meine beste Runde nicht zusammenbekommen", sagt er. "Im Verlauf des Wochenendes erwartet uns noch viel Arbeit. Insgesamt fühlte sich das Auto heute großartig an. Ich muss das Setup nur noch exakt auf meine Bedürfnisse feintunen. Danach muss ich Gas geben und meinen Job erledigen." Und der ist: Gewinnen, wenn er im Kampf um den WM-Titel noch eine Chance haben will.

Hamilton, dem in Abu Dhabi ein zweiter Platz hinter Rosberg zum Titelgewinn reichen würde, gibt sich jedoch entspannt. "Ich spüre keinen besonderen Druck an diesem Wochenende. Ich fahre einfach so, wie ich immer fahre. Was dann passiert, soll so sein. Bislang sind wir auf dem richtigen Weg. Ich muss einfach weiter arbeiten", sagt er. Aufgeregt war er vor dem Rennwochenende nur aus einem anderen Grund. "Wenn man weiß, dass man ein so konkurrenzfähiges Paket hat, fühlt man sich wie ein Kind an Weihnachten.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist mit dem Start ins Wochenende ebenfalls zufrieden. "Beide Autos liefen rund. Wir haben unser Programm mit vielen Runden absolviert. Auch die Longruns fielen wie erwartet aus. Ohne jeden Zweifel sind die Anspannung und der Druck hoch. Aber das ist normal, wenn die Weltmeisterschaft beim letzten Saisonrennen entschieden wird. Tatsächlich fühlt es sich aber nicht anders an als bei jedem anderen Rennen auch. In der Box herrscht eine gute Stimmung und wir freuen uns darauf, zu erfahren, was das Wochenende noch für uns bereithält."

Nächster Schritt: Sauberes Qualifying

"Der letzte und wichtigste Freitag dieser unglaublichen Saison verlief zum Glück nach Plan!", atmet Technikchef Paddy Lowe auf. "Wir konnten im ersten und zweiten Training unsere Hausaufgaben erledigen und ohne Probleme mit den verschiedenen Reifen arbeiten. Beide Fahrer waren mit der Performance des Autos zufrieden. Unsere Pace sieht stark aus. Wir haben viele Daten über die Reifen gesammelt, die uns helfen werden, den Sonntag zu planen."

"Heute Nacht werden wir hart arbeiten, um das Setup für das Qualifying und das Rennen zu optimieren. Unser Ziel ist es, beide Autos in die erste Startreihe zu bringen und Lewis sowie Nico am Sonntag einen sauberen Wettkampf zu ermöglichen", sagt Lowe. "Es gibt einige andere Autos, die schneller sind, als sie zu sein scheinen. Deshalb sehen wir nichts als selbstverständlich an."